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Favoriten-Siege in Bad Wildungen und Mainz - Königsdorf feiert den ersten Punkt
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Favoriten-Siege in Bad Wildungen und Mainz - Königsdorf feiert den ersten Punkt

3. Liga Frauen: So lief der erste Spieltag in der Staffel Mitte

HSG Bad Wildungen Vipers - Thüringer HC II - 34:30 (16:18) 

"Standortbestimmung" - mit diesem Wort gingen die in weiten Teilen neu aufgestellten HSG Bad Wildungen Vipers in das erste Duell der neuen Spielzeit 2026/27. Als unangenehmer Gegner stand der Thüringer HC II bereit und der Bundesliga-Unterbau sollte es den Vipers lange schwer machen. Zwar egalisierten sich die Teams in den ersten Minuten bis zum 3:3, dennoch meldete der THC II mit einem 2-Tore-Lauf und der 5:3-Führung erste Ambitionen an. Dieser kleine Vorsprung schien die HSG durchaus zu beeindrucken, denn es gelang den ambitionierten Vipers nicht so recht ins Spiel zurück zu finden. Nach knapp neun Minuten verkürzte zwar Fiona Adam auf 6:7, was jedoch die beste Phase der Gäste einläuten sollte. Per 5:0-Lauf zog der Thüringer HC-Nachwuchs auf 12:6 davon und bereits nach etwas mehr als 13 Minuten legten die Verantwortlichen von der HSG-Bank die erste Timeout-Karte der Saison. Mit wohl den richtigen Worten im Gepäck. Stück für Stück kämpften sich die Vipers doch zurück in die Partie. Dennoch lag der THC-Nachwuchs zur Halbzeit mit 18:16 in Front. Vor dem Halbzeitpfiff besorgte Hua-Lu Kuliboer die letzten zwei Tore für die HSG, auch nach der Halbzeit traf sie direkt doppelt - so stand es in der 34. Minute plötzlich wieder 18:18. Nach Toren von Kim Sophie Hering und Nele Weyh führten die Vipers mit 20:18. Mehr und mehr kippte die Partie in Richtung der Hausherrinnen, der THC bot über die weiteren Stände von 20:20, 22:22 und 23:23 einen echten Fight - dennoch sollte das Unentschieden in der 43. Minute die letzte ausgeglichene Situation bleiben. Wieder waren es Weyh und Kuliboer, die für die HSG die Verantwortung übernahmen und auf 25:23 erhöhten. Beim 30:27, natürlich durch Kuliboer erzielt, lag die HSG erstmals drei Treffer in Front, kurz vor Schluss betrug die Führung dann beim 34:29 kurz sogar fünf Tore. Ludmilla Janda verkürzte für den THC II innerhalb der letzten 30 Sekunden noch auf 34:30, womit der Endstand feststand.

1. FSV Mainz 05 II - 1. FC Köln - 19:24 (9:13)

Zum ersten Auftritt in der neuen Saison spendierte die Staffel Mitte der 3. Liga der Frauen direkt das Rhein-Derby zwischen dem 1. FSV Mainz 05 II und dem 1. FC Köln. Wie es sich für ein Derby gehörte, ging es ab den ersten Minuten vor allem umkämpft und hitzig daher, wenn auch zunächst nicht unbedingt viele Tore fallen sollten. Nach fünf Minuten stand es 2:2, beim folgenden 2:5 aus Sicht der Meenzer Dynamites-Reserve hatte sich der FC die erste Führung herausgespielt. Eine Vorentscheidung ergab sich jedoch nicht, der FSV II ackerte sich bis zur 21. Minute auf einen Spielstand von 7:8 wieder heran. Mit dann wohl doch etwas mehr Qualität und vor allem Ruhe beim Abschluss lotete der 1. FC Köln noch vor dem Halbzeitpfiff den Derbysieg ein - beim Seitenwechsel stand es bereits 13:9 aus Köln-Sicht. Wirklich knapp sollte es in den zweiten 30 Minuten nicht mehr werden. Vor allem, da die ersten zwölf Minuten der zweiten Hälfte in einem 1:4-Lauf resultieren. Sophia Guddat netzte in der 42. Minute zum 17:10 aus Sicht des "Effzeh", spätestens jetzt war die Vorentscheidung wohl gefallen. Schlussendlich traf Josephine Schmidt kurz vor Schluss zum 19:24, womit die Auftakt-Niederlage für den 1. FSV Mainz 05 II wohl mit dem Prädikat "in Ordnung" ausfällt. 

TSG 1893 Leihgestern - TB Wülfrath - 23:34 (13:18) 

Fehlstart für die TSG 1893 Leihgestern. Wo in der Vorsaison noch viel Euphorie aus dem Aufstieg den Beginn der Spielzeit beflügelte, wurde der TB Wülfrath in der neuen Spielzeit direkt zum Spielverderber. Und dabei war in der ersten Viertelstunde noch alles mehr als ausgeglichen - nach knappen 14 Minuten stand es 8:8, wobei die TSG zuvor mit 7:4 geführt hatte. Der zwischenzeitliche 4:0-Lauf des TB sollte nur Vorbote sein, denn es wurde im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit bereits deutlich. Nach dem 8:8 traf die Heimmannschaft knappe sieben Minuten das gegnerischer Tor nicht, gleichzeitig zogen die Kalkstädterinnen eiskalt per 6:0-Lauf auf 14:8 davon. Bis zur Halbzeit berappelte sich die TSG zumindest etwas, nach den katastrophalen sieben Minuten folgte ein immerhin ausgeglichener 5:4-Lauf, der auf 13:18 zur Halbzeit stellte. Im zweiten Durchgang machte Wülfrath schlichtweg bereits früh den sprichwörtlichen Sack zu. Beim Stand von 15:22 sah sich Jensen auf der TSG-Bank bereits in der 37. Minute zur Auszeit gezwungen - eine wirkliche Wirkung zeigte sich jedoch nicht. Der TB zog im ersten Auswärtsspiel der Saison spielfreudig davon, über die Spielstände 15:24 (43.), 19:26 (48.) und 21:30 (54.) bog die Partie in die letzten fünf Minuten ein. Schlussendlich war an der 23:34-Niederlage der TSG Leihgestern nichts mehr zu ändern. 

TSG Mainz-Bretzenheim - BV Borussia Dortmund II - 27:25 (13:13) 

Die Aufsteiger-Mannschaft vom BV Borussia Dortmund ist keinesfalls als Laufkundschaft in die 3. Liga gekommen - wem das vor dem Start der Saison noch nicht klar war, muss sich nur die Leistung im Auftaktspiel gegen die Spitzenmannschaft der TSG Mainz-Bretzenheim anschauen. Wenn auch das Thema "Aufstieg" in Mainz-Bretzenheim in dieser Runde keine Rolle spielt, so will man sich als amtierender Meister keinesfalls unter Wert verkaufen. Und dennoch gehörten nahezu die kompletten ersten 30 Minuten den Aufsteigern aus Dortmund. So sehr, dass Mila Buecking in der 6. Minute auf 6:2 stellte - der BVB-Nachwuch führte damit nach den ersten sechs Minuten Drittliga-Handball gegen den amtierenden Staffel-Meister mit vier Toren. Das nennt sich "Einstand nach Maß". Mainz-Bretzenheim wachte dann aber doch auf, vor allem angeführt durch die Tore von Kim Maren Quetsch. In der 14. Minute legte die BVB-Bank die Auszeit-Karte, da stand es aus Sicht der Gäste 8:7. Offensichtlich kam das Timeout zu einem denkbar guten Moment, denn die Gelb-Schwarzen zogen in der Folge auf 11:7 davon. Wieder musste sich die TSG herankämpfen, tat das aber auch. Noch vor dem Halbzeitpfiff egalisieren die Meisterinnen der Vorsaison alles bisher Gesehene, sodass es mit 13:13 in die Kabinen ging. Angekommen im zweiten Durchgang gehörte abermals die Anfangsphase komplett dem BVB-Nachwuchs. Schnell war aus dem 13:13 ein 16:13 geworden (34.), der erneut gewonnene Vier-Tore-Vorsprung hielt sich bis zum 19:15 in der 41. Minute. Die TSG tat sich weiter schwer gegen die quirlig und unerbittlich agierenden Aufsteigerinnen, dennoch spielte die Erfahrung und Ruhe in einem engen Auftaktspiel mehr und mehr eine Rolle. Neuzugang Amy Joy Blümel konnte in der 53. Minute mit dem 22:22 das erste Unentschieden seit der Halbzeit für die TSG erreichen. Nach einer BVB-Auszeit waren es mit Kim Maren Quetsch und Jona Reese doch die routinierten Kräfte, die für die Entscheidung sorgen sollten. Aus dem 22:23 machten die genannten Akteurinnen eine 25:23-Führung, Lisa Noack stellte zudem in der 58. Minute auf 26:23. Der BVB legte die finale Timeout-Karte und kam tatsächlich abermals auf 26:25 heran, dennoch war der Schlusspunkt den Hausherrinnen mit dem 27:25 überlassen.  

TuS Königsdorf - HSG Bensheim/Auerbach II - 31:31 (15:13) 

War da mehr drin? Diese Frage wird man sich in Königsdorf nach dem ersten Spiel in der 3. Liga wahrlich stellen müssen. Und das, obwohl der Auftakt in die Partie gegen die HSG Bensheim/Auerbach II mehr als nur nervös begann. Ganze fünf Minuten mussten die TuS-Fans auf das erste Drittliga-Tor der Damen in der Vereinsgeschichte warten, Deborah Seipp traf zwar umjubelt, doch stand es da schon 1:4. Dann aber war die erste Anspannung augenscheinlich gelöst und vor allem die Euphorie voll da. Katrin Strub machte in der 13. Minute das 6:6, erneut war es Deborah Seipp, die in der 14. Minute mit dem 8:7 die erste Führung der TuS Königsdorf besorgte. Ab diesem Moment war der TuS endgültig angezündet. Nach knappen 20 Minuten stand es plötzlich 12:8 für die Aufsteigerinnen und die HSG Bensheim/Auerbach II musste sich fragen, ob es einen Weg zurück in die Partie gibt. Zunächst bis zum Halbzeitpfiff gab es diesen Weg bedingt, beim 15:13 aus Sicht der Heimmannschaft wurden die Seiten gewechselt. Im zweiten Durchgang wog die Partie dann hin und her - zunächst führte der TuS mit 18:15, dann glich wenig später die HSG mit 18:18 aus. In der 39. Minute sollten die Aufsteigerinnen zunächst beim 20:19 ein letztes Mal in Führung gehen. Die HSG hatte nach den Anlaufschwierigkeiten Fuß gefasst und ging mit eiskalter Erfahrung bis in die 43. Minute mit 24:20 in Führung. Der TuS Königsdorf war nun also in der Jäger-Rolle, fand sich dort aber ähnlich gut zurecht. Über die Spielstände 25:28 (49.), 27:29 (51.), 28:30 (54.) und 29:31 (55.) ließen die Hausherrinnen die Junior Flames nie ganz davonziehen, im Gegenteil. Zwei weitere Tore in den Schlussminuten und gleichzeitig kein weiteres Gegentor machten die Aufholjagd mit dem Resultat 31:31 perfekt. 

PSV Recklinghausen - TV Aldekerk - 34:27 (14:11) 

In der Vorsaison wäre das Duell des TV Aldekerk beim PSV Recklinghausen wohl eine klare Nummer gewesen. Der Polizeisportverein galt als offensives Powerhouse der Liga und beim TV Aldekerk beschäftigte man sich über weite Strecken der Saison nur mit dem Abstieg. Aber - was interessiert die Statistik der Vorsaison, nach etwas mehr als acht Minuten führte der TV A beim PSV mit 5:4. Mehr noch - in der 18. Minute waren es beim 10:8 sogar kurz zwei Tore, die Aldekerk von einem Auftaktsieg träumen ließen. Der PSV fand jedoch zur rechten Zeit zurück in die Partie, direkt nach dem 8:10 zogen die Vorjahres-Vizemeisterinnen auf 13:10 davon. Beim 14:11 wurden dann die Seiten getauscht. Im zweiten Durchgang überraschte der TV Aldekerk nicht weiter, wobei auch der PSV schlichtweg zurück zum eigenen starken Offensivspiel fand. In lediglich drei Minuten stand es 18:12, nach zehn Minuten im zweiten Durchgang dann bereits 22:15. Wirklich verkürzen konnte Aldekerk in den ablaufenden 20 Minuten nicht erneut, wobei in der 53. Minuten beim 27:23 der Rückstand zumindest auf vier Treffer geschmolzen war. In der 57. Minute verkürzte Emma Molderings auf noch 29:26 und daher drei Tore, jedoch war die Aufholjagd nicht mehr als ein ergebnisloses Aufbäumen. In den Schlussminuten zog der PSV abermals an und erhöhte auf 34:27. 

Text: Felix Maier | Foto: Gabi Müller

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