Kölblin: "Magdeburg ist für mich der nächste Schritt"
1. A-Jugend-Bundesliga männlich: Das steht am Wochenende an
Staffel Nord
Im Blickpunkt:
SC Magdeburg – THW Kiel (Sonntag, 15 Uhr)
Vor gut vier Monaten boten die A-Jugenden aus Magdeburg und Kiel im Rückspiel um die deutsche Meisterschaft in der GETEC-Arena beste Werbung für den Jugendhandball mit dem besseren Ende für die Sachsen-Anhalter. Bereits am 2. Spieltag der neuen Runde kommt es zum Wiedersehen derjenigen, die sich damals im jüngeren A-Jugend-Jahrgang befanden oder aus der B-Jugend aufgerückt waren. „Wir wollen das Thema mit der Neuauflage des Finales nicht überbewerten und bereiten uns auf das Spiel vor wie auf jedes andere auch", sagt Magdeburgs Trainer Thomas Kölblin. Ein paar Eckpfeiler des Finales werden nicht mehr dabei sein. Bei Kiel zum Beispiel Rasmus Ankermann und Johan Rohwer, auf Magdeburger Seite Tim Thielicke und Malte Elze, die inzwischen fest zum Profikader zählen. „Für uns steht die Entwicklung der jungen Spieler an erster Stelle. Wir wollen sie für die absolute Spitze ausbilden. Es ist cool, wenn wir Jugendspieler beim Champions-League-Sieger unterbekommen", freut sich Kölblin über den Karrieresprung der beiden. Für den Trainer ist der Wechsel nach Magdeburg nach vier Jahren in Leipzig der nächste Schritt in ein neues Umfeld. „Ich freue mich darauf, mich in einem noch professionelleren Umfeld beweisen und weiter dazulernen zu können. Verein, Kollegen und Mannschaft haben mich sehr gut aufgenommen", berichtet der Nachfolger von Aaron Hahn. Der Trainingsalltag ist eng verzahnt. Die Magdeburger Drittliga-Mannschaft und die A-Jugend trainieren viel gemeinsam, weil es im Kader einige Überschneidungen gibt. Das gilt ebenfalls nach unten. Aus der B-Jugend sind Lewin Grub und Anton Riek auch für die U19 vorgesehen.
Füchse Berlin – 1. VfL Potsdam (Samstag, 15.45 Uhr)
Sven Suton hat in der Handballwelt schon einiges gesehen, er ist viel herumgekommen. Seit dieser Saison ist der jüngere Bruder von Bundesliga-Profi Tim Suton der unter anderen in Griechenland, den Niederlanden und Frankreich gespielt hat. Seit dieser Saison trainiert der ehemalige bosnische Jugend-Nationalspieler die A-Jugend der Füchse Berlin. Er ist beeindruckt von seiner neuen Heimat. „Diese Strukturen von der 1. Mannschaft bis in die Jugend gibt es sonst nicht noch einmal. Bob Hanning hat hier etwas Einzigartiges geschaffen", sagt der 33-Jährige. Zu diesen Strukturen zählt auch die erfolgreiche Kooperation mit dem 1. VfL Potsdam, dem Gegner am Samstagnachmittag in eigener Halle. „Potsdam wird uns alles abverlangen. Sie haben auf allen Positionen super Jungs", lobt Suton den Gegner. Aber daran mangelt es natürlich auch den Füchsen nicht. Ein paar Verletzte stehen derzeit noch in der Warteschlange, aber auch die zahlreichen Spieler aus dem Jungjahrgang, bringen eine besondere Qualität mit. Sie gewannen in der Vorsaison immerhin die deutsche B-Jugend-Meisterschaft. Da kam auch der VfL richtig weit, scheiterte aufgrund der Auswärtstorregel im Viertelfinale ganz knapp an den Rhein-Neckar Löwen. „Wir haben gegen Essen zum Auftakt einen wichtigen Sieg gelandet und schauen jetzt positiv nach vorn", erklärt Potsdams Trainer Alexander Haase. „Auch wenn Berlin nicht in Bestbesetzung spielen kann, sind sie sicherlich nicht der Außenseiter. Wir werden versuchen, die Füchse zu ärgern und im Idealfall Punkte abzunehmen."
Außerdem spielen:
VfL Eintracht Hagen – TV Bissendorf-Holte (Sonntag, 15 Uhr)
TSV Burgdorf – HC Hamburg (Sonntag, 16 Uhr)
Es ging um Aufbauarbeit, die richtige Einordnung im starken Erstliga-Feld und das Aufarbeiten des Saisonauftakts. „Die Jungs dürfen nicht denken, dass Hopfen und Malz verloren ist. Wir müssen unsere Rolle in der Liga realistisch einschätzen. Wir hatten zum Auftakt mit Burgdorf eine der stärksten Mannschaften der Liga und fahren jetzt mit freien Köpfen und frischem Elan in der Hoffnung nach Hagen, die ersten Punkte in der 1. Bundesliga zu holen", sagt Bissendorfs Trainer Julian Vodde. Auch wenn Burgdorf Neuling Bissendorf ungefährdet besiegte, freute sich Trainer Sven Hylmar fast nur über das Ergebnis, er fordert zu Hause gegen Hamburg eine Steigerung. „Wir haben nicht gut gespielt, aber gewonnen. Und das ist das Entscheidende. Hamburg ist sehr variabel, was die Abwehr angeht - von 6:0 bis 3:3. Das gilt aber auch für ihre Offensive. Es wird darauf ankommen, dass wir kompakt stehen, eine gute Rückzugsbewegung haben und auch im Angriff nicht zu statisch agieren." Die Gäste hingegen sorgten mit einem Unentschieden gegen die Füchse Berlin für Aufsehen. „Das Spiel hat Lust auf mehr gemacht", so Trainer Sven Rusbült. Mehr gibt’s am Sonntagnachmittag in einem schwierigen Auswärtsspiel. Die Partie TuSEM Essen gegen die SG Flensburg-Handewitt wurde verlegt.
Staffel Süd
Im Blickpunkt:
DJK Sportfreunde Budenheim – SC DHfK Leipzig (Samstag, 15.30 Uhr)
In der 2. Bundesliga waren die Sportfreunde Budenheim in ihrer „Grünen Hölle" eine macht. Können die Rheinhessen dort jetzt auch den großen Mannschaften das Fürchten lehren? Dort, wo sich die B-Jugend in der Saison 2024/25 ins DM-Viertelfinale kämpfte und erst an den Rhein-Neckar Löwen scheiterte. Der Großteil dieser Mannschaft greift jetzt in der 1. Liga an. „Unsere Heimspielatmosphäre beflügelt die Mannschaft", spürt Kai Schiebeler, der die Sportfreunde gemeinsam mit Fabian Vollmar trainiert. „Aber wir sind der Underdog in der Klasse und brauchen in jedem Spiel eine Leistung am Maximum, um die Spitzenteams ärgern zu können." In Dormagen gelang das eine Halbzeit lang, aber der Pausenvorsprung ging im zweiten Abschnitt verloren. Schiebeler und Vollmar hätten sich vielleicht gewünscht, dass der Saisonstart etwas später erfolgt. Beim Sauerland-Cup vor drei Wochen fehlten noch fünf Spieler. Erst seit kurzem trainiert Budenheim komplett. Max Hessinger und Henri Schleif mussten in der Vorbereitung lange pausieren. „Mit jedem Training und jedem Spiel tasten wir uns näher ans Optimum heran", beobachtet Schiebeler. Fehlen wird im ersten Heimspiel Idriss El Hammoumi der Neuzugang aus Hanau ist derzeit mit der marokkanischen Nationalmannschaft unterwegs.
Auch wenn die Leipziger noch keine direkten Vorerfahrungen mit Budenheim sammelten, weiß Trainer Matthias Albrecht aus seinen Gegneranalysen natürlich genau um die Qualitäten der Gastgeber. Da hat er einige Dinge aufzuzählen. „Budenheim ist sehr heimstark. Da können die Zuschauer einiges bewirken. Sie haben gute Torhüter, wurfgewaltige Rückraumschützen und beherrschen die Kooperationen mit dem Kreis." Nach dem überzeugenden Auftaktsieg gegen JANO Filder ist es Albrecht nicht bange. „Wir haben eine kämpferisch starke, leidenschaftliche Leistung gezeigt. Wenn wir uns darauf besinnen, kühlen Kopf bewahren, wie der eine flexible Deckung stellen und im Angriff unsere einfachen Fehler reduzieren, dann kann das ein richtig gutes Handballspiel werden."
Rhein-Neckar Löwen – TSV Bayer Dormagen (Sonntag, 18 Uhr)
Eine Frage bekam Martin Berger in der Saisonvorbereitung von seinen Trainerkollegen immer wieder gestellt: „Warum hast du so wenige Spieler?" Wenn der Coach der Rhein-Neckar Löwen sein Team dann charakterisiert, beschreibt er es gerne als: „Klein, aber fein." Aktuell sind es elf einsatzfähige Spieler, die den „Junglöwen" zur Verfügung stehen. Matteo Kalvelage fällt vorerst genauso aus wie Lui Wenzler. Nach einer langwierigen Kreuzbandverletzung kämpfte er sich stark zurück, hinterließ in der Vorbereitung einen guten Eindruck und zog sich vor einer Woche im Drittliga-Spiel der U23 einen Unterarmbruch zu. Bergers Jungs werden regelmäßig in der 3. Liga aushelfen – auch am Samstag, bevor es ein Tag später gegen Bergers Ex-Klub Dormagen geht. „Wir treffen direkt auf ein Top-Team. Mit André Nicklas sitzt wieder ein sehr guter Trainer auf der Bank. Wir müssen das auf viele Eins-gegen-Eins-Situationen ausgelegte Spiel und die Kooperationen über den Kreis kontrollieren", weiß Berger. Am „Tag der Junglöwen" standen sich beide Teams in der Vorbereitung gegenüber. Die Rheinländer gewannen mit 24:22, allerdings auch noch ohne Linkshänder Piet Hahn, der beim Auftaktsieg gegen Budenheim auftrumpfte. „Wenn wir vollzählig sind, können wir jede Mannschaft in dieser Liga schlagen. Aber die Vorbereitung hat auch gezeigt, dass es mit schwierigeren Voraussetzungen hart werden kann", verweist Berger auf das Unentschieden gegen Lemgo.
Außerdem spielen:
VfL Gummersbach – HSG Dutenhofen/Münchholzhausen (Samstag, 18 Uhr)
JANO Filder – JSG Balingen-Weilstetten (Sonntag, 17 Uhr)
Frischauf Göppingen – HC Erlangen (Sonntag, 17 Uhr)
Mit dem Einzug ins DM-Viertelfinale schafften die „Mittelhessen Youngsters" der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen in der abgelaufenen Runde eine kleine Sensation. Beim neu zusammengesetzten Team steht zunächst die Entwicklung im Vordergrund. Gegner Gummersbach hatte im Vergleich zum Wetzlarer Nachwuchs schon ein Spiel (30:41 gegen Erlangen) und ist somit schon im Wettkampfmodus angekommen. „Den müssen wir uns erst noch erarbeiten. Ein erstes Saisonspiel ist nie einfach. Wir wollen uns auf uns konzentrieren und unser Leistungsvermögen abrufen. Wenn uns das konstant gelingt, können wir positiv in die Saison starten", sagt der neue Trainer Kai Nober. Die Vorbereitung der HSG sei grundsätzlich gut gewesen. „Wir haben viel im individuellen und Kleingruppen-Bereich intensiv gearbeitet. Leider hatten wir einige Ausfälle zu verzeichnen. Da müssen wir schauen, wie und wann die Spieler zurückkommen", so Nober weiter. Gummersbachs neuer Trainer Joao Caracois sagt: „Wir erwarten eine offensive Verteidigung, manchmal auch eine 6:0-Deckung, die uns vor Probleme stellen kann. Wir müssen kompakt stehen und den Körperkontakt suchen und freuen uns auf ein gutes Spiel von beiden Mannschaften und wollen guten Handball zeigen, um mit unserer Spielfreude auch weiterhin die Fans zu uns in die Halle zu bringen."
Zwei interessante Begegnungen stehen in Baden-Württemberg an: JANO Filder empfängt die JSG Balingen-Weilstetten und zur gleichen Zeit hat Frischauf Göppingen am Sonntag Heimrecht gegen den HC Erlangen. Dass JANO und Balingen am ersten Spieltag leer ausgingen, hatten die Trainer so natürlich nicht eingeplant. Balingens Adrian Fuladdjusch führte das deutliche 20:30 gegen Göppingen auf die Chancenverwertung zurück. „Wenn wir eine bessere Chancenverwertung hinbekommen, werden wir unsere Punkte holen", ist er sich sicher.
Text: René Weiß
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