SCM stellt sich auf Körperlichkeit ein und gewinnt
1. A-Jugend-Bundesliga männlich: Das passierte am Wochenende
Staffel Nord
THW Kiel – VfL Eintracht Hagen 44:24 (23:15)
Unter der Woche hatte der deutsche Vizemeister aus dem hohen Norden aufgrund von Krankheitsfällen nur eingeschränkt und mit kleinem Kader trainieren können. Aber rechtzeitig zum ersten Saisonspiel in eigener Halle gestaltete sich die personelle Situation bei den „Zebras" wieder deutlich besser. So hatte der Favorit mit den U18-Europameistern Claudius Beuthner, Vincent Faciejew und Julius Eisend keine Mühe mit den Gästen aus Westfalen. Der VfL kämpfte sich nach der Kieler 9:3-Führung zwar heran, und blieb bis zum 12:14 (22.) auf Tuchfühlung, verfiel dann aber in alte Muster. „Wir wurden zu undiszipliniert, was zu vielen Ballverlusten führte. Und dann hagelt es in Kiel eben Tempogegenstöße", schilderte Hagens Trainer Jan-Lars Gaubatz, wie sein Team im zweiten Abschnitt von minus 8 auf minus 20 zurückfiel.
SG Flensburg-Handewitt – SC Magdeburg 27:33 (14:17)
Die Gastgeber setzten in der Anfangsphase mit ihrer Intensität und Körperlichkeit einige Duftmarken. Daran musste sich der SCM erst einmal gewöhnen, sodass die Partie trotz des frühen 10:4 für den Titelverteidiger bis nach zwei Dritteln der Spielzeit offen blieb. „In der zweiten Halbzeit haben wir Hamburgs siebten Feldspieler besser verteidigt, indem die Helfersituationen in der Deckung besser funktionierten. Im Angriff sind wir zudem besser aus der Bewegung gekommen", erklärte Magdeburgs neuer Trainer Thomas Kölblin, wie sich die Sachsen-Anhalter steigerten. Mit jeweils sechs Feldtoren stachen beim SCM Lewin Grub (7/1) und Elvis Kretzschmar (6) heraus, Mats Brigzinsky (7/5) war ein sicherer Siebenmeterschütze. Die Flensburger konnten sich auf Constantin Minnings Abschlüsse verlassen (9/5).
HC Hamburg – Füchse Berlin 33:33 (17:17)
„Das war ein sehr gutes, intensives erstes Saisonspiel", fasste Hamburgs Trainer Sven Rusbült zusammen. Dass sein Team gegen die starken Berliner einen Zähler zu Hause behielt, freute ihn dabei umso mehr. Es wäre sogar mehr drin gewesen: „In der zweiten Halbzeit hatten wir das Momentum auf unserer Seite, aber leider konnten wir uns nicht klarer absetzen." Immer wieder egalisierten die Füchse, die nach dem Seitenwechsel nur beim 32:33 noch einmal in Führung lagen, das Ergebnis. Diese Aufgabe hatte in der Endphase dann jedoch Sven Rusbülts Team nach langer Zeit wieder: Luka Lackovic tat’s zum 33:33-Endstand. Hamburg erreichte das Remis in einer ausgeglichenen Begegnung mit einer variablen Deckungsarbeit, einer guten Torwartleistung von Paul Biermann und unter anderem 15 Toren (davon 5 Siebenmeter) durch Jaron Unbehaun. Füchse-Coach erkannte beim Gegner „eine sehr gute Leistung" und sah im eigenen Team noch einige Abwehrprobleme. „Da waren wir noch nicht bei 100 Prozent."
1. VfL Potsdam – TuSEM Essen 38:36 (19:18)
Mit offenem Visier agierten beide Mannschaften, was die Freunde des Offensivhandballs auf ihre Kosten kommen ließ. In der Qualifikation noch deutlich unterlegen, riss der VfL das Spiel diesmal auf seine Seite. „Es war eine hart umkämpfte Partie, die wir ab der 50. Minuten entscheidend für uns gestalten konnten", sagte Potsdams Trainer Alexander Haase. Die Gastgeber hatten zwischenzeitlich schon mit fünf Toren Unterschied in Führung gelegen (25:20, 29:24), holten Essen durch Nachlässigkeiten aber noch einmal ins Spiel zurück. Die Vorteile in den Schlussminuten gaben schließlich den Ausschlag für die Potsdamer, bei denen Oscar Schley (12/5), Willem Rentsch und Alexander Bleiche (beide 8) gut in Schuss waren.
TV Bissendorf-Holte – TSV Burgdorf 34:44 (16:23)
Kaum zu bremsen war für die Gastgeber der Burgdorfer Offensivdrang in den ersten 20 Minuten. Zu diesem Zeitpunkt führten die „Jungrecken" bereits mit 21:10. „Die Anfangsphase war von uns überhaupt nicht gut", brachte es TV-Trainer Julian Vodde auf den Punkt. Der TSV kam durch das anfällige Zentrum immer wieder zu Durchbrüchen und Toren. Außerdem bemängelte Vodde die schwache Wurfquote und die Auswahl der Abschlüsse. Ab Minute 20 steigerten sich die Gastgeber deutlich. Im Gegenzug baute der Favorit mit der Konzentration ab. „Bis zum 20:9 haben wir sehr vernünftig gespielt. Dann haben wir Bissendorf ins Spil zurückgeholt", kommentierte Gästetrainer Sven Hylmar. Dieses „Zurückholen" äußerte sich insofern, dass die Hausherren den Rückstand bis auf vier Tore verkürzten (23:27). In einer TSV-Auszeit mobilisierte Hylmar wieder den Fokus, sodass der Unterschied wieder wuchs. Beide Seiten standen viel in Über- und Unterzahl auf dem Feld: Es hagelte 15 Zeitstrafen plus eine Rote Karte gegen Bissendorfs Benedict Berger.
Staffel Süd
SC DHfK Leipzig – JANO Filder 32:29 (12:18)
Eine starke Aufholjagd in der zweiten Halbzeit ermöglichte dem SC DHfK Leipzig einen Auftaktsieg in der neuen Saison. Mit neun Treffern Differenz entschieden die Sachsen die zweiten 30 Minuten für sich. „Wir haben eine große Kampfstärke auf die Platte gebracht und uns von dem Rückstand nicht unterkriegen lassen", freute sich Trainer Matthias Albrecht. Das Kräfteverhältnis in diesem Spitzenspiel kippte in der Pause. Zunächst stellte JANO eine gute Abwehr in Kombination mit dem stark aufgelegten Lukas Ruis im Tor. „Auch im Angriff haben wir gute Lösungen gehabt. Dadurch konnten wir uns nach und nach absetzen und sind verdient mit 18:12 in die Pause gegangen", sagte Alexander Adam aus dem Filder-Trainerteam. Nach dem Kabinengang mussten er und seine Trainerkollegen Magnus Gründig und Jens Geiselhart mit ansehen, wie Leipzig mit einem 3:0-Lauf ins Spiel zurückfand. „Im Verlauf der Partie haben wir dann immer mehr Körner gelassen. Wir waren zwar bis kurz vor Ende dran, konnten das Spiel aber nicht mehr auf unsere Seite holen. Insgesamt eine bittere Niederlage, da mehr drin war", fasste Adam zusammen.
TSV Bayer Dormagen – DJK Sportfreunde Budenheim 38:33 (15:17)
Erstliga-Aufsteiger Budenheim stellte im Rheinland seine Erstliga-Tauglichkeit unter Beweis. „Es war das erwartet schwere Spiel mit einem Abnutzungskampf in vielen Eins-gegen-Eins-Aktionen. Diesen Kampf hat die Mannschaft super angenommen", lobte Sportfreunde-Trainer Kai Schiebeler. Dank dieser Qualitäten führte der Underdog zur Pause sogar. Aus der kehrte Dormagen erstarkt zurück. Hatten die Gäste zuvor größtenteils in Front gelegten, so wendete sich das Blatt mit der Unterbrechung. „Wir haben es geschafft, gute Anpassungen vorzunehmen und unsere Sachen umzusetzen", sagte TSV-Trainer André Nicklaus zur Ergebniswende. Vier Tore am Stück verschafften Dormagen einen Vorteil, den sich Bayer nicht mehr abgaben. „Mit etwas mehr Matchglück wäre für uns sogar heute sogar etwas drin gewesen", fand Schiebeler.
HC Erlangen – VfL Gummersbach 41:30 (21:16)
Phasenweise begegnete Gummersbach den Franken auf Augenhöhe, aber über 60 Minuten gesehen, hatten die Gastgeber eine bessere Physis, mehr Erfahrung und ihre Stärke im Tempospiel zu bieten. „Zu Beginn des Spiels hatten wir Schwierigkeiten, was sich in vielen technischen Fehlern äußerte", erklärte VfL-Trainer Joao Caracois Erlangens Überlegenheit. Mit neuem Mut setzten die Oberbergischen das Spiel nach der Pause fort und schlossen zum 23:25 aus ihrer Sicht auf. Vier HCE-Tore am Stück entschieden das Spiel in der Sequenz danach. „Uns fehlte am Ende die Frische, was wieder zu vermehrten Fehlern führte. In diesem Bereich hatte Erlangen Vorteile", schilderte Caracois. Zufrieden zeigte er sich hingegen mit dem Positionsspiel seiner Mannschaft, die im sechs gegen sechs einen guten Eindruck hinterließ. Erlangens Tristan Staat sagte nach seinem ersten Pflichtspiel als HCE-Trainer: „Wir haben einen ordentlichen Job gemacht. Unsere Abwehr hat mit vielen Fouls den Gummersbacher Angriff unterbrochen und sie vor Probleme gestellt. Mit unseren einfachen Toren aus dem Tempo heraus haben wir uns auch aus zwei etwas kribbeligen Phasen gut befreit."
JSG Balingen-Weilstetten – FRISCH AUF! Göppingen 30:40 (10:13)
Zu wenig Konstanz zeigten die Balinger in ihrem Spiel – vor allem bei der Chancenverwertung. Diese machte der neue Trainer Adrian Fuladdjusch als großes, entscheidendes Manko aus. Die JSG legte bis zur 15. Minute eine 7:4-Führung vor, die Göppingen im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit drehte. Ein 5:0-Lauf für Frischauf rund um die Halbzeitpause veranlasste Fuladdjusch in der 34. Minute dazu, eine Auszeit zu nehmen. Danach rappelten sich die „Junggallier" auf, sie verkürzten zum 14:16. „Aber dann hatten wir wieder Probleme mit unserer Chancenverwertung", fühlte sich der aus Buxtehude gekommene Coach an die Phase vor der Auszeit erinnert.
Text & Foto: René Weiß
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