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Die Turnier-Debütanten stehen mitten im Bollwerk
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Die Turnier-Debütanten stehen mitten im Bollwerk

Für Matthes Langhoff und Tom Kiesler steht das erste Turnier im A-Team an

Alfred Gislason will bei der EHF EURO 2026 im dänischen Herning Beton anrühren – und hat daher bei der Kadernominierung den Fokus auf die Defensive gesetzt. Zwei dieser Abwehrspezialisten bestreiten bei der EM ab dem 15. Januar ihr erstes großes Turnier: Tom Kiesler vom VfL Gummersbach und Matthes Langhoff von den Füchsen Berlin. Während Kiesler im Verein an der Seite von Julian Köster den Innenblock bildet, hat Langhoff lange Jahre in den Nachwuchs-Nationalmannschaften an der Seite von Renars Uscins und Justus Fischer verteidigt. „Daher sind beide nicht ganz neu, zudem haben sie sich durch starke Leistungen im Verein empfohlen“, betonte Erik Wudtke, Co-Trainer von Alfred Gislason, beim digitalen Medientermin am Dienstag: „Zudem hat sich Matthes auch in der Offensive bewährt, mit einem tollen Tempospiel und auch im Positionsangriff der Füchse. Er ist einer für beide Enden des Feldes.“ 

U21-Weltmeister Langhoff hatte sein Debüt im A-Team im Mai 2025 in der EM-Qualifikation, für Kiesler stehen bisher die beiden Länderspiele gegen Island im Oktober/November in seiner Bilanz. Nun sind beide erstmals gemeinsam nominiert – und das gleich für die EM sowie die beiden letzten Testspiele gegen Kroatien am Donnerstag in Zagreb (20.30 Uhr, live auf sportschau.de und Dyn) und Sonntag in Hannover (18.05 Uhr, live in der ARD und bei Dyn). 

„Ich wurde direkt wieder gut eingegliedert dieses Mal. Ich fühle mich pudelwohl und glaube, dass wir uns jetzt wieder auf das konzentrieren, was wir wirklich gut können. Und das ist Handball und das machen wir ja alltäglich“, sagt Langhoff. Auch Kiesler fühlt sich „super aufgenommen von den Jungs. Es war eine sehr gute Trainingswoche im Oktober und ich denke, ich habe mich sehr gut einfinden können in die Mannschaft. Es war natürlich ein bisschen einfacher, da ich ja direkt meine drei Teamkollegen von VfL dabeihatte“, spielt der Abwehrspezialist auf Köster, Miro Schluroff und Mathis Häseler an, die nun auch alle im EM-Kader stehen.  

Dass er gleich nach seinem Länderspieldebüt viel Lob einheimste und das Prädikat Abwehrspezialist erhielt, nimmt der Gummersbacher dankbar an, „weil wenn man ein Spezialist ist, dann macht man ja seine Sache eigentlich immer ganz gut und von daher nehme ich das als Kompliment.“ Diesem Prädikat stimmt Langhoff zu: „Ich bin natürlich mehr als zufrieden, als Abwehrspezialist angesehen zu werden. Ich möchte aber auch im Angriff vielleicht mal die eine oder andere Aktion umsetzen können.“ 

Natürlich stehen die beiden Turnierdebütanten bei der EM auch in Konkurrenz, haben allerdings beide den Vorteil, dass sie auf mehreren Positionen in der Abwehr eingesetzt werden können. „Ich glaube, an erster Stelle steht immer das Team und dass wir uns hier bestmöglich integrieren und uns für die EM bestmöglich vorbereiten“, sagt Kiesler: „Sicherlich ist da irgendwo dann eine gewisse Konkurrenz mit dabei, aber das ist letztendlich die Entscheidung des Trainers und wir können nur schauen, dass wir unser Bestes geben im Training und in den Spielen. Alles andere liegt nicht an uns.“  

Auch in diesem Punkt ist Matthes Langhoff auf einer Wellenlänge: „Natürlich pushen wir uns gegenseitig, versuchen der Mannschaft das zu geben, wofür wir hier sind. Unsere Rollen sind, denke ich, klar. Dementsprechend versuchen wir so viel zu helfen, wie es möglich ist. Wie Tom gesagt hat: der Rest liegt in der Hand vom Trainer.“ 

Während der Berliner schon die Erfahrung unter anderem von der erfolgreichen U21-WM mitbringt, ist es für Kiesler die erste Turnierteilnahme mit einer Nationalmannschaft überhaupt: „Ich habe noch gar keine Erfahrung, was das angeht. Ich bin sehr gespannt und freue mich sehr auf die Zeit. Es wird sicherlich eine sehr intensive und anstrengende Zeit, aber ich freue mich schon sehr“, meint der Gummersbacher, während Langhoff darauf setzt, diesen kommenden Turnierrhythmus schon miterlebt zu haben: „Ich glaube auf jeden Fall, dass das eine gewisse Hilfestellung ist. Nichtsdestotrotz ist Handball im Männerbereich noch eine Ecke härter, körperlich beanspruchender. Ich kann das noch nicht so richtig einschätzen, freue mich aber auch riesig auf das Turnier.“ 

Als Deutschland 2016 zum letzten Mal Europameister wurde, waren Langhoff und Kiesler 13 beziehungsweise 14 Jahre alt – und beide haben unterschiedliche Erinnerungen, wie sie das Turnier miterlebt haben: „Ich habe damals echt mitgefiebert. Ich habe ein, zwei Spiele mit der ganzen Mannschaft in Neubrandenburg zusammengeschaut. Das ist eine echt tolle Erinnerung und ich weiß auch, dass man immer mehr gespannt war und begeistert davon, wie die Mannschaft das gelöst hat, vor allem mit der Emotionalität“, sagt Langhoff, während Kiesler nicht mehr alles so präsent hat, aber: „Ich habe natürlich mitgefiebert. Aber umso größer ist natürlich jetzt die Vorfreude, selber an einer Europameisterschaft teilnehmen zu dürfen.“  

(BP / Foto: Lars Neumann)

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