Münster gewinnt nach 14:22-Pausen-Rückstand
B-Jugend-Bundesliga männlich: Das passierte am Wochenende
Staffel 1:
HC Empor Rostock – VfL Lübeck-Schwartau 28:27 (13:10)
HC Hamburg – MTV Lübeck 31:29 (16:13)
Mit zwei knappen Heimsiegen behielten die Mannschaften aus Rostock und Hamburg am Samstag die Oberhand. „Das Quäntchen Glück befand sich auf unserer Seite", freut sich Rostocks neue Trainerin Christin Witte über den erfolgreichen Auftakt ihres Teams. Drei Sekunden vor Schluss erzielte Simon Korf den entscheidenden Treffer. Dem VfL blieb nicht mehr genügend Zeit für einen Gegenangriff. Mit guter Abwehr- und Torhüterleistung von Paul Wylenga gab Empor zunächst den Takt vor (6:1), aber danach bewegte sich beide Teams lange Zeit auf Augenhöhe. Beim 7:9 hatte Schwartau das Blatt gewendet (23.), zur Pause führte der HCE wieder. Durch die frühe Disqualifikation gegen Preben Wolf stand Witte eine Wechseloption weniger zur Verfügung. Einen kleinen, aber feinen Unterschied machte aus, dass bei Rostock der Angriff in unterschiedlichen Konstellationen gut funktionierte. Schwartaus Coach Benedikt Köhler fand, dass ein Unentschieden verdient gewesen wäre. Vor allem, weil sich der VfL stark zurückkämpfte. „Durch das Gegentor fast in letzter Sekunde tut das Ergebnis weh. Unser Problem war, dass wir gegen den starken Rostocker Torwart zu viele Chancen vergeben haben."
Auch in Hamburg fiel die Entscheidung erst in der Crunchtime. Drei Minuten vor Schluss hatte Lübeck zum 27:27 ausgeglichen, aber etwas mehr Coolness sprach in der Endabrechnung für den HC. Beim intensiven Saisonauftakt spielten die Einheimischen in der ersten Halbzeit vernünftig, verpassten es durch technische Fehler jedoch, sich abzusetzen. Der elffache Torschütze Janns Asbar und Torhüter Leif Sponholz zählten zu den ausschlaggebenden Faktoren. „Auch wenn das Ergebnis knapp war, haben wir insgesamt verdient gewonnen", ordnete Hamburgs Trainer Johannes Krüger das Resultat ein.
Staffel 2:
HSG Schaumburg-Nord – HC Bremen 31:31 (13:19)
TSV Burgdorf – ATSV Habenhausen 47:27 (22:8)
VfL Horneburg – TV Bissendorf 40:39 (22:18)
Erstes Bundesliga-Spiel in der Historie der HSG Schaumburg-Nord, und direkt ein Punkt - „das war ein Riesen-Erlebnis für die Jungs vor einer coolen Kulisse", freute sich Trainer Max Gutzeit mit seiner Mannschaft. Vor rund 250 Zuschauern machte sich das anfängliche Lampenfieber bei den Gästen bemerkbar. Sie agierten teilweise zu forsch, wollten etwas zu viel und rannten zu wild nach vorn. „Deshalb sind wir ein paar Mal überlaufen worden und lagen zur Halbzeit verdient mit sechs Toren zurück", sagte Gutzeit. Mit besserer taktischer Disziplin und kompakterer Abwehr holte der Qualifikant Tor um Tor auf und glich durch Anton Engel genau zum richtigen Zeitpunkt in der Schlussminute aus. Fünf Minuten zuvor hatte Bremen noch mit 31:26 in Führung gelegen. HCB-Coach Tizian von Lien ärgerte sich, dass dieser Vorteil noch hergegeben wurde. Die Gäste spielten lange Zeit souverän und hatten in Niklas Pahler einen Mittelmann, der viele Eins-gegen-Eins-Situationen für sich entschied und die Halbpositionen geschickt in Szene setzte. „In der zweiten Halbzeit haben wir Schaumburg trotz einiger Unterzahlsituationen lange auf Distanz gehalten, leider gelang uns in den letzten Minuten dann kein Tor mehr", beschrieb von Lien, wie das Remis zu Stande kam.
Einen dominanten Heimsieg feierte der TSV Burgdorf. Unter anderem zwölf Tore von Neuzugang Lukas Hertzberg gelangen im Heimspiel gegen Habenhausen. „Wir haben in der Abwehr eine kompakte Helferkette gestellt, sodass wir ins Tempospiel gekommen sind und uns abgesetzt haben", schilderte TSV-Trainer Michel Sperling. In der zweiten Hälfte verteidigten die „Jungrecken" nicht mehr ganz so kompakt, blieben aber unangefochten der Dominator des Spiels. ATSV-Coach Irek Faciejew erklärte das deutliche Ergebnis so: „Nach zehn Minuten haben wir technische Fehler gemacht und das Tor nicht mehr getroffen. In den letzten zehn Minuten haben wir den Ball nochmal gut laufen lassen."
Auch der VfL Horneburg knackte in eigner Halle die 40-Tore-Marke. Von 60 freien Würfen aufs Tor saßen zwei Drittel. 15 Versuche wurden die Beute des guten Schlussmanns Nils Vogt-Rohlf. Das reichte knapp für den Heimsieg gegen den TV Bissendorf-Holte. „Das war eine defensive Nicht-Leistung von uns", monierte TVBH-Trainer Benedikt Niemann. Die Gäste fanden keine Intensität in den Zweikämpfen und kamen kaum einmal in den Körperkontakt. So hatte der VfL-Angriff leichtes Spiel. Aber auch Bissendorf hatte Schwächen in der Deckung der Einheimischen ausgemacht, auf die man immer wieder Toni Hannemann losließ. Er erzielte sage und schreibe 22 Tore. „Unser Angriff war in Ordnung, und mit 39 Toren können wir leben, wobei wir kaum ins Tempospiel gekommen sind", analysierte Niemann.
Staffel 3:
HSG Lemgo – HBV Jena 33:22 (11:10)
GWD Minden – SC Magdeburg 25:36 (13:18)
JSG Melsungen/Körle/Guxhagen – MTV Braunschweig 39:33 (17:17)
Mit einer soliden Leistung ist der SC Magdeburg in Minden in die Saison gestartet. Trainer Pasqual Tovornik konnte die Einsatzzeiten gleichmäßig verteilen und probierte einige Spiler auf ungewohnten Position aus. „Über weite Strecken des Spiels wurden wir nicht nervös. Sicherlich war eine gewisse Anfangsnervosität zu spüren, diese wurde aber schnell in Zuversicht und überzeugende Aktionen in Abwehr wie Angriff umgewandelt", sagte er. Auf der Gegenseite sah Mindens neuer Coach Lasse Franz zunächst noch eine GWD-Leistung, wie er sie sich kaum besser hätte wünschen können. „Wir haben unseren Plan perfekt eingehalten und unsere Sachen auf den Punkt gespielt", sagte er zur 5:1-Führung. Eine Mischung aus technischen Fehler, Ängstlichkeit und Unentschlossenheit führte zu einem 0:6-Lauf. Magdeburg war im Spiel angekommen. „Sie haben jeden Fehler ausgenutzt und konnten von der Bank mehr Qualität nachschieben", machte er den Unterschied aus. Das Ergebnis hätte in seinen Augen um vier, fünf Tore knapper ausfallen können.
Erst in der zweiten Halbzeit machte es die HSG Lemgo gegen die Gäste aus Jena deutlich. Nach der fehlerbehafteten ersten Halbzeit beriefen sich die Ostwestfalen auf ihre Stärken. „Unsere Abwehr wurde griffiger, wir haben mehr Zielstrebigkeit an den Tag gelegt und den Ball besser laufen lassen", führte Trainer Lars Bakker an, wie aus dem 11:10-Vorsprung zur Pause ein 33:22-Sieg wurde. Im deutlichen Ergebnis spiegelten sich auch die Ausfälle von vier Jenaer Stammspielern wider. „Ohne etatmäßigen Kreisläufer bei uns erwies sich Lemgo auswärts als eine zu hohe Hürde. Dabei lieferten auch Spieler des jüngeren Jahrgangs positive Aktionen. Insgesamt lässt das Spiel auf zukünftige Fortschritte in der Entwicklung hoffen", so Gästetrainer Felix Eckert.
Die JSG Melsungen/Körle/Guxhagen hatte im Vergleich zum MTV Braunschweig den längeren Atem. Beim Stand von 21:24 zu Gunsten der Niedersachsen hatten diese in der 38. Minute noch alle Optionen und Trümpfe in der Hand. Dann riss jedoch der Faden. In acht Minuten drehten die Nordhessen mit einem 6:0-Lauf das Ergebnis und spielten das Momentum bis zum Ende aus. Die Braunschweiger nahmen mit, über 40 Minuten ein Spiel auf Augenhöhe gestaltet und den Gegner mit einer guten und konzentrierten Abwehr immer wieder vor Herausforderungen gestellt zu haben. „Einige Stellschrauben sind noch zu drehen, aber die Richtung stimmt", resümierte MTV-Coach Udo Falkenroth.
Staffel 4:
SC DHfK Leipzig – SG NARVA Berlin 48:39 (25:17)
Dessau-Roßlauer HV – 1. VfL Potsdam 26:36 (11:19)
Füchse Berlin – HC Elbflorenz 44:33 (23:15)
Uwe Kalski hatte vor der Auswärtsaufgabe in der Dessauer Bundesliga-Halle schon etwas Respekt. Er weiß, dass dort die hitzige Atmosphäre eine Rolle spielen kann, gleichzeitig fehlten wichtige Spieler verletzungsbedingt. Umso zufriedener zeigte sich Potsdams Trainer mit dem deutlichen Auswärtssieg. „Wir haben von Anfang an gezeigt, wer der Herr auf der Platte ist. Unsere Abwehr hat kämpferisch agiert und im Angriff haben wir gute Lösungen gefunden. Leider waren aber auch ein paar Flüchtigkeitsfehler zu viel dabei", fasste Kalski zusammen. Torwart Raphael Dähn bereitet dem DRHV genauso Probleme wie Reece Jones mit sieben Treffern. Ein besonderes Spiel war es für Potsdams Matteo Prokop der gegen seinen Ex-Verein auflief und mit sechs Toren nicht geizte. Das Torefeuerwerk des 1. Spieltags brannten Leipzig und die SG NARVA Berlin ab. Mit 39 Auswärtstoren gewinnt man auswärts in der Regel, aber die Sachsen waren mit 48 Würfen ins Netz im Abschluss außergewöhnlich gut. „Wir haben von unserem guten Beginn mit der 7:1-Führung profitiert, als wir aus einer aggressiven Deckung heraus ins Tempospiel kamen", erklärte SC-Trainer Jonas Höhnicke. Danach konzentrierten sich die Leipziger fast nur noch auf die Attacke nach vorn. „Es spricht für unsere Athletik, dass wir das Tempo 60 Minuten lang durchgehalten haben, aber wir haben auch bei jedem Angriff von NARVA eine Chance zugelassen. So kommt dieses hohe Ergebnis mit 87 Toren zu Stand", fuhr Höhnicke fort.
Auch im dritten Spiel gab es einen Favoritensieg. Nur in den Anfangsminuten hatten die Füchse Berlin gegen den HC Elbflorenz mit der für ein erstes Saisonspiel nicht untypischen Nervosität zu kämpfen. Als diese abgelegt war, spielten die Füchse ihre Qualität aus. Sowohl mit Kreisläufer als auch mit vier Rückraumspielern fanden die Hauptstädter ihre Wege zum Erfolg. „Wir haben einige Trainingsinhalte gut umgesetzt. Mit dem Angriff können wir zufrieden sein, in der Defensive hat uns Elbflorenz noch ein paar Problemfelder aufgezeigt", sagte Füchse-Coach Fabian Ludwig, der ausdrücklich auch die Leistung der Dresdener hervorhob. Diese Einschätzung teilte HCE-Coach Daniel Grieve: „Wir haben offensiv ein gutes Spiel gemacht und Berlin vor allem mit unserem Kreisläuferspiel vor Probleme gestellt. Berlin gewinnt das Spiel über seine 3:3-Deckung sowie konstantere und reifere Leistung über die ganze Spielzeit verdient."
Staffel 5:
HSG Dutenhofen/Münchholzhausen – JSG Köln 33:34 (12:18)
VfL Gummersbach – TuSEM Essen 39:30 (22:14)
Bergischer HC – TSV Bayer Dormagen 40:31 (19:14)
Krankheitsbedingt mussten die Kölner auf gleich sieben Spieler verzichten. „Dafür war unsere Leistung überragend. Das haben alle super gemacht", lobte Trainer Dustin Thöne, die Spieler, die in die Bresche sprangen, und das mannschaftliche Kollektiv. Mit der personellen Situation zu erklären ist aber auch, dass von der 18:12-Pausenführung am Ende nicht mehr viel übrig blieb, weil die Kräfte nachließen. Trotzdem warfen die Rheinländer alles rein und verdienten sich den knappen Sieg beim Wetzlarer Nachwuchs. Die Mittelhessen Youngsters kämpfen sich zweimal nach Sechs-Tore-Rückständen zurück, hätten in der Endphase in Überzahl sogar auf drei Tore davonziehen können, scheiterten aber einmal an Latte und Pfosten. Das Glück befand sich wahrlich nicht auf Seiten der Gastgeber – auch in den letzten Szenen des Spiels. Beim Versuch, aus dem Unentschieden noch einen Sieg zu machen, brachte ein Fehlpass die Kölner noch einmal in den Angriff, und deren letzter abgefälschter Freiwurf trudelte ins Tor. „Unglücklicher kannst du einen Saisonauftakt nicht verlieren", sagte HSG-Trainer Jan Sommerfeld.
In den beiden Spitzenspielen behielten die Heimmannschaften deutlich die Oberhand. Dass am Ende neun Tore Unterschied, war nicht unbedingt zu erwarten. Gummersbach und Essen tasteten sich in der Anfangsphase noch ab. Dann setzte der VfL in der Deckung ein Ausrufezeichen, „Unsere 6:0-Deckung stand sehr kompakt und dadurch sind wir richtig ins Tempospiel gekommen", schilderte Gummersbachs Trainer Maciej Dmytruszynski. Sowohl über erste und zweite Welle als auch aus dem Positionsangriff heraus begeisterte der VfL. „Unser Matchplan war heute klar: gute, kompakte Abwehr und daraus konsequent ins Tempospiel kommen. Das haben die Jungs richtig gut umgesetzt", so der Coach der Gastgeber, der vor allem die 6:0-Abwehr lobte, die trotz eines komplett neuen Innenblocks schon sehr gut funktionierte. In der zweiten Halbzeit nahm Dmytruszynski viele Wechsel vor. Auch die Jungs von der Bank hielten das Niveau aufrecht. Viktor Dziabel, der neue Verantwortlichen auf der Essener Bank sah die Ursache für die Unterlegenheit im Angriff: „Wir hatten mit der physischen Gummersbacher Abwehr unsere Probleme."
Dormagen versuchte es mit allen möglichen Deckungsvarianten: Manndeckung, doppelte Manndeckung, 3:3-Abwehr – auf alles hatte der Bergische HC eine Antwort. „Egal, was kam: Wir haben die Ruhe bewahrt. Die Mannschaft hat eine sehr reife Leistung gezeigt, eine gute Einstellung und taktische Disziplin. Das macht Bock auf mehr", war BHC-Coach Karsten Wefers angetan vom Saisonstart.
Staffel 6:
TSV Pfungstadt – HLZ Friesenheim-Hochdorf 29:33 (12:19)
SG Zweibrücken – TV Großwallstadt 32:31 (18:13)
HSG Rodgau Nieder-Roden – TSG Münster 28:30 (22:14)
Bundesliga-Neuling Zweibrücken machte es gegen Großwallstadt besonders spannend. Zwölf Tore erzielte Alexander Möller für den Qualifikanten, unter anderem den spielentscheidenden zum 32:31-Sieg. Die Begegnung bot nicht nur Spannung bis zuletzt, sondern auch ein gutes B-Jugend-Niveau. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Auftritt und dem Ergebnis", sagte SG-Trainer Stefan Bullacher. Trotz des engen Abstands auf der Anzeigetafel, lagen die Einheimischen in den 60 Minuten zu keinem Zeitpunkt im Hintertreffen.
Die zweite rheinland-pfälzische Mannschaft in Staffel 6 startete in Pfungstadt siegreich. Mit seinem erfolgreichen Tempospiel und offensiver Deckung entführte das HLZ Friesenheim-Hochdorf die Punkte aus Südhessen. „Wir hatten gegen die Abwehr keine Lösungen. In der zweiten Halbzeit haben wir uns kämpferisch gesteigert, aber es reichte leider nicht mehr", so Pfungstadts Lukas Huberty. Insgesamt war die Fehleranzahl beim TSV zu hoch. Dass man in der Schlussviertelstunde acht Tore aufholte, spricht für die Einstellung der Mannschaft.
Die Aufholjagd schlechthin am ersten Jugend-Bundesliga-Wochenende der Saison gehört der TSG Münster. In der ersten Halbzeit deutete alles auf einen Nieder-Rodener Sieg hin. Die HSG verteidigte aggressiv, trug ihr Angriffsspiel druckvoll vor und führte nach 30 Minuten mit 22:14. „Nieder-Roden hat uns da eigentlich schon den Stecker gezogen", kommentierte TSG-Trainer Jonte Flach. Mit einer Verletzung im Team der „Baggerseepiraten" kam ein Bruch in deren Spiel. „Wir haben den Faden verloren und offensiv ohne Zug gespielt", sagte Trainer Lennart Jackl. Münster gab nie auf, verteidigte in der zweiten Halbzeit besser im Eins-gegen-Eins und gegen den Nieder-Rodener Kreisläufer. Offensiv kam die rechte Angriffsseite mit Luuk Seibert (11/3 Tore) auf. „Wir haben uns in einen Rausch gespielt, der bis zum Ende anhielt", freute sich Trainer Flach über das Comeback.
Staffel 7:
JSG Balingen-Weilstetten – Rhein-Neckar Löwen 36:31 (16:12)
SG Pforzheim/Eutingen – SG BBM Bietigheim 28:29 (15:17)
„Dass wir heute gewonnen haben, war kein Zufall", fand Balingens mächtig stolzer Trainer Tobias Thumm. Die „Junggallier" hatten in der Vorbereitung eifrig trainiert und richtig Gas gegeben, um rechtzeitig zum 1. Spieltag top in Form zu sein und keinen Geringeren als den DM-Halbfinalisten der Vorsaison zu bezwingen. „Wir haben uns absolut verdient durchgesetzt. Ich kann nicht stolzer auf die Mannschaft sein als ich es bin", sagte Thumm zum 36:31-Heimsieg über die Rhein-Neckar Löwen. Mit dominanter Zweikampfführung, klar herausgespielten und konsequent verwerteten Torchancen sowie einem überragenden Jakob Schmid im Tor zog Balingen den Löwen den Zahn.
Auch Pforzheims Heimspiel gegen Bietigheim hatte es in sich und war nicht von schlechten Eltern. Die gut startenden Pforzheimer stellten eine aggressive 3:2:1-Abwehr, schluckten aber einige Gegentore, die nicht hätten fallen müssen. Als sich gegen Mitte der ersten Halbzeit die Fehler häuften und Pässe an den Kreis nicht ankamen, erhöhte Bietigheim zwischenzeitlich auf vier Tore. Die Minuten nach der Pause gehörten noch deutlicher der SG BBM, die zu einfachen Toren kam. „Wir haben uns durch unsichere Ballverluste und technische Fehler selbst das Leben schwer gemacht", schilderte Pforzheims verletzter Co-Kapitän Felix Dörflinger. Als die Gastgeber ab Minute 50 begannen, ihre Chancen besser zu verwerten, kämpften sie sich mit einem 5:1-Lauf wieder auf ein Unentschieden heran. „Auch in der Schlussphase haben wir noch einmal richtig stark verteidigt. Umso bitterer war es, dass wir dann mit der letzten Aktion durch einen Wurf über den Block das entscheidende Gegentor kassiert haben. Bitterer hätte die Niederlage nach dieser starken Aufholjagd kaum laufen können", beschrieb Dörflinger. Diesen Buzzer-Beater erzielte Nicola Hack für die Gäste. „Wir haben heute eine gute Leistung mit unserer 5:1-Deckung und im Tor gezeigt. Der Angriff war noch etwas nervös", fasste Bietigheims Trainer Fabian Wiederstein zusammen.
Staffel 8:
HT München – TSV Ottobeuren 24:36 (12:17)
JANO Filder – TSV Allach 36:28 (18:14)
VfL Günzburg – Frischauf Göppingen 31:41 (13:22)
Von dieser lautstarken Atmosphäre zeigten sich die Bundesliga-Novizen aus Ottobeuren nur in den ersten 20 Minuten ein wenig beeindruckt. Je länger die Partie dauerte, desto mehr übernahmen die Gäste die Rolle des Stimmungsmachers. Durch eine Münchener Schwächephase und effektives TSV-Umschalten verschaffte sich die Mannschaft von Herbert Tschugg eine Fünf-Tore-Führung nach 30 Minuten. „Nach dem Seitenwechsel hielten wir den Abstand zunächst konstant, ehe wir im Angriff für einige Minuten völlig den Faden verloren, was in zahlreichen Ballverlusten endete. Der daraus entstandene 0:6-Lauf in nur 3 Minuten führte dann zu einem am Ende überdeutlichen Resultat", schilderte HT-Coach Yannik Ritter. Ottobeurens Abwehr generierte Ballgewinne, leitete Gegenstöße ein und so hatte der TSV um den zehnfachen Torschützen Philip Schneider (10/3) leichtes Spiel, klar zu gewinnen.
Mit dem VfL Günzburg mischt in Staffel 8 neben Ottobeuren ein zweiter Neuling in der Bundesliga mit, und bei dem herrschte am 1. Spieltag gegen Göppingen großer Bahnhof. 700 Zuschauer in der Halle und eine Cheerleader-Gruppe peitschte den VfL nach vorn. Günzburg gestaltete das Spiel unter anderem mit seinem starken Duo Paul Antony (13 Tore) und Mateo Christl (10) bis zum 8:8 (15.) offen. Danach spielte Frischauf seine Erfahrung aus und setzte sich bis zur Pause auf 22:14 ab. „Gegen starke Göppinger konnten wir unser Spielsystem leider nicht so durchsetzen wie gewünscht. Wir haben uns in jeder Hinsicht als guter Gastgeber erwiesen", sagte Trainer Stephan Hofmeister. „Vor dem ersten Spiel weiß man nie so richtig, wo man steht. Heute hat unsere Mannschaft richtig überzeugt und gut gespielt", freute sich Göppingens Coach Tobias Dürler. Durch die Bank präsentierten sich die Gäste in starker Frühform. Sei es Torwart Jonas Ebner oder Jonathan Härtsfelder mit seinen Schlagwürfen. An die gutklassige Partie passten sich auch die Schiedsrichter Samuel Henrich und Vincent Plötz mit einer sehr guten Spielleitung an.
Der einzige Heimsieg des Wochenendes im Süden gelang JANO Filder mit dem 36:28-Sieg gegen den TSV Allach. „Es war ein schwerer Auftakt", fand JANO-Coach Jan de Bellis. Die Hausherren taten sich gegen die motivierte und resolute Münchner Abwehr lange schwer und konnten ihr Potenzial erst in Halbzeit zwei wirklich abrufen. „Dennoch ließen wir weiterhin zu viele freie Abschlüsse liegen", bemängelte de Bellis.
Text: René Weiß | Foto: Matthias Krumrey
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