Top-3 siegen weiter - Bad Wildungen stolpert in Dortmund
3. Liga Frauen: Alle Infos zum zweiten Spieltag in der Staffel Mitte
Am zweiten Spieltag machte der 1. FC Köln vom Anpfiff an klar, dass gegenüber dem TuS Königsdorf ein augenscheinlicher Klassenunterschied bestehen sollte. Nach vier Minuten konnten die Aufsteiger mit dem 2:1 noch den Anschluss halten, jedoch stand es bereits keine drei Minuten später 7:1. Der "Effzeh" präsentierte sich am Freitagabend in absoluter Offensiv-Laune, die Führung wurde, auch durch wenig wirksame Gegenwehr, über 9:3 (9.), 13:5 (13.) und 16:6 (18.) auf 21:7 ausgebaut. Nach knapp 22 Minuten führte der Vorjahres-Vizemeister aus der Domstadt mit satten 14 Treffern. Die Halbzeitpause bot den Aufsteigerinnen die Möglichkeit, sich neu zu sortieren - im zweiten Durchgang ließen die routinierten FC-Damen jedoch keinen Zentimeter nach. Die zweiten 30 Minuten wurden daher zum Schaulaufen vor heimischer Kulisse, in der 40. Minute stand es 29:16, nach 45. Minuten zeigte die Anzeigetafel 33:18. Bis Svea Pannen das 40. Tor werfen sollte, dauerte es bis in die 56. Minute, der TuS lag mit 21 eigenen Treffern hier deftige 19 Tore im Hintertreffen. Hannah Lüdge setzte mit dem 44:24 den Schlusspunkt wenige Sekunden vor dem Abpfiff. Der 1. FC Köln feierte damit den zweiten Sieg im zweiten Spiel und führt mit einem Torverhältnis von +25 die Liga an. Die Aufsteiger aus Königsdorf wären gut beraten, die Abreibung gegen eine absolute Spitzenmannschaft als solche ad acta zu legen.
TV Aldekerk - 1. FSV Mainz 05 II - 20:22 (10:11)
Die Reserve des 1. FSV Mainz 05 feierte, wenn am Ende auch mit nur zwei Toren augenscheinlich knapp, einen Start-Ziel-Sieg beim TV Aldekerk.Der TV A hielt bis zum 2:2 Schritt, jedoch bereits innerhalb der ersten fünfzehn Minuten wog die Partie in Richtung Dynamites-Nachwuchs. Aus dem 2:2 wurde ein 2:4-Rückstand, wenig später das 3:6. Dennoch überließ Aldekerk den Gästen keinesfalls die Partie kampflos, nach 27. Minuten und überstandener schwacher Anfangsphase meldeten die Hausherrinnen Ambitionen an und verkürzten auf 8:9. Beim Seitenwechsel stand es 10:11 - den Zuschauern bot sich demnach die erwartet offene Partie zweier Teams auf Augenhöhe. Diese Augenhöhe wollte der 1. FSV Mainz 05 II in den zweiten 30 Minuten sichtlich verlassen, denn man kam mit einer gehörigen Portion Motivation aus der Kabine. Nach zwei Toren stand es 10:13, mit noch etwas mehr Zeit von der Uhr stand es 11:15. Wieder gingen die ersten Minuten demnach komplett an die Gäste und der TV hatte sich eine Aufgabe gestellt. Und wieder nahm das neu formierte Team den Kampf an und mauserte sich in Richtung Überraschung. Diesmal dauerte es bis zu 48. Minute, ehe es wieder eng werden sollte. Lynn Joulie Broders traf zum 16:17, der FSV antwortete, doch Laura Mirbach zog mit 17:18 direkt nach. Das Spiel schien kippen zu können, doch dann setzte sich in wenigen Minuten der FSV-Nachwuchs entscheidend durch. Ein 3:0-Lauf stellte auf 17:21, auch nach einer TV A-Auszeit riss der Gäste-Vorteil nicht ab und nach einem weiteren Gegentreffer stand es in der 55. Minute 17:22. Abermals bewies das Team von Jörg Hermes Moral und zog in den Schlussminuten per 3:0-Lauf auf 20:22 heran - die Hypothek der Rückstände war jedoch zu teuer geworden. Mainz nimmt damit die ersten Punkte der Saison von einem vermeintlich direkten Konkurrenten mit, Aldekerk steht vorerst am Tabellenende.
TB Wülfrath - PSV Recklinghausen - 37:40 (19:24)
Vor der Partie machten die Vereinsmedien des TB Wülfrath das Spiel gegen den PSV Recklinghausen kurzerhand zum "Spitzenspiel" und nach der Partie lässt sich sagen, dass diese Einschätzung keinesfalls falsch gewesen war. Zumindest, wenn als Gradmesser die Anzahl an Toren herangezogen wird. Nach 60 Minuten flammen von der Anzeigetafel der MTV Arena satte 77 Tore, wobei der TB über weite Strecken den offensivstarken PSV-Damen hinterherhecheln musste. Lediglich die ersten gut acht Minuten gehörten den Hausherrinnen, in Folge des 3:3 in der 5. Minute brachten Kirsten Buiting und Jule Marie Kuerten den TB mit 5:3 in Front. Der PSV überstand diese Drangphase zu Beginn im Stile einer Top-Mannschaft und übernahm mehr und mehr das Heft des Handelns. Nach guten 15 Minuten stand es 9:12 und damit hatte der Polizeisportverein aus dem 2-Tore-Rückstand eine 3-Tore-Führung gemacht. Noch im ersten Durchgang steigerte sich die Führung beim 15:20 auf bis zu 5 Tore - es wurde demnach gleichzeitig auch früh klar, dass beide Teams den Fokus nicht unbedingt auf die Defensive verlagerten. Beim 19:24 wurden die Seiten gewechselt und immerhin konnte sich der TB Wülfrath zu dieser Zeit attestieren, dass man den PSV nicht weiter davonziehen ließ. Wirklich knapp wurde es jedoch auch im zweiten Durchgang nicht wieder. Im Gegenteil, der PSV Recklinghausen hielt die offensive Linie klar und zeigte bereits in der 39. Minute den 30. Treffer. Die Kalkstädterinnen waren jedoch weiter beim Stand von 25:30 dran, Leonie Fagin verkürzte auf 26:30 und Kirsten Buiting wenig später sogar auf 27:30. Im weiteren Verlauf musste der PSV mit dem 3-Tore-Vorsprung haushalten, tat dies jedoch auch verlässlich. Erst in den letzten zehn Minuten zog das Team von Pascal Wix mit 31:36 (52.) und dem 32:39 (57.) wieder weiter davon. Verdient endete die Partie dann mit 37:40.
BV Borussia 09 Dortmund II - HSG Bad Wildungen Vipers - 27:27 (18:15)
So hatte man sich das erste Auswärtsspiel der Saison aufseiten der HSG Bad Wildungen Vipers sicherlich nicht vorgestellt, wobei der erste Heim-Auftritt des BV Borussia 09 Dortmund II ganz gegenteilig im Vorfeld so exakt akzeptiert worden wäre. Die Vorzeichen vor der Partie waren durchaus unterschiedlich, der BVB-Nachwuchs musste eine Niederlage aus dem ersten Spieltag mitnehmen, die Vipers erfüllten, wenn auch knapper als womöglich gewünscht, die erste Aufgabe siegreich. Über weite Strecken der Partie zwischen Aufsteiger und ambitionierter Spitzenmannschaft zeigte sich auch das erwartbare Bild. Innerhalb der ersten fünf Minuten gingen die Gäste mit 4:2 in Front, nach zehn Minuten steigerte sich beim 7:4 die Führung erstmals auf drei Tore. Mehr noch, Fiona Adam steigerte beim 8:4 auf eine 4-Tore-Führung. Der BVB brauchte diese Anfangsphase offensichtlich, um sich dem Niveau auch in der heimischen Halle anzupassen. Das gelang jedoch in den folgenden Minuten besser und besser. Und zwar so gut, dass nach knappen 19 Minuten der Spielstand beim 10:10 wieder komplett ausgeglichen war. Die Vipers zeigten sich zunächst nicht etwa geschockt, angeführt von Nele Weyh ging es mit einer 18:15-Führung in die Kabine. Im zweiten Durchgang angelangt, zeigte sich zunächst ein unverändertes Bild. Die HSG Bad Wildungen verwaltete für gut zehn Minuten die knappe Führung, jedoch hielt sich der BVB-Nachwuchs stets einen Fuß in der Tür. Das Pendel der Partie begann ab der 40. Minute mehr und mehr in Richtung des BVB zu schwingen. Erst glich Lorelien Huygen in der 43. Minute zum 21:21 aus, in der 47. und 48. war es dann Mila Buecking, die mit zwei Toren in Folge die erste BVB-Führung mit dem 24:22 markierte. Plötzlich war die Aufstiegs-Euphorie wieder da und bei der HSG womöglich die Erinnerung an die wechselhaften Leistungen der Vorsaison. Eine Vipers-Auszeit brachte zunächst nichts ein, der BVB wollte jetzt den ersten Saisonsieg einfahren. Und in der Schlussphase sah nahezu alles danach aus. In der 57. Minute stand es durch einen Treffer von Nora Lueg 27:24. Dann aber berappelten sich die Vipers zu einem konzentrierten Endspurt. Per 3:0-Lauf wurde innerhalb der letzten drei Minuten auf 27:27 gestellt. Trotz der späten Führung wird der BVB-Nachwuchs mit dem Punkt deutlich glücklicher sein.
HSG Bensheim/Auerbach II - TSG Mainz-Bretzenheim - 24:27 (11:12)
Für die HSG Bensheim/Auerbach II läuft der Saisonstart nach dem Unentschieden zum Auftakt gegen die Aufsteiger des TuS Königsdorf weiter nicht nach Plan. Wobei man mit der Niederlage gegen die TSG Mainz-Bretzenheim wohl auch hätte rechnen können. Die Meistermannschaft der Vorsaison kam klar favorisiert nach Bensheim - dennoch gingen die ersten zehn Minuten beim Stand von 4:4 ausgeglichen vorüber. Bis zum Halbzeitpfiff gehörte die zweite Phase der Partie dann sogar eher den Junior Flames, die zwischenzeitlich zumindest mit 7:5 (16.) oder auch 8:6 (18.) führen durften. Wirklich Sorgen um den Ausgang der Partie kam bei den Ischn wohl nicht auf, bis zur Halbzeit ließ das Team von Katrin Schneider insgesamt nur elf Treffer zu. Nur gelangen offensiv lediglich 12. Dennoch machten vor allem die Minuten rund um den Halbzeitpfiff ordentlich Mut. Aus dem 11:10 wurde über zwei Tore der 11:12-Halbzeitstand und auch nach wiederanpfiff lag das Momentum aufseiten der TSG. Kim Maren Quetsch und Jana Vogt erhöhten die Gäste-Führung auf 11:14. Daran hatte die HSG-Reserve sichtlich zu knabbern, fand jedoch den Weg zurück in die Partie. Nachdem Jette Buck die TSG in der 36. Minuten mit 16:13 in Front brachte, übernahmen die Flames wieder. Per 5:0-Lauf, wobei gleich drei Tore von Stella-Marie Wendel kamen, stellte die HSG beim 18:16 die eigene Führung wieder her. Wieder waren für die amtierenden Meister-Ischn also die Nerven gefragt.Und diese sollten halten - schnell war das Spiel mit dem 18:18 durch Quetsch wieder ausgeglichen, im Gleichschritt ging es dann bis in die 46. Minute und dem 20:20 weiter. Im Anlauf an die letzten zehn Minuten zeigten sich schonungslos die entscheidenden Unterschiede. Die Ischn zurrten die Abwehr zu einem undurchdringlichen Netz zusammen und offensiv lieferten Jona Reese und Jana Vogt zwei Tore. Beim 20:22 legten die Junior Flames die Timeout-Karte, eine wirkliche Wirkung blieb jedoch aus. Die Ischn verwalteten schlussendlich die knappe Führung bis zum Schlusspfiff, den natürlich Kim Maren Quetsch mit dem Schlusspunkt zum 27:24 aus Sicht der Gäste veredelte.
Thüringer HC II - TSG 1893 Leihgestern - 25:26 (13:13)
Falls am zweiten Spieltag jemand in Erfurt eine bis zur letzten Sekunde spannende Partie zwischen dem Thüringer HC II und der TSG 1893 Leihgestern bestellt hatte, kam diese Bestellung mit Schleife versehen an. Und das, obwohl nach den ersten 13 Minuten wohl die wenigsten in der Halle mit einem knappen Ende gerechnet hätten. Die Anfangsphase verschlief die angereiste TSG nämlich sträflich, sodass der THC-Nachwuchs beim 8:4 in der 14. Minute ein erstes ordentliches Polster notieren konnte. Mit der Aufgabe der Aufholjagd sah sich die TSG jedoch offensichtlich bestens bedient. Nach etwas mehr als 25 Minuten führten das Team von Jonna Jensen mit 11:10. Dennoch markierte der THC weiter Ambitionen und machte aus dem Rückstand eine schöne 13:11-Führung - wieder konterte die TSG und es ging ausgeglichen mit 13:13 in die Kabinen. Eine detaillierte Analyse der zweiten Hälfte ist gar nicht nötig, denn es ging stetig hin und her. Der THC II holte sich in der 35. Minute mit dem 15:14 die Führung zurück. In der 37. Minuten führten die Gäste wieder mit 17:15. Weiter ging es in der 48. Minute mit der 21:20-THC-Führung und tatsächlich zog sich dieser kleiner Vorsprung bis in die letzten fünf Minuten durch. Ludmilla Janda traf für den Bundesliga-Unterbau zum 25:23, der erste Saisonsieg war zum Greifen nahe. Eiskalt brachen die TSG-Damen jedoch in die Schlussphase auf. Zwei Tore von Cintia-Cecile Riegel brachten den Ausgleich zum 25:25, laura Sophie Euler machte mit noch knappen 17 Sekunden auf der Uhr den 26:25-Siegtreffer klar.
Text: Felix Maier / Bild: Carsten Wulf/ @fl_oto
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