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12 Aufsteiger, zwei Absteiger: Das sind die neuen Gesichter der 3. Liga
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12 Aufsteiger, zwei Absteiger: Das sind die neuen Gesichter der 3. Liga

3. Liga: Alle Infos zu den Auf- und Absteigern vor der neuen Saison

Zwölf Mannschaften haben sich in der Saison 2025/26 das Ticket für die 3. Liga gesichert. Manche Aufsteiger marschierten nahezu ungebremst durch ihre Regionalliga, andere mussten bis zum letzten Spieltag zittern. Und während für einige Vereine mit dem Sprung in die Drittklassigkeit ein lang gehegter Traum wahr wird, beginnt für die Reserveteams von Bundesligisten das nächste Kapitel ihrer Talententwicklung. Ein Blick auf zwölf Aufsteiger und die beiden Zweitliga-Absteiger mit ganz unterschiedlichen Geschichten.

Sportfreunde Loxten – die Frösche springen auf die nationale Bühne

Bei den Sportfreunden Loxten darf der Aufstieg durchaus als historischer Sprung bezeichnet werden. Die „Loxter Frösche“ machten mit einem 36:28 gegen den CVJM Rödinghausen bereits am 21. März die Meisterschaft in der Regionalliga Westfalen und damit den Aufstieg perfekt. Die Zahlen unterstrichen die außergewöhnliche Saison: Nach 22 Spieltagen standen 43:1 Punkte zu Buche, lediglich ein Unentschieden gegen die TSG Harsewinkel verhinderte die perfekte Bilanz. Dazu kam eine Offensive, die fast 35 Tore pro Spiel erzielte. Der Handballverband Westfalen sprach entsprechend von einer „historischen Saison“ – und bei den Fröschen durfte natürlich auch das passende Bild nicht fehlen: Loxten hüpft in die 3. Liga.

TSB Schwäbisch Gmünd – ein Traum wird Wirklichkeit

Kaum eine Geschichte ist emotionaler als jene des TSB Schwäbisch Gmünd. Die „Jets“ mussten lange auf diesen Moment warten und hatten in den vergangenen Jahren bereits mehrfach an der Tür zur 3. Liga geklopft. 2025 fehlte beispielsweise lediglich ein Punkt. Am 18. April 2026 war es dann soweit: Vor 400 mitgereisten Fans gewann Gmünd beim TV Neuhausen/Erms mit 31:29 und sicherte sich am drittletzten Spieltag Meisterschaft und Aufstieg – erstmals in der Vereinsgeschichte. Der Verein selbst spricht von einem „lang gehegten Traum“. Nach dem Schlusspfiff wurde die Hofbühlhalle zur Partyzone, Jugendspieler stürmten mit ihren Trommeln auf das Spielfeld, und das Kapitänsduo bekam die obligatorische Bierdusche. Hinter dem Erfolg steckt zudem ein über Jahre aufgebautes Fundament: Der Verein arbeitete bereits seit vielen Jahren auf diesen Schritt hin.

Grün-Weiß Werder – Aufstieg ohne großen finanziellen Sprung

Grün-Weiß Werder hat sich in der Regionalliga Ostsee-Spree mit 46:4 Punkten souverän die Meisterschaft gesichert. Sportlich war der Aufstieg damit längst verdient – wirtschaftlich beginnt nun allerdings ein Abenteuer. Trainer Jörg Ziegler brachte die Ausgangslage bemerkenswert offen auf den Punkt: „Wir werden eine Drittligasaison ohne Drittligabudget spielen.“ Genau das macht die Geschichte der Brandenburger interessant. Werder steigt nicht mit dem großen finanziellen Rückenwind eines Profistandorts auf, sondern muss die neue Klasse mit Augenmaß angehen. Der Verein hat damit eine klassische David-gegen-Goliath-Aufgabe vor sich: sportlich nach oben, ohne die wirtschaftlichen Möglichkeiten eines etablierten Drittligisten zu besitzen.

SG Regensburg – der Aufstieg genau am richtigen Ort

Bei der SG Regensburg war der Sprung in die 3. Liga über Monate ein erklärtes Ziel. Besonders passend war deshalb der Ort, an dem der Traum Wirklichkeit wurde: Im Spitzenspiel bei HaSpo Bayreuth gewann Regensburg am 25. April mit 33:26 und machte damit am drittletzten Spieltag Meisterschaft und Aufstieg perfekt. Vor der Partie hatte Kreisläufer Tim Vasold den möglichen Erfolg beim direkten Konkurrenten als „Nonplusultra“ bezeichnet. Genau so kam es. Regensburg reiste als Tabellenführer nach Bayreuth, setzte sich souverän durch und konnte anschließend gemeinsam mit den mitgereisten Anhängern feiern.

MTV Großenheidorn – Handball vom Steinhuder Meer kehrt zurück

Der MTV Großenheidorn steht für eine etwas andere Art von Handballgeschichte. Der Verein ist tief in der Region rund um das Steinhuder Meer verwurzelt und hat bereits mehrfach in der dritthöchsten Spielklasse gespielt. Nun kehrt der Klub nach einigen Jahren wieder auf die nationale Bühne zurück. In der Regionalliga Niedersachsen-Bremen reichte Platz zwei hinter Burgdorf II, Großenheidorn kam auf 41:11 Punkte. Für den Verein ist der Aufstieg deshalb mehr als nur ein sportlicher Erfolg: Die Mannschaft soll sich in der 3. Liga dauerhaft etablieren und gleichzeitig als Aushängeschild für die Region dienen. „Wir wollen nicht nur in der 3. Liga angekommen sein – wir wollen dort bleiben, wachsen und uns weiterentwickeln“, formuliert der Verein seine Ambitionen. Auch die Nachwuchsarbeit spielt dabei eine zentrale Rolle.

HC Hamburg II – Aufstieg im Wohnzimmer der Profis

Die U23 des HC Hamburg hat ihre Regionalliga-Saison beinahe nach Belieben dominiert. Bereits fünf Spieltage vor Schluss stand der Aufstieg fest, nachdem Hamburg den TSV Ellerbek in der Arena im Volkspark mit 30:26 besiegt hatte. Zu diesem Zeitpunkt standen 40:2 Punkte zu Buche. Besonders passend: Der Aufstieg gelang dort, wo normalerweise die Bundesligaprofis des HCH spielen. Trainer Lukas Ossenkopp war entsprechend stolz und sprach von „unglaublicher“ Konstanz. Für Hamburg ist der Aufstieg vor allem ein weiterer Schritt in der Talententwicklung – künftig können sich die Nachwuchsspieler auf Drittliganiveau beweisen. Eine kleine Kuriosität am Rande: Kapitän Tobias Pachmann verletzte sich ausgerechnet beim Aufstiegsspiel bei einer Rettungsaktion am Finger.

TSV Burgdorf II – Meister, aber mit neuem Trainer

Auch die TSV Hannover-Burgdorf II steht exemplarisch für die enge Verzahnung von Nachwuchs- und Profihandball. Die Recken-Reserve holte sich mit 42:10 Punkten die Meisterschaft in der Regionalliga Niedersachsen-Bremen und steigt damit nach einem Jahr wieder in die 3. Liga auf. Kurios ist allerdings, dass der Aufstieg nicht automatisch mit personeller Kontinuität einhergeht: Trainer Pedro Alvarez erhielt nach Saisonende keinen neuen Vertrag. Der Verein kündigte vielmehr eine „Neuausrichtung“ mit neuem Personal an. Damit steht Burgdorf II vor der besonderen Aufgabe, sportlichen Erfolg und langfristige Nachwuchsentwicklung miteinander zu verbinden.

TSV Bayer Dormagen II – die Talente bekommen eine größere Bühne

Auch Dormagen schickt seine U23 in die 3. Liga. Die Mannschaft von Trainer Peer Pütz machte die Meisterschaft in der Regionalliga Nordrhein mit einem 33:26 beim HC Weiden perfekt und lag zu diesem Zeitpunkt bereits sieben Punkte vor dem Tabellenzweiten. Der Aufstieg ist vor allem für die jungen Spieler wertvoll: Sie erhalten künftig die Möglichkeit, sich regelmäßig auf deutlich höherem Niveau zu beweisen und gleichzeitig näher an die Profimannschaft heranzurücken. Dormagen reiht sich damit in ein Modell ein, das in der 3. Liga immer wichtiger wird: Die Reserve ist nicht bloß zweite Mannschaft, sondern Entwicklungsstufe für die nächste Generation.

NHV Concordia Delitzsch – souveräner Meister mit langem Atem

Concordia Delitzsch marschierte in der Regionalliga Mitteldeutschland mit großer Souveränität durch die Saison und sicherte sich am Ende mit 50:6 Punkten die Meisterschaft. Der entscheidende Schritt Richtung Aufstieg wurde unter anderem mit einem 30:27 bei Einheit Plauen gemacht; Moritz Schwock erzielte in der Schlussphase den Treffer, der die Tür zur 3. Liga weit aufstieß. Später wurde der Aufstieg mit einem 30:27 gegen Bad Blankenburg endgültig veredelt. Delitzsch geht damit als Meister und mit einer beeindruckenden Saisonbilanz in die neue Spielklasse.

HV Vallendar – nach 15 Jahren zurück

Beim HV Vallendar ist der Aufstieg vor allem eine Rückkehr. 15 Jahre nach dem letzten Gastspiel in der 3. Liga kehrt der Verein auf die nationale Bühne zurück. Den entscheidenden Schritt machte Vallendar mit einem 31:27-Derbysieg gegen HB Mülheim-Urmitz. 850 Zuschauer sorgten dabei für eine Rekordkulisse auf dem Mallendarer Berg. Einen Tag später war endgültig klar: Vallendar ist Meister und wieder drittklassig. Für einen vergleichsweise kleinen Handballstandort ist die Rückkehr deshalb ein besonderer Erfolg – und die Rekordkulisse zeigt, wie sehr die Region hinter dem Verein steht.

ESG Gensungen/Felsberg – vierter Anlauf, endlich geschafft

Die ESG Gensungen/Felsberg hat eine bemerkenswert lange Vorgeschichte hinter sich. Mehrfach hatte der Verein in den vergangenen Jahren den Sprung nach oben versucht – 2026 klappte es nun mit beeindruckender Souveränität. Beim 29:21 gegen den Verfolger HSG Breckenheim/Wallau/Massenheim machte die ESG bereits am fünftletzten Spieltag Meisterschaft und Aufstieg perfekt. Es war der 21. Sieg im 22. Saisonspiel. Die Freude war entsprechend groß: Rund 850 Zuschauer erlebten den entscheidenden Moment. Der Vereinsbericht fasste die Stimmung treffend mit „megaglücklich und megaerleichtert“ zusammen.

HSG Albstadt – das „Wunder“ auf den letzten Metern

Die HSG Albstadt musste länger warten als viele andere Aufsteiger. Während Meister TSB Schwäbisch Gmünd bereits vorzeitig feiern konnte, entschied sich der zweite Aufstiegsplatz in Baden-Württemberg erst am letzten Spieltag. Albstadt gewann beim VfL Waiblingen mit 36:30 und sicherte sich damit als Vizemeister den Sprung in die 3. Liga. Medienseitig war deshalb vom „Wunder von Albstadt“ die Rede. Besonders eindrucksvoll: Die Mannschaft ließ sich von der Bedeutung des Spiels nicht lähmen und führte zur Pause bereits 20:14. Nach dem Schlusspfiff wurde gemeinsam mit den mitgereisten Fans gefeiert – ein historischer Moment für die HSG.

HSG Krefeld Niederrhein: Der Traum war schnell ausgeträumt

Nach einer nahezu perfekten Saison in der 3. Liga war die Euphorie in Krefeld riesig: Mit 59:1 Punkten marschierten die Eagles in die Aufstiegsrunde und machten dort den Sprung zurück in die 2. Bundesliga perfekt. Doch das Comeback im Unterhaus entwickelte sich schnell zum Kampf gegen den Abstieg. Nach einem ordentlichen Start geriet Krefeld im Herbst und Winter zunehmend ins Hintertreffen und überwinterte auf einem Abstiegsplatz. In der Rückrunde bäumten sich die Eagles noch einmal auf: Sechs Heimspiele in Folge blieb die Mannschaft ungeschlagen, darunter ein spektakuläres 37:34 gegen den späteren Aufstiegskandidaten TSV Bayer Dormagen. Der Abstiegskampf blieb damit bis in die Schlussphase spannend – doch am Ende fehlten die entscheidenden Punkte. Mit 18 Zählern landete die HSG auf Rang 17 und musste nach nur einem Jahr wieder den Gang in die 3. Liga antreten.

HC Oppenweiler/Backnang: Ein Abenteuer ohne Happy End

Es war der größte Erfolg der Vereinsgeschichte – und zugleich ein Abenteuer, das schneller endete als erhofft. Mit 24 Siegen in Serie hatte sich der HC Oppenweiler/Backnang 2025 als Meister der 3. Liga Süd für die Aufstiegsrunde qualifiziert und dort souverän den Sprung in die 2. Bundesliga geschafft. Im ersten Zweitligajahr bekam der HCOB allerdings schnell zu spüren, wie hoch die Trauben im Unterhaus hängen. Der Verlust von Leistungsträger Elias Newel wog schwer, zudem konnte der erfahrene Dominik Weiß krankheitsbedingt erst verspätet ins Geschehen eingreifen. Nach einem Remis gegen Coburg und einem weiteren Punkt gegen Mitaufsteiger Krefeld blieb der große Befreiungsschlag aus. Mit lediglich 4:64 Punkten beendeten die Murrtaler ihre Premierensaison auf dem letzten Tabellenplatz. Nun soll in der 3. Liga mit einem verjüngten und dynamischeren Team unter Trainer Rui Silva der Neustart gelingen.

(ENI) / Foto: imago

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