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Richtig tapen – was tun bei Schulter-, Knie- und Knöchelverletzungen?
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Richtig tapen – was tun bei Schulter-, Knie- und Knöchelverletzungen?

Advertorial | Profi- wie Hobbysportler tragen die knallbunten Streifen an Schultern oder Knöcheln. Doch was bewirken diese Kinesiotapes und bei welchen Beschwerden können sie eingesetzt werden? Und haben die knalligen Farben eine Bedeutung?

Ob bei Profisportveranstaltungen oder Jedermann-Läufen durch den Park: Immer wieder sieht man die leuchtend roten, pinken, grünen oder gelben Streifen an Sportlerarmen, -beinen oder -rümpfen. Doch was bringen diese Tapes? Erzielen sie nachweislich eine Wirkung und wofür werden sie eingesetzt? 

Was ist ein Kinesiotape? 

Die Tapes heißen fachsprachlich Kinesiotapes, abgleitet vom altgriechischen Begriff „Kinesis“ für Bewegung. Sie sind elastische, atmungsaktive und wasserfeste Stoffbänder, die mit einem hautfreundlichen Acrylkleber beschichtet sind und auf diese Weise auf der Haut haften. Zumeist an Rücken, Schulter, Sprunggelenk oder Knie werden sie mal mit Zug, mal ohne, in den verschiedensten Formen aufgeklebt: längs, quer, y-, x-förmig oder auch als Kreis. 

Sie werden bei Sportverletzungen und Überlastungsreaktionen, Zerrungen, Überdehnungen, muskulären Verspannungen und Gelenkproblemen, Schwellungen, Hämatomen und Ödemen eingesetzt. Zahlreiche Sportlerinnen und Sportler schwören auf die bunten Streifen, und auch viele orthopädische und physiotherapeutische Praxen haben sie im Angebot. Ihre Wirksamkeit ist allerdings nicht belegt.  

Wer hat die Kinesiotapes entwickelt?

Der japanische Chiropraktiker Kenzo Kase entwickelte die Tapes in den 1970er-Jahren. Anders als konventionelle Bandagen oder Tapes schränken sie die Bewegungsfreiheit der Träger nicht ein. Dadurch bleibt der betroffene Muskel aktiv und kann sich nicht durch eine etwaige Inaktivität zurückbilden. Auch besteht nicht die Gefahr, dass eine starre Fixierung im Blut- und Lymphsystem zu Stauungen führt, die dann die Heilung verzögern könnten. 

In den 1990er-Jahren kamen die Tapes nach Europa. In Japan waren sie zunächst vor allem in Blau, Pink und neutralen Hauttönen verbreitet. Die Farbwahl ging dabei auf Vorstellungen aus der asiatischen Farbenlehre zurück: Den Farben wurden unterschiedliche Wellenlängen und energetische Wirkungen zugeschrieben. Später wurden Kinesiotapes auch in vielen weiteren Farben angeboten. Heute gehen viele Fachleute davon aus, dass die Farbe für die medizinische Wirkung keine entscheidende Rolle spielt und häufig nach persönlichen Vorlieben ausgewählt wird.

Wie wirken Kinesiotapes?

Auch wenn in orthopädischen oder sportmedizinischen Praxen viele Patientinnen und Patienten nach dem Anlegen der Tapes von Erleichterungen wie nachlassendem Schmerz oder einer entspannteren Muskulatur sprechen – belegt ist die Wirkung der Streifen bisher keineswegs. 

Grundsätzlich wären zwei Wirkungsweisen möglich: 

Mikromassage 

Durch das Dehnen und Zusammenziehen des elastischen Tape-Materials sollen die Durchblutung und der Lymphfluss im darunterliegenden Gewebe angeregt werden. 

Reizweiterleitung 

Die zweite mögliche Wirkweise basiert darauf, wie schnell Reize ans Gehirn weitergegeben werden. Die Tapes lösen eine mechanische Reizung der Hautnerven aus, die wiederum tieferliegende Wahrnehmungssysteme, die sogenannten Mechanorezeptoren, ansprechen. Signale von Mechanorezeptoren in Muskeln werden bis zu 60-mal schneller ans Gehirn weitergeleitet als die Signale von Schmerzrezeptoren. Werden diese schnelleren Bewegungsreize also ans Gehirn weitergeleitet, überlagern sie die Schmerzreize. Die Folge wäre ein nachlassendes Schmerzempfinden. 

Stabilisation von Gelenken 

Durch den sensorischen Reiz auf der Haut kann ein Kinesiotape die Körperwahrnehmung im betroffenen Bereich unterstützen. Dadurch lässt sich möglicherweise auch Einfluss auf die Muskelspannung nehmen, was zur Stabilisierung eines Gelenks beitragen kann.  

Beide Wirkungsweisen konnten bisher aber nicht in Studien belegt werden. Was aber klar ist: Kinesiotapes sind keine für sich stehende Therapie, sondern allenfalls Teil eines umfassenderen Therapiekonzeptes. Wenn Patientinnen und Patienten etwa unter Schmerzen in einem Gelenk leiden, sollten sie unbedingt die Ursache der Beschwerden ärztlich untersuchen und abklären lassen, welche anderen Möglichkeiten es gibt, die Schmerzen zu stillen und eventuell ein Gelenk wieder beweglich zu machen.  

Dementsprechend wird eine Behandlung mit Kinesiotapes auch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. 

Haben Kinesiotapes Nebenwirkungen?

Da die Tapes die Bewegungsfreiheit wie beschrieben nicht einschränken, sind auch die zu befürchtenden Nebenwirkungen vergleichsweise gering. Möglich ist letztlich nur eine Hautirritation durch das Kleben. Vor allem bei Patientinnen und Patienten mit empfindlicher Haut kann es da zu Problemen kommen. 

Zu Komplikationen kann es außerdem unter Umständen führen, wenn die Tapes von Betroffenen unsachgemäß selbst angelegt werden. 

 Kinesiotapes am Knie 

Knie sind entscheidend für die körperliche Mobilität und werden entsprechend stark beansprucht. Zur Vorbeugung, Stabilisierung und Schmerzlinderung kann das Tapen des Knies sinnvoll sein.  

Zur Stabilisierung werden Tape-Streifen rund um die Kniescheibe angebracht. Dadurch kann die Führung der Kniescheibe positiv beeinflusst werden. Bei beidseitigen Schmerzen im Knie werden Tapes häufig seitlich gesetzt, ein Tape mittig über dem Knie kann die Patellasehne entlasten.  

Kinesiotapes im Schulterbereich 

Bei Schmerzen, Instabilität oder Verspannungen kann Tapen im Schulterbereich gezielt unterstützen. Dadurch können bestimmte Muskelgruppen aktiviert, entlastet oder stabilisiert werden, was die Bewegungsfreiheit fördern und Schmerzen reduzieren kann.  

Auch können Tapes im Schulterbereich helfen, die Körperhaltung zu verbessern, indem sie etwa die Schultern zentrieren, die Aufrichtung verbessern oder die Schulterblätter zusammenhalten. 

Tapes am Knöchel oder Sprunggelenk 

Das Sprunggelenk, landläufig Knöchel genannt, ist häufig von Sport- oder Alltagsverletzungen betroffen. Überbelastungen oder ungeschickte Bewegungen können leicht zu einer Überdehnung oder noch schlimmer dem Reißen der Bänder führen. Dann können Tapes helfen, das Sprunggelenk zu stabilisieren. 

Im Sportbereich, zum Beispiel beim (Beach-)Handball, wo das Sprunggelenk stark belastet wird, wird es oft auch vorbeugend getapt. 

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Quelle: LINDA Apotheken | Foto: IMAGO / Maximilian Koch

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