Joshua Otte kassiert in der zweiten Hälfte nur zwei Gegentore
2. A-Jugend-Bundesliga männlich: Das passierte am Wochenende
- Bremen dreht ein kurioses Spiel komplett: Nach 13:17 zur Pause lässt der HC Bremen gegen Emsdetten in der zweiten Hälfte nur noch zwei Gegentore zu und gewinnt 27:19.
- Rostock und Köln überzeugen offensiv: Empor Rostock gewinnt das Torfestival in Horneburg mit 47:41, während die JSG Köln beim 41:35 gegen Owschlag-Kropp-Tetenhusen ihren ersten Bundesliga-Heimsieg feiert.
- Pforzheim/Eutingen setzt das deutlichste Ausrufezeichen im Süden: Die SG dominiert Melsungen/Körle/Guxhagen beim 35:24, auch Bietigheim und Rodgau Nieder-Roden feiern Auswärtssiege.
- Enge Duelle in Lübeck und Dresden: Lemgo rettet ein 32:31 beim MTV Lübeck über die Zeit, Elbflorenz behauptet sich nach zwischenzeitlichem Rückstand mit 41:39 gegen Friesenheim-Hochdorf.
Staffel Nord
VfL Horneburg – HC Empor Rostock 41:47 (18:21)
Dank starker mannschaftlicher Geschlossenheit rang der HC Empor Rostock den VfL Horneburg in einer offensivgeprägten Partie nieder. Mit breit verteilten Toren und Oliver Niendorf mit zehn Treffern an der Spitze überrumpelten die Gäste von der Ostsee die VfL-Deckung. „In der ersten Halbzeit haben wir noch einige Chancen liegen lassen und deshalb eine deutlichere Führung als mit drei Toren verpasst", sagte Gästetrainer Tobias Seering. Nach dem Seitenwechsel gelang es Empor besser sich ein Polster zu erarbeiten. Horneburgs Coach Stefan Hagedorn versuchte mit dem siebten Feldspieler einen neuen Akzent zu setzen, aber auch dieses Mittel konnte das Spiel nicht mehr kippen. „Am Ende haben wir noch drei, vier Bälle vertändelt, aber das fiel nicht mehr ins Gewicht", so Seering.
MTV Lübeck – HSG Lemgo 31:32 (12:13)
Leon Klusmann (8 Tore) und Moritz Ringelkamp (10/2) machten in Lübeck den Unterschied zu Gunsten der HSG Lemgo. Sie erzielten mehr als die Hälfte der Tore der Gäste aus Ostwestfalen. Der MTV strahlte trotz der acht Ausfälle großen Kampf aus und gab in der ersten Halbzeit zum Beispiel bei der 7:4-Führung sogar den Ton an. Trainer Kevin Ehrenberg zeigte sich stolz. „Jeder hat alles reingeworfen, jeder brannte. Frei nach dem Motto, ,wir haben keine Chance, also nutzen wir sie‘ zeigte unsere Mannscahft eine tolle Leistung." In den letzten beiden Minuten schlossen die Gastgeber vom 28:32 noch einmal zum 31:32 auf, aber dann ging den Norddeutschen die Zeit aus. „Lemgo war heute der glückliche Sieger. Leider haben wir es am Ende nicht mehr geschafft, das Spiel herumzureißen", so Ehrenberg. Auch die Gäste lobten den Einsatz der dezimierten Lübecker. Trainer Noel Pausits hob den „super Kampf" des MTV hervor und war froh darüber, dass seine Schützlinge sich mit viele Ruhe nie aus der Fassung haben bringen lassen.
HC Bremen – TV Emsdetten 27:19 (13:17)
Viel kurioser kann ein Handballspiel nicht verlaufen als Bremens Heimsieg gegen den TV Emsdetten. Nach zwei komplett unterschiedlichen Halbzeiten lagen die Gastgeber deutlich in Front – und das nach einem Vier-Tore-Rückstand zur Pause. Acht technische Fehler und Fehlwürfe der Einheimischen im ersten Abschnitt brachten den TVE den Vorteil ein. „Wir haben viel liegen lassen", blickte Bremens Trainer Tim Schulenberg zurück. Eine Wende, wie sie nach der Pause erfolgte, hat er in seiner langen Handballzeit nach eigenen Angaben noch nicht erlebt. Emsdetten erzielte in 30 Minuten nur noch zwei Tore, einen davon per Siebenmeter. „Joshua Otte war ein Riesengarant", lobte Schulenberg seinen überragenden Schlussmann.
JSG Köln – HG Owschlag-Kropp-Tetenhusen 41:35 (19:18)
Im ersten Bundesliga-Heimspiel errang die JSG Köln direkt ihren ersten Sieg. Die Formkurve der Domstädter zeigte im Spielverlauf bergauf. Die Mannschaft von Felix Linden steigerte sich zunächst kontinuierlich, ehe vor in den Minuten vor der Halbzeitpause eine Phase mit mangelnder Aufmerksamkeit dazu führte, das Owschlag den Rückstand reduzierte. Die Gäste bekamen einige Abpraller zu fassen und verkürzten zum 18:19. Nach der Halbzeitpause gehörte der erste Run der HG, die die Führung übernahm. Mit mehreren Zeitstrafen – Thure Bielfeldt sah schon nach einer Viertelstunde mit der dritten Hinausstellung Rot – machte sich das Team von Flemming Bunse die Aufgabe selbst schwer. Köln nutzte seine Überzahlsituationen gekonnt aus und bespielte auch die unterschiedlichen Abwehrformationen des Gegners mit den zielführenden Ideen.
Bergischer HC – JSG LIT 1912 31:26 (15:12)
Auch wenn der Bergische HC ersatzgeschwächt in die Partie ging, spielten die „Löwen" einen verdienten Sieg ein. Ohne Linus Fischer, Felix Friele und Mikkel Oelze fanden die Gastgeber trotzdem einen Weg die Ostwestfalen auf Distanz zu halten. Dabei lobte Trainer Daniel Haase auch die A-Jugend-Debütanten Ahmet Tüfekci im Tor sowie Jakob Schmitz, der in der Abwehr seinen Mann stand. „Wir haben einen verdienten Sieg eingefahren", resümierte Haase den ersten Heimeinsatz in dieser Saison.
Staffel Süd:
HC Elbflorenz – HLZ Friesenheim-Hochdorf 41:39 (22:16)
„Wir haben mit vier Ausfällen das Beste herausgeholt", sagte Friesenheims Trainer Max Sormani zur knappen Niederlage in Dresden. Die personell geschwächten Pfälzer, die während der Partie auch noch das vorzeitige Aus ihrs Leistungsträgers Finn Felix verkraften mussten, begannen mit guter Abwehr- und Torhüterleistung dominant, sodass eine 7:2-Führung auf der Anzeigetafel stand. Durch taktische Umstellungen der Gastgeber kippte das Spiel. Aus dem Fünf-Tore-Rückstand wurde eine Sechs-Tore-Führung der Sachsen zur Pause. Dank großer Moral schaffte das HLZ in der zweiten Halbzeit ein Comeback, aber die Hypothek war zu groß. Sormani: „Die Phase vor der Halbzeitpause hat uns leider das Genick gebrochen."
TV Großwallstadt – TVB Stuttgart 24:20 (15:11)
Mit 16 Fehlwürfen und 13 technischen Fehlern konnte der TVB Stuttgart in Großwallstadt nicht gewinnen. „Wenn du nur 20 Tore wirfst, hast du keine Chance. Wir haben uns von der guten Kulisse einschüchtern lassen und zu viel Respekt gezeigt", sagte Gästetrainer Danijel Grgic. Die kompakte, harte Abwehr der Mainfranken kaufte den Gästen den Schneid ab. Auch der vierte Rückraumspieler bereitete dem Aufsteiger nur wenig Kopfzerbrechen. „Vor allem im Zentrum haben wir stark verteidigt. Das war der Garant für unseren Sieg", analysierte Großwallstadts Trainer Edis Hodzic. In der zweiten Halbzeit bekam auch sein Team in der Offensive zunehmend Probleme, sodass – genauso wie bei Stuttgart – nur noch neun Tore fielen. „Unser Überzahlspiel, unsere Chancenverwertung freier Bälle und die technischen Fehler waren nicht gut. Die kämpferische Leistung sowie die Emotionalität haben zum Sieg geführt", fand Hodzic.
SG Pforzheim/Eutingen – JSG Melsungen/Körle/Guxhagen 35:24 (20:10)
In der vergangenen Saison entschied jeweils die Auswärtsmannschaft diesen Vergleich für sich, diesmal war mit Pforzheim/Eutingen der Gastgeber die dominante Mannschaft. Die wurfstarken Akteure aus der zweiten Reihe der SG, unter anderem U18-Europameister Finn Meißner, schenkten den Nordhessen einiges ein. Melsungens Trainer Eugen Gisbrecht sprach von einem Tag, an dem nicht viel zusammenlief. „Es gab für uns kein Durchkommen, wir zeigten zu wenig Kreativität und haben einfache Gegentore kassiert. Das nutzte Pforzheim clever aus."
HT München – SG BBM Bietigheim 28:33 (15:15)
Erfolgreicher (verspäteter) Saisonstart für die SG BBM Bietigheim, die sich über das Kollektiv und viel Einsatz die beiden Punkte in München redlich verdiente. „Wir haben eine disziplinierte, in Verbindung mit dem Torhüter sichere Abwehr gestellt und München in Positionen gebracht, die nicht haben wollten", sagte Gästetrainer Manuel Schmidt. In den ersten 20 Minuten setzte HT die Enztaler mit guter Abwehrarbeit noch unter Druck und hielt bis zur Pause das Unentschieden. Trainer Daniel Teschner hielt zu diesem Zeitpunkt noch mehr für möglich. „In die zweite Halbzeit sind wir schlecht reingekommen", nannte Teschner den Grund dafür, dass man den Anschluss verlor und den Sieg aus den Augen verlor. Auch Münchens Ansatz über das Tempo zu kommen, ging gegen das Bietigheimer Rückzugsverhalten nicht auf.
HG Oftersheim-Schwetzingen – HSG Rodgau Nieder-Roden 28:36 (15:16)
In der zweiten Halbzeit lief für die HG Oftersheim-Schwetzingen nicht mehr viel. Ab dem Tor zum 18:20 mussten die Kurpfälzer ihren Gast ziehen lassen, der sich mit einem 8:3-Lauf Luft verschaffte und auf die Siegerstraße einbog. „Die Höhe der Niederlage ärgert mich, weil wir in der ersten Halbzeit in der Abwehr ein ziemlich gutes Spiel gezeigt haben", sagte HG-Trainer Justin Hahne. Das Abschlussverhalten war der Mangel im Spiel der Gastgeber: zu viele halbhohe Abschlüsse und nach der Pause überhastete Aktionen kosteten ein besseres Ergebnis. „Wir wollten da zu viel und haben den Kopf verloren", so Hahne. 22 Fehlwürfe und 12 technische Fehler standen nach 60 Minuten zu Buche.
Text: René Weiß | Foto: Jan Fronia
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