Allach schockt Göppingen – 54-Tore-Spektakel in Dessau
Der Spieltag in der B-Jugend-Bundesliga: Burgdorf überrollt Horneburg mit 27 Toren Vorsprung
Staffel 1: Flensburg kämpft sich nach Fehlstart zurück
MTV Lübeck-Schwartau – THW Kiel 33:40 (14:21)
Handball Club Hamburg – SG Flensburg-Handewitt 27:30 (16:17)
MTV Lübeck – HC Empor Rostock 36:39 (12:18)
Für die SG Flensburg-Handewitt begann das Auswärtsspiel beim Handball Club Hamburg alles andere als vielversprechend. Die Gäste fanden weder offensiv noch defensiv richtig in die Begegnung und lagen früh mit 5:10 zurück. Trainer Jonas Höhnicke hatte genug gesehen, nahm eine Auszeit und stellte seine Abwehr von einer 6:0- auf eine offensivere 5:1-Formation um. In der Folge bekam Flensburg wieder mehr Zugriff auf das Hamburger Angriffsspiel, kämpfte sich zurück und stellte noch vor der Pause den Ausgleich her. Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Defensive der Schlüssel zum Erfolg, sodass die Gäste die Partie schließlich mit 30:27 für sich entschieden. „Wir sind sehr zufrieden mit der Abwehr und dem Kampfgeist, den wir gezeigt haben", lobte Höhnicke seine Mannschaft im Anschluss.
Auf der Gegenseite haderte Hamburgs Trainer Johannes Krüger vor allem mit den offensiven Problemen. Seine Mannschaft habe gegen die offensive Deckung der Gäste den Ball nicht gut genug laufen lassen und sich immer wieder zu schwierigen Abschlüssen gezwungen gesehen. „Zehn eigene Tore in der zweiten Halbzeit sprechen für sich", brachte er die enttäuschende Angriffsleistung auf den Punkt.
Deutlich weniger Spannung bot das Duell zwischen dem VfL Lübeck-Schwartau und dem THW Kiel. Mit 40:33 behielten die Kieler die Oberhand, wobei die Gastgeber vor allem mit ihrer Chancenverwertung unzufrieden waren. „Wir haben in der ersten Halbzeit relativ viele Pfostentreffer gehabt, obwohl wir unsere Chancen geduldig herausgespielt haben", erklärte VfL-Trainer Benedikt Köhler. Hinzu kamen zahlreiche technische Fehler, die Kiel einfache Gegenstöße ermöglichten. So lief Schwartau über weite Strecken einem Rückstand von sechs bis sieben Treffern hinterher.
Wesentlich enger ging es beim MTV Lübeck zu, die sich mit einem 36:39 gegen den HC Empor Rostock geschlagen geben mussten. Die Gäste aus Rostock nutzten ihre Möglichkeiten zunächst besser und erarbeiteten sich bereits in der ersten Halbzeit einen Vorsprung von sechs Toren, mussten im weiteren Spielverlauf gegen die offensive Lübecker Deckung allerdings immer wieder Ballverluste hinnehmen. Zusammen mit einigen Zeitstrafen sorgte das dafür, dass die Gastgeber noch einmal herankamen und die Begegnung spannend hielten. Am Ende behaupteten sich jedoch der HC Rostock, deren Trainerin Christin Witte sich mit der Leistung ihrer Mannschaft zufrieden zeigte: „Wir hatten uns schon in der ersten Halbzeit relativ gut aufgestellt und aus einer starken Abwehr heraus einen guten Angriff gespielt."
Staffel 2: Ungewöhnlicher Schachzug bringt Bissendorf auf die Siegerstraße
HC Bremen – TV Bissendorf-Holte 32:33 (17:18)
HSG Schaumburg-Nord – ATSV Habenhausen 30:33 (14:19)
TSV Burgdorf – VfL Horneburg 45:18 (25:5)
Für den TV Bissendorf-Holte begann das Auswärtsspiel beim HC Bremen alles andere als nach Plan. Bereits nach knapp acht Minuten hatten die Gäste neun Gegentore kassiert und sich durch mehrere einfache Ballverluste selbst in Schwierigkeiten gebracht. Trainer Benedikt Niemann sah sich deshalb früh zum Handeln gezwungen und nahm nach 7:40 Minuten seine erste Auszeit. In dieser stellte die Bissendorfer Abwehr auf eine 6:0-Deckung um, die die Mannschaft zuvor lediglich in ein bis zwei Trainingseinheiten während der Vorbereitung einstudiert hatte.
Die Umstellung zeigte sofort Wirkung und Bremen fand gegen die neue Formation kaum Lösungen, während Bissendorf mit einem 3:0-Lauf zurück ins Spiel fand. „Wir haben sofort super Zugriff bekommen und Bremen total überrascht", freute sich Niemann. Bis zur Halbzeit drehten die Gäste das Ergebnis und erarbeiteten sich eine Führung. Auch Torhüter Raphael Ewert entwickelte sich anschließend zu einem entscheidenden Faktor und parierte ab der 16. Minute insgesamt 18 Würfe. Im Angriff ragten Hannes Bocklage mit zwölf und Toni Hannemann mit acht Treffern heraus. Trotz einiger unnötiger Fehler in der Schlussphase rettete Bissendorf einen knappen 33:32-Erfolg über die Zeit. „Viel Adrenalin und Freude am Ende. Endlich mal ein knappes Spiel gewonnen", überwog bei Niemann anschließend die Erleichterung.
Auch der ATSV Habenhausen musste bei der HSG Schaumburg-Nord hart für seine Punkte arbeiten. Nach defensiven Problemen in den ersten zehn Minuten stabilisierten sich die Gäste und erarbeiteten sich bis zur Halbzeit einen Vorsprung von fünf Toren. Besonders die Einwechslung von Tim Behnke brachte zusätzliche Ruhe ins Angriffsspiel. Schaumburg ließ sich davon allerdings nicht entmutigen und kämpfte sich nach dem Seitenwechsel wieder heran. Erst eine starke Abwehr- und Torhüterleistung sicherte Habenhausen den 33:30-Erfolg. Besonders Hendrik Käne-Vahle erwies sich erneut als wichtiger Rückhalt.
Für die einseitigste Begegnung des Wochenendes sorgte dagegen der TSV Burgdorf. Die Jungrecken ließen dem VfL Horneburg beim 45:18 keine Chance und feierten mit 27 Toren Unterschied den höchsten Sieg des Spieltags. Dabei setzte die Mannschaft von Trainer Michel Sperling ihre beeindruckende Offensivserie fort und knackte bereits zum dritten Mal in Folge die Marke von 45 Treffern. Nach vier Begegnungen steht Burgdorf damit weiterhin ohne Punktverlust da und unterstreicht eindrucksvoll seine Favoritenrolle in Staffel 2. Für Horneburg war es dagegen ein bitterer Nachmittag, an dem die Gäste offensiv kaum zur Entfaltung kamen und die treffsicheren Burgdorfer Angreifer nur selten stoppen konnten.
Staffel 3: Lemgo behält gegen dezimierte Braunschweiger die Nerven
HSG Handball Lemgo – MTV Braunschweig 31:27 (12:11)
HBV Jena 90 – SC Magdeburg 22:31 (9:14)
Zahlreiche Verletzungen und Ausfälle hatten den Kader des MTV Braunschweig vor dem Gastspiel bei der HSG Handball Lemgo deutlich verkleinert. Doch auf dem Spielfeld war davon lange wenig zu erkennen. Die Gäste hielten die Begegnung offen und brachten Lemgo immer wieder in Schwierigkeiten. Dabei hatten sich die Gastgeber vor allem defensiv eine Steigerung vorgenommen. „Das ist uns gerade in der Anfangsphase sehr gut gelungen. Wir haben sehr kompakt und zielstrebig verteidigt", erklärte Trainer Lars Bakker.
Im eigenen Angriff fehlten den Lemgoern dagegen zunächst häufig die passenden Lösungen. Bakker hätte sich mehr Mut von seiner Mannschaft gewünscht, die sich mehrfach gute Gelegenheiten erarbeitete, diese jedoch nicht konsequent nutzte. So entwickelte sich eine lange ausgeglichene Begegnung, in der beide Mannschaften ihre Möglichkeiten hatten. Erst in der Schlussphase agierten die Gastgeber entschlossener und setzten sich schließlich mit 31:27 durch. „Die Jungs haben sich das definitiv verdient. Chapeau an die Defensivleistung, offensiv haben wir aber noch Steigerungspotenzial", bilanzierte Bakker.
Weniger Mühe hatte der SC Magdeburg beim HBV Jena 90. Mit 31:22 setzten sich die Gäste deutlich durch und ließen kaum Zweifel am Ausgang aufkommen. Besonders die Defensive überzeugte Trainer Pasqual Tovornik. „Wir haben fantastisch verteidigt und konnten uns auf unsere Deckung verlassen", lobte er seine Mannschaft. Mit dem Angriffsspiel war er dagegen deutlich weniger zufrieden. Zu häufig hätten seine Spieler den einfachen Weg zum Tor nicht erkannt.
Auch Jenas Trainer Felix Eckert fand deutliche Worte. „Um gegen ein Topteam wie den SCM auf Augenhöhe zu sein, muss bei uns alles passen. Und das war heute nicht der Fall." Zwar habe seine Mannschaft phasenweise gut verteidigt, doch im Angriff sind die Jungs aus Jena zu harmlos gewesen. Zudem forderte er eine positivere Körpersprache und eine andere Herangehensweise.
Staffel 4: Dessau trifft 54-mal und Potsdam muss bis zum Schluss kämpfen
1. VfL Potsdam – HC Elbflorenz 37:35 (17:16)
Füchse Berlin Reinickendorf – SC DHfK Leipzig 44:36 (23:17)
Dessau-Roßlauer HV – SG NARVA Berlin 54:35 (23:18)
Wer am Wochenende möglichst viele Tore sehen wollte, war beim Dessau-Roßlauer HV genau richtig. Beim 54:35 gegen die SG NARVA Berlin bekamen die Zuschauer unglaubliche 89 Treffer zu sehen. Allein 54 davon gingen auf das Konto der Gastgeber, die damit den höchsten Torwert des gesamten Spieltags aufstellten. Für die Berliner war es dagegen ein gebrauchter Nachmittag, an dem die eigene Offensive mit immerhin 35 Treffern kaum ins Gewicht fiel.
Deutlich umkämpfter verlief das Duell zwischen dem 1. VfL Potsdam und dem HC Elbflorenz. Zwar erwischten die Gastgeber den besseren Start und setzten sich schnell mit drei bis vier Toren ab, doch Dresden ließ sich davon nicht beeindrucken. Die Gäste fanden zunehmend Lösungen gegen die Potsdamer Defensive und verkürzten den Rückstand bis zur Halbzeit auf einen Treffer. Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie offen, ehe in den letzten zehn Minuten Matteo Prokop zum entscheidenden Mann wurde. Immer wieder gewann der Potsdamer Zweikämpfe im Abwehrzentrum der Gäste und kam entweder selbst zum Abschluss oder setzte seine Mitspieler in Szene. „Das war so ein bisschen der X-Faktor für Potsdam, warum sie die letzten zehn Minuten und auch das Heimspiel um Platz zwei für sich entscheiden", erklärte Dresdens Trainer Daniel Grieve nach der knappen 35:37-Niederlage. Auf eigener Seite hob er Alexander Lach und Anton Hunger hervor, die im Rückraum eine starke Leistung gezeigt hatten und zwölf beziehungsweise zehn Treffer beisteuerten.
Potsdams Trainer Uwe Kalski war trotz der beiden Punkte dagegen alles andere als zufrieden. „Am Ende sind wir natürlich glücklich über die zwei Punkte, mehr ist es dann aber auch nicht", lautete sein ernüchterndes Fazit. Vor allem das schwache Rückzugsverhalten und zahlreiche unkluge Entscheidungen im Angriff hatten ihm missfallen. Dabei war sein Team zunächst so gut gestartet. „Dann ist dieser zweite Teil bis zur Halbzeitpause wirklich schwach. Wir spielen da einfach nicht klug Handball", kritisierte Kalski.
Auch die Füchse Berlin präsentierten sich offensiv in Torlaune. Gegen den SC DHfK Leipzig setzte sich der Hauptstadtklub mit 44:36 durch. Immer wieder fanden die Berliner im Positionsangriff Lösungen und spielten die Bälle konsequent auf die Außenpositionen. Davon profitierte insbesondere Nic Körber, der von Rechtsaußen zwölf Treffer erzielte. „Wir haben den Ball gut laufen lassen und immer wieder auf die Außen abgeräumt", freute sich Trainer Fabian Ludwig. Mit der Abwehrleistung war er dagegen weniger zufrieden. Gleichzeitig verwies er darauf, dass Leipzig auf Karl Viehmann verzichten musste und Franz Hamperl gegen Ende der ersten Halbzeit verletzungsbedingt ausfiel.
Staffel 5: Bergischer HC überrollt Dutenhofen
VfL Gummersbach – JSG Handball Köln 40:39 (18:17)
Bergischer HC – HSG Dutenhofen/Münchholzhausen 36:19 (18:11)
Ein derart deutliches Ergebnis hatte selbst BHC Trainer Karsten Wefers nicht erwartet. Mit 36:19 setzte sich der Bergische HC gegen die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen durch und ließ den Gästen dabei kaum eine Chance. „Wir haben heute einen wirklich sehr guten Job in der Abwehr gemacht, vor allem in Verbindung mit unseren Torhütern", freute sich der Wefers. Besonders die Zwei-gegen-zwei-Situationen haben seine Spieler so gelöst, wie es sich das Trainerteam vorgestellt hatte. Auf der Gegenseite herrschte dagegen großer Frust. Schon in der ersten Halbzeit hatten sich bei Dutenhofen zehn Fehlwürfe und sechs technische Fehler angesammelt, nach dem Seitenwechsel kamen weitere 16 Fehlwürfe hinzu. „Damit hat man keine Chance auf diesem Niveau", stellte Trainer Jan Sommerfeld fest. Auch mit dem Defensivverhalten war er alles andere als zufrieden. „Wir müssen knallhart analysieren, warum wir so wenig Effizienz im Angriff haben, so unfassbar viele Fehler machen und so wenig Zugriff in der Deckung bekommen", kündigte er deutliche Gespräche innerhalb der Mannschaft an.
Ein vollkommen anderes Bild bot sich beim Aufeinandertreffen des VfL Gummersbach und der JSG Handball Köln. Beide Mannschaften lieferten sich bereits am Donnerstag einen offenen Schlagabtausch mit insgesamt 79 Treffern. Mit einer knappen 18:17-Führung ging Gummersbach in die Pause, bevor Köln nach dem Seitenwechsel zwischenzeitlich das Kommando übernahm. Doch auch ein Drei-Tore-Vorsprung der Gastgeber beim 30:27 brachte keine Vorentscheidung, denn die Gäste kämpften sich zurück und gingen gut zwei Minuten vor Schluss sogar mit 38:39 in Führung. Dann schlug allerdings die Stunde von Tom Loosen, der zunächst zum 39:39 ausglich und neun Sekunden vor dem Ende auch noch den umjubelten 40:39-Siegtreffer erzielte. Für Gesprächsstoff sorgte zudem die ungewöhnliche Defensivtaktik der Kölner, die über weite Strecken mit einer Manndeckung agierten. Gummersbachs Trainer Maciej Dmytruszynski zeigte sich davon wenig begeistert und stellte den entwicklungsfördernden Nutzen einer solchen Spielweise im Jugendhandball infrage. Gleichzeitig lobte er die Reaktion seiner Mannschaft, die sich trotz der ungewohnten Herausforderung nicht aus der Ruhe bringen ließ und bis zum Schluss kämpfte.
Staffel 6: Friesenheim rettet knappen Vorsprung über die Zeit
TSG Münster – TVG Junioren-Akademie 31:36 (12:16)
HSG Rodgau/Nieder-Roden – HLZ Friesenheim/Hochdorf 29:31 (13:17)
Bis in die Schlussphase blieb offen, wer die Begegnung zwischen der HSG Rodgau/Nieder-Roden und dem HLZ Friesenheim/Hochdorf für sich entscheiden würde. Beide Mannschaften begegneten sich über weite Strecken auf Augenhöhe, ehe sich die Gäste kurz vor der Halbzeit mit vier Treffern absetzen konnten. Die Gastgeber fanden nach dem Seitenwechsel allerdings schnell zurück ins Spiel und verkürzten den Rückstand auf zwei Tore.
Mehrfach bot sich Nieder-Roden anschließend sogar die Möglichkeit zum Ausgleich, doch ausgerechnet in den entscheidenden Momenten verhinderten technische Fehler die vollständige Wende. Friesenheim behauptete seinen knappen Vorsprung und feierte schließlich einen 31:29-Auswärtssieg. „Wir hatten eine stabile Abwehr, haben uns im Angriff aber etwas schwergetan", so Friesenheims Trainer Volker Schuster im Anschluss der Partie. Insgesamt sei es jedoch ein verdienter Sieg gewesen.
Nieder-Rodens Coach Lenny Jackl sah die vergebenen Möglichkeiten als entscheidenden Faktor. „Wir hatten auch die Chance auf ein Unentschieden, hatten aber zu viele technische Fehler und haben das Spiel am Ende mit minus zwei verloren." Trotz der Niederlage bescheinigte er beiden Mannschaften eine gute Leistung.
Die zweite Begegnung der Staffel entschied die TVG Junioren-Akademie mit 36:31 bei der TSG Münster für sich und legten dabei bereits in der Anfangsphase den Grundstein für ihren Erfolg. Nach knapp acht Minuten führte der TVG mit 6:3, musste die Gastgeber im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit allerdings noch einmal bis auf einen Treffer herankommen lassen. Mit konsequenter Abwehrarbeit und einer treffsicheren Offensive verschafften sich die Gäste anschließend wieder etwas Luft und gingen mit einer 16:12-Führung in die Kabine. Auch nach dem Seitenwechsel behielt die Junioren-Akademie die Kontrolle, setzte sich zwischenzeitlich noch deutlicher ab und brachte den Fünf-Tore-Vorsprung schließlich ins Ziel.
Staffel 7: Stuttgart überzeugt gegen Pforzheim als Kollektiv
Rhein-Neckar Löwen – SG BBM Bietigheim 42:31 (21:10)
JSG Balingen-Weilstetten – HC Erlangen 33:34 (16:21)
TVB Stuttgart – SG Pforzheim/Eutingen 41:32 (20:13)
Einen überzeugenden Auftritt zeigte der TVB Stuttgart gegen die SG Pforzheim/Eutingen. Mit 41:32 setzten sich die Gastgeber durch und ließen dem Gegner dabei nur wenige Möglichkeiten, die Begegnung noch einmal spannend zu gestalten. „Wir haben unseren Plan heute gut umgesetzt und unser Erfolg lag in der Abwehr", bilanzierte Trainer Henning Fröschle. Auch im Angriff habe seine Mannschaft immer wieder passende Lösungen gefunden. Einzelne Spieler wollte der Coach deshalb ausdrücklich nicht hervorheben. „Es war eine kollektiv gute Leistung." Bei Pforzheim sah Alessio Walter dagegen zahlreiche einfache Fehler als Ursache für die Niederlage. Schon in der Anfangsphase habe die Abstimmung nicht funktioniert, wodurch der Rückstand schnell auf acht bis neun Treffer angewachsen sei. Auch nach der Pause fanden die Gäste nicht mehr zu ihrem Spiel zurück. „Jeder wollte irgendwie sein Ding machen. Wir haben uns nicht wirklich an Absprachen gehalten", haderte Walter.
Deutlich enger ging es bei der JSG Balingen-Weilstetten zu. Einen lange souveränen Auftritt hätte der HC Erlangen bei der JSG beinahe noch aus der Hand geben. „Wir haben 50 Minuten ein sehr gutes Spiel gemacht, uns an den Plan gehalten und guten Handball gezeigt", lobte Erlangens Trainer Leo Höltkemeyer zunächst den Auftritt seiner Mannschaft. Mit der Schlussphase war er dagegen weniger zufrieden. Die offensivere Deckung der Gastgeber hat sein junges Team zunehmend vor Probleme gestellt. „Da haben wir uns nicht so geschickt angestellt", räumte Höltkemeyer ein und führte die Schwierigkeiten auch auf die Unerfahrenheit seiner Spieler zurück. Am Ende retteten die Gäste ihre Führung knapp über die Zeit und durften sich über einen 34:33-Auswärtssieg freuen. Auf Balingen-Seite haderte Trainer Tobias Thumm dagegen vor allem mit der Defensivleistung in der ersten Halbzeit: „21 Gegentore sind nicht das, was wir uns unter Abwehrarbeit vorstellen", kritisierte er. Dazu kamen 19 Fehlwürfe, die einen möglichen Punktgewinn verhinderten. Mit Matts Häberlen fehlte zudem ein wichtiger Abwehrspieler, der sich wenige Tage zuvor im Training verletzt hatte und vielleicht noch einmal etwas mehr Stabilität in der Defensive gebracht hätte.
Keine größeren Probleme hatten dagegen die Rhein-Neckar Löwen, die sich gegen die SG BBM Bietigheim deutlich mit 42:31 durchsetzten. Die Gastgeber präsentierten sich dabei vor allem offensiv in Torlaune und knackten zum zweiten Mal in dieser Saison die Marke von 40 Treffern. Für Bietigheim war es hingegen ein schwieriger Nachmittag, an dem auch 31 eigene Tore nicht ausreichten, um den Löwen ernsthaft gefährlich zu werden.
Staffel 8: Ottobeuren dreht Rückstand gegen Filder
TSV München-Allach – Frisch Auf Göppingen 29:28 (13:14)
JANO Filder – TSV Ottobeuren 41:42 (25:21)
VFL Günzburg – HT München 33:23 (17:14)
Eine nahezu perfekte erste Halbzeit im Angriff reicht nicht zwangsläufig für zwei Punkte. Diese Erfahrung musste JANO Filder gegen den TSV Ottobeuren machen. Die Gastgeber zeigten offensiv zunächst eine beeindruckende Vorstellung und setzten sich schnell mit vier Treffern ab. „Wir haben den starken Rückraum, insbesondere Felix Johansen, nicht in den Griff bekommen. Unsere Abwehr war in der ersten Halbzeit einfach schlecht", räumte Ottobeurens Trainer Herbert Tschugg ein. Nach der Pause reagierte er, ließ Johansen offensiver verteidigen und gleichzeitig fand Torhüter Felix Varga immer besser in die Begegnung, der seine Mannschaft mit mehreren wichtigen Paraden im Spiel hielt. „Im ständigen Hin und Her hatten wir am Ende mit einem Tor die Nase vorne", freute sich Tschugg über den 42:41-Erfolg seiner Mannschaft. Filders Trainer Jan de Bellis gratulierte anschließend zum verdienten Sieg, ärgerte sich aber über die eigene Defensive. „Wir haben gegen Ottobeuren besonders in Halbzeit eins eine nahezu perfekte Offensivleistung abrufen können. Defensiv sah das leider anders aus", stellte er fest.
Für eine weitere Überraschung sorgte der TSV München-Allach, der sich gegen den bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer Frisch Auf Göppingen mit 29:28 durchsetzte. „Wir haben ganz gut angefangen, dann wurde es hektischer. Erlangen hat gut gekämpft", so Göppingens Trainer Tobias Dürler, der mit der Chancenverwertung seiner Mannschaft haderte. Immer wieder hat Göppingen den Ball nicht gut genug laufen lassen und zu viele Möglichkeiten ungenutzt gelassen. So blieb die Partie auch nach dem Seitenwechsel hart umkämpft, wobei sich bis in die Schlussphase keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. „Wir hatten am Schluss die Chance zu gewinnen, aber es sollte heute nicht so sein", bilanzierte Dürler. Am Ende sorgte ein entscheidender Ballgewinn der Münchener für den umjubelten Heimsieg. „Ich kann vor meiner gesamten Mannschaft nur den Hut ziehen. Sie hat die Herausforderung bravourös gemeistert", schwärmte Trainerin Anja Kreitmair anschließend. Besonders stolz ist sie darauf, wie ihre Mannschaft die Ausfälle kompensiert hatte. „Es spricht für die Breite und den Charakter des Kaders, dass wir dies gegen einen hochklassigen Gegner wie FAG hinbekommen haben."
Seinen ersten Saisonsieg durfte dagegen der VfL Günzburg feiern. Vor rund 200 Zuschauern setzten sich die Gastgeber mit 33:23 gegen HT München durch, wobei das Endergebnis deutlicher ausfiel, als es der lange Spielverlauf vermuten ließ. In den ersten 20 Minuten legten die Gastgeber meist nur ein bis zwei Tore vor und München konnte immer wieder ausgleichen. Beide Mannschaften hatten zunächst Schwierigkeiten, die gegnerischen Angriffe in den Griff zu bekommen, bevor eine Auszeit der Günzburger für mehr Stabilität auf beiden Seiten sorgte. Da sich die Gäste allerdings etwas mehr Fehler erlaubten, ging Günzburg mit einer 17:14-Führung in die Kabine. Erst zwischen der 42. und 49. Minute sorgte ein 6:0-Lauf der Günzburger von 23:19 auf 29:19 für die Entscheidung. „Wie so oft in der bisherigen Saison brachen wir dann leider für einige Minuten völlig ein", bemängelte Münchens Trainer Yannik Ritter, der vor allem hektische Entscheidungen und den mangelnden Rückzug seiner Mannschaft kritisierte. Der VfL belohnt sich so nach drei Niederlagen mit den ersten beiden Punkten der Saison.
Text: Jan-Malte Minnerup | Foto: Alexsportsphotos
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