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Kiel gewinnt Final-Neuauflage, Leipzig befreit sich mehrfach aus Schlamassel
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Kiel gewinnt Final-Neuauflage, Leipzig befreit sich mehrfach aus Schlamassel

1. A-Jugend-Bundesliga männlich: Das passierte am Wochenende

 

  • Leipzig gewinnt Offensiv-Spektakel: Der SC DHfK befreit sich gegen Budenheim mehrfach aus schwierigen Phasen und gewinnt ein torreiches Spiel mit 45:42.
  • Kiel entscheidet Final-Neuauflage in letzter Sekunde: Der THW gewinnt beim Deutschen Meister SC Magdeburg mit 36:35 – der Siegtreffer fällt nach einem vergebenen SCM-Wurf praktisch mit der Schlusssirene.
  • Leo Nowak führt die Füchse zum Derbysieg: Zwölf Tore des Nationalspielers sind entscheidend beim 36:32 gegen Kooperationspartner Potsdam.
  • Starke Auftritte im Süden: Dutenhofen/Münchholzhausen und Dormagen feiern überzeugende Auswärtssiege, während Göppingen mit dem zweiten Sieg im zweiten Spiel einen starken Saisonstart hinlegt.

Staffel Nord:

Füchse Berlin – 1. VfL Potsdam 36:32 (17:13)

Leo Nowak, eines der größten Talente seines Jahrgangs in Deutschland, hat die Füchse mit zwölf Toren zum Derbysieg gegen Kooperationspartner 1. VfL Potsdam geführt. Vor allem in der zweiten Halbzeit übernahm der Nationalspieler viel Verantwortung und bereitete Potsdam große Probleme. Nach 20 Minuten setzten sich die Füchse erstmals etwas deutlicher ab. Potsdam schloss bis zur 44. Minute noch einmal zum 24:25 ab, konnte in der Endphase aber nicht mehr ganz mithalten. „Berlin hat nicht unverdient gewonnen, aber wir hatten auch etwas Pech, dass wir schon in der ersten Halbzeit mit Willem Rentsch und Luca Grundmann zwei wichtige Bausteine unseres Spiels verloren haben", sagte VfL-Trainer Alexander Haase.

SC Magdeburg – THW Kiel 35:36 (22:22)

Die letzten 15 Sekunden haben die Neuauflage des DM-Finales von 2025/26 entschieden. Beim Stand von 35:35 hatte der SCM den Sieg in der Hand, scheiterte aber mit einem freien Wurf an Nationaltorhüter Tobias Dengler. Kiel kam noch einmal in den Gegenangriff und erzielte seinerseits den Siegtreffer durch Julius Eisend. „Wir können mit dem Sieg durchaus zufrieden, ebenso wie glücklich sein. Auch wenn der Ausgang vielleicht ein wenig glücklich ist, denke ich, dass wir uns den Sieg über die gesamte Spielzeit verdient haben", sagte THW-Trainer Felix Höppner. Gerade in den ersten 20 Minuten brachten die Gäste ihre Stärken gut auf die Platte und drückten der Begegnung ihren Stempel auf. SCM-Coach Thomas Kölblin fand, dass seine Mannschaft gerade im ersten Abschnitt weit unter ihrem Limit spielte. Im Detail: „Wir haben uns in der Abwehr nicht ausreichend geholfen und Kiel war einen Tick präsenter." Mit Emotionen und Körpersprache meldete sich der Deutsche Meister in der zweiten Halbzeit zurück, hatte in der Crunchtime jedoch das Nachsehen. „Ein Unentschieden wäre aus meiner Sicht gerecht gewesen", urteilte Kölblin.

VfL Eintracht Hagen – TV Bissendorf-Holte 37:35 (16:13)

In einem Spiel, in dem sich beide Seiten berechtigte Hoffnungen auf zwei Punkte machten, hinterließen die Hagener insgesamt den besseren Eindruck und setzten sich in heimischer Halle knapp, aber verdient durch. „Das Spiel endete enger als wir es uns zwischenzeitlich vorgestellt hatten", sagte VfL-Trainer Jan-Lars Gaubatz. Nach einem Neun-Tore-Vorsprung gab es einen Bruch im Spiel der Heimmannschaft, weil sie Probleme mit Bissendorfs siebtem Feldspieler hatte. Außerdem taten sich die Westfalen mit dem Abschluss schwer. „Wir haben Bissendorfs Torhüter berühmt geworfen", so Gaubatz. Für den TVBH war die gute Phase ab der 50. Minute nicht lang genug. „Bis dahin haben wir nicht in Spiel gefunden. Die Abwehr war zu schläfrig, der Angriff zu schlecht im Abschluss, wir haben keine Lösungen und dumme Zeitstrafen kassiert", nannte Gästetrainer Julian Vodde eine ganz Reihe an Mängeln. Erst am Ende steigerte sich Bissendorf, um in den entscheidenden Situationen wieder zu viele individuelle Fehler zu begehen.

TSV Burgdorf – HC Hamburg 39:29 (18:14)

Die nie im Hintertreffen liegenden Burgdorfer bestimmten das Spiel von der Spitze weg und zeigte eine überlegene Vorstellung, die zum deutlichen Sieg führte. Moritz mit zehn und Julius Pöthke mit elf Toren waren dabei im Angriff die Zielspieler der „Jungrecken". „Wir haben im Angriff und in der Abwehr souverän agiert, was gegen das hohe Pressing der Hamburger nicht einfach ist", erklärte TSV-Trainer Sven Hylmar. Mit mehr Konsequenz vor dem gegnerischen Tor, hätte Burgdorf die zwei Punkte noch früher absichern können.

Staffel Süd:

DJK Sportfreunde Budenheim – SC DHfK Leipzig 42:45 (23:24)

In einem Hochgeschwindigkeitsspiel dominierten beide Teams mit Angriffshandball, bei dem sich gute und schlechte Phasen abwechselten. Besser aus den Startlöchern kamen die Rheinhessen, die sich anfangs mit Emotionen in einen regelrechten Rausch spielten. „Leider haben wir dann in der Abwehr unsere Galligkeit verloren und einen 0:7-Lauf kassiert", beschrieb DJK-Trainer Kai Schiebeler. „Wir haben uns wiederholt aus dem Schlamassel gezogen. Das war gut", beobachtete Leipzigs Coach Matthias Albrecht zufrieden, wie sein Team ins Laufen kam und das Ergebnis drehte. Aufsteiger Budenheim blieb auf Schlagdistanz, fand im zweiten Abschnitt jedoch immer häufiger seinen Meister in Torhüter Karlo Hillgruber. „Er hat uns mit seinen Paraden geholfen", lobte Albrecht seinen Schlussmann nach einer für die Zuschauer spektakulären Spiel ohne Atempausen.

VfL Gummersbach – HSG Dutenhofen/Münchholzhausen 27:32 (11:15)

„Es war das erwartet schwere erste Saisonspiel", sagte HSG-Trainer Kai Nober nach dem Gastspiel in der Schwalbe-Arena. Schwer, aber erfolgreich gegen den technisch gut ausgebildeten und schnell spielenden VfL. Trotzdem schafften es die „Mittelhessen Youngsters", sich nach kurzer Findungsphase abzusetzen. Der Wetzlarer Nachwuchs konnte sich auf eine gute 3:2:1-Deckung und vor allem in der ersten Halbzeit auf eine sehr hohe Abschlusseffektivität verlassen. „Dutenhofen hat mit seiner kompakten Abwehr immer wieder technische Fehler provoziert. Außerdem hatten wir mit einer Menge an Fehlwürfen zu kämpfen", so Gummersbachs Coach Joao Caracois. Als die Oberbergischen später mit viel Zug den Weg in die Tiefe fanden schlossen sie auf. „In der Crunchtime hatten wir leider ein paar Angriffe ohne Torerfolg. Das war am Ende entscheidend", haderte Caracois. Dutenhofen verteidigte wieder konsequenter und brachte den Vorsprung mit einer hohen Trefferquote ins Ziel. Nober lobte die mannschaftliche Geschlossenheit, die zum verdienten Auswärtssieg führte.

JANO Filder – JSG Balingen-Weilstetten 35:33 (20:15)

Die Gastgeber performten im Derby konstanter als Balingen auf einem guten Level und waren somit am Ende verdientermaßen obenauf. JANOs Fünf-Tore-Vorsprung zur Pause war die logische Konsequenz des Leistungsunterschieds in der ersten Halbzeit. Balingen rappelte sich später auf, ging durch einen 7:0-Lauf sogar mit 23:22 in Führung. „Auf diese Rückkehr ins Spiel können wir stolz sein", sagte JSG-Trainer Adrian Fuladdjusch. Dann schlich sich bei den „Junggalliern" die zweite Schwächephase ein. Diese beiden Sequenzen kosteten den möglichen Sieg.

Frischauf Göppingen – HC Erlangen 28:25 (11:11)

Mit seinem zweiten Sieg im zweiten Saisonspiel ist Frischauf Göppingen gut in die Saison gekommen, was gegen die starken Erlangener ein Ausrufezeichen ist. Durch drei Zeitstrafen in den letzten acht Minuten taten sich die Franken in dieser wichtigen Phase keinen Gefallen.


Rhein-Neckar Löwen – TSV Bayer Dormagen 32:39 (14:18)

Mit ihrem gewohnt auf viele Eins-gegen-Eins-Zweikämpfe ausgerichteten Spiel bereiteten die Dormagener ihrem Gastgeber einige Probleme. „Von diesen Zweikämpfen haben wir zu viele verloren. Zudem müssen wir uns den Vorwurf machen, dass wir aus einer guten Phase in der ersten Halbzeit nur mit einer Zwei-Tore-Führung herausgegangen sind und kein richtiges Kapital schlagen konnten", erklärte Löwen-Trainer Martin Berger. Die Nordbadener standen sich mitunter selbst im Weg und kamen nach ihrem Geschmack zu häufig nicht an Torhüter Emil Klein vorbei. „Die Minuten vor und nach der Pause haben uns das Spiel gekostet", nannte Berger seinen Grund für die Niederlage. Weil im Laufe der Partie Jan Day verletzungsbedingt ausfiel, standen den Einheimischen mit Tarif Graf und Julian Steinert nur noch zwei U19-Rückraumspieler zur Verfügung. Die B-Jugendlichen Moritz Müller, Manuel Finneiß sowie Noah Rieth in der Deckung machten ihre Sache ordentlich, als sie randurften. TSV-Trainer André Nicklas sah ein gutes Angriffsspiel seiner Rheinländer, erkannte in der Abwehr hingegen noch Baustellen.

Text & Foto: René Weiß

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