Ischn gegen Vipers - Spitzengruppe oder Mittelfeld?
3. Liga: Alle Infos zum zweiten Spieltag in der Staffel Mitte
- Topspiel in Mainz: Die noch ungeschlagene TSG Mainz-Bretzenheim empfängt Bad Wildungen.
- Offensive gegen Defensive: Wülfrath trifft mit 71 Toren auf die bislang stärkste Abwehr von Mainz 05 II.
- Köln will oben bleiben: Der Tabellenführer reist nach dem 44:24-Erfolg zu Bensheim/Auerbach II.
- Wichtige Punkte im Keller: Königsdorf und Aldekerk treffen im direkten Duell aufeinander.
Samstag, 26. September 2026, 16:00 Uhr: TuS Königsdorf - TV Aldekerk
"Jetzt zählt Aldekerk", schreiben die Vereinsmedien des TuS Königsdorf nach der vernichtenden, aber auch "lehrreichen", 24:44-Niederlage gegen den 1. FC Köln in der Vorwoche. Nach einem Unentschieden und der erwähnten Niederlage stehen die Aufsteigerinnen des TuS mit 1:3-Punkten auf Platz zehn der Tabelle. Der kommende Gegner, der TV Aldekerk, konnte in der bisherigen Spielzeit kein Spiel gewinnen und trägt daher aktuell punktgleich mit dem THC II die rote Laterne der Liga mit sich. Kurzum: Das Spiel zwischen Königsdorf und Aldekerk verteilt enorm wichtige Punkte zwischen zwei wohl direkten Konkurrenten im Tabellenkeller. Hauptaugenmerk werden die Gäste auf Deborah Seipp legen müssen, die Kapitänin des TuS führt die interne Torjägerliste mit elf Toren aus zwei Spielen an. Aufseiten des TV A ist jedoch Lena Heimes gleichermaßen mit Emma Molderings bei aktuell elf Treffern. Wie üblich in derart engen Vergleichen im unteren Tabellendrittel, wird viel auch die Tagesform entscheiden.
Samstag, 26. September 2026, 19:30 Uhr: TSG 1893 Leihgestern - BV Borussia 09 Dortmund II
Die Reserve des BV Borussia 09 Dortmund warte weiter auf den ersten Saisonsieg nach dem Aufstieg in die dritte Liga. Im dritten Anlauf geht es für den Bundesliga-Unterbau zur TSG 1893 Leihgestern, die gleichermaßen mit einer bisher wechselhaften Saison konfrontiert sind. Das Team von Jonna Jensen, das sich in der Vorsaison als Aufsteiger fulminant den fünften Platz am Ende sicher konnte, verlor am ersten Spieltag knapp mit 23:24 gegen den TB Wülfrath, am zweiten Spieltag gab es wiederum einen knappen 26:25-Sieg beim THC II. Was also nach klarem Vorteil für die TSG klingt, könnte trügerisch sein. Der BVB-Nachwuchs forderte am ersten Spieltag die TSG Mainz-Bretzenheim bis zum Schluss und musste lediglich knapp eine 25:27-Niederlage einstecken, am zweiten Spieltag sprang bei der nächsten Spitzenmannschaft, den HSG Bad Wildungen Vipers ein Punkt raus. Und das, obwohl die Gelb-Schwarzen mit etwas mehr als drei Minuten auf der Uhr noch drei Tore in Führung lagen.
Samstag, 26. September 2026, 19:30 Uhr: TSG Mainz-Bretzenheim - HSG Bad Wildungen Vipers
Das Duell TSG Mainz-Bretzenheim gegen die HSG Bad Wildungen Vipers gab es vor zwei Saisons noch in der zweiten Bundesliga, in der Vorsaison dann nach den jeweiligen Abstiegen in der dritten Liga. Mit sichtlichen personellen Problemen mussten die Vipers beide Vergleiche in der Vorsaison an die TSG abgeben - im Hinspiel stand es 27:37, das Rückspiel endete 22:24. Und mehr noch als in der letzten Spielzeit, könnten die Vergleiche zwischen den beiden einstigen Zweitligisten entscheidend an der Tabellenspitze werden. Die Vipers haben den eigenen Kader gehörig aufgerüstet, ob da ein 34:30-Sieg gegen den THC II und zuletzt ein Unentschieden (27:27) gegen den BVB-Nachwuchs den Erwartungen entspricht, ist eher fraglich. Die Ischn indes konnten die ersten beiden Spiele der Saison gewinnen - dabei gab es einen knappen 27:25-Sieg gegen den BVB II und einen Drei-Tore-Sieg gegen die Junior Flames (27:24). Die Ischn erwarten demnach laut Instagram-Post "ein Spiel auf Augenhöhe", in den Fokus soll vor allem die Abwehrarbeit rücken. Die Medien der Vipers zeigen sich indes kämpferisch: "Eine echte Herausforderung – aber genau für solche Duelle brennen wir."
Samstag, 26. September 2026, 20:00 Uhr: TB Wülfrath - 1. FSV Mainz 05 II
Der TB Wülfrath ist mitunter die auffälligste Überraschung der neuen Saison in der Staffel Mitte. Im vorigen Jahr belegten die Kalkstädterinnen den neunten Platz und waren demnach gefährlich nah an der Abstiegszone zuhause. Der Sieg am ersten Spieltag gegen die TSG Leihgestern (34:23) sah jedoch absolut nicht nach "Platz neun" aus. Wenn auch am zweiten Spieltag der Dämpfer mit dem 40:37 gegen den PSV Recklinghausen kam - aus beiden Spielen wird der TB ordentlich viel mitgenommen haben. Zumindest mit der offensiven Leistung von 71 Toren in zwei Spielen dürfte die Marschroute klar sein. Tabellarisch Wülfrath auf Platz fünf, direkt darunter steht der kommende Gegner. Der 1. FSV Mainz 05 II zahlte am ersten Spieltag gegen den 1. FC Köln (19:24) Lehrgeld, dafür gab es am zweiten Spieltag einen Sieg gegen den TV Aldekerk (22:20). Unterschiedlicher könnten die bisherigen Erfahrungen demnach gar nicht sein. Die Reserve der Meenzer Dynamites wirft mit 41 Toren die wenigsten der gesamten Liga, Wülfrath führt die Liga mit den genannten 71 Toren knapp hinter dem PSV Recklinghausen (74 Tore) an. Aber - der FSV kassierte bisher auch lediglich 44 Tore und stellt damit die aktuell beste Abwehr der Liga. Wülfrath kassierte in den beiden absolvierten Spielen schon 63 Tore. Dass der TB nicht alles über den fulminanten Angriff lösen können wird, ist auch Co-Trainer Jörg Büngeler klar: „Wir müssen zur Abwehrleistung aus dem ersten Spiel zurückfinden und unsere Angriffsleistung stabil auf die Platte bringen. Unter diesen Voraussetzungen haben wir eine gute Chance, die zwei Punkte in Wülfrath zu behalten."
Sonntag, 27. September 2026, 16:00 Uhr: HSG Bensheim/Auerbach II - 1. FC Köln
Ein Unentschieden (31:31) gegen die Aufsteiger aus Königsdorf und eine knappe Niederlage gegen die amtierende Meistermannschaft aus Mainz-Bretzenheim (24:27). Die Bilanz der HSG Bensheim/Auerbach II ist mit einem Punkt aus zwei Spielen nicht gerade glorreich - da hilft es nicht, dass am dritten Spieltag mit dem 1. FC Köln die nächste Spitzenmannschaft in die Weststadthalle nach Bensheim kommt. Der Effzehn bringt nicht nur zwei Siege aus den ersten beiden Spielen mit, mit 44:24 gab es am vergangenen Spieltag zudem eine regelrechte Ansage an die gesamte Liga. Mit dem FC ist in dieser Saison wieder zu rechnen. Die bisherigen Auftritte leiten die Favoritenrolle klar in Richtung FC Köln weiter, wenn die Domstädterinnen die aktuelle Tabellenführung halten möchten, ist verlieren verboten.
Sonntag, 27. September 2026, 17:00 Uhr: PSV Recklinghausen - Thüringer HC II
Die Kluft zwischen dem PSV Recklinghausen und dem Thüringer HC II könnte vor dem direkten Duell auf den ersten Blick kaum größer sein. Der Polizeisportverein liegt punktgleich mit den Spitzenteams aus Köln und Mainz-Bretzenheim auf Platz zwei der Liga (4:0-Punkte), der THC-Nachwuchs teilt sich mit dem TV Aldekerk das Ende der Tabelle (0:4-Punkte). Der PSV überrascht im positiven Sinne bisher kein Stück - wie schon im Vorjahr steht die Mannschaft von Pascal Wix für schonungslosen Offensiv-Handball. Beleg für den Ansatz sind 74 Tore nach zwei Spielen, wobei die Defensive mit 67 Gegentoren nicht gerade im Fokus stand. Der zweite Blick lohnt sich beim THC-Nachwuchs durchaus auch, denn zwar stehen bis dato zwei Niederlagen zu Buche. Dabei ging es bis kurz vor Schluss stets knapp zu. Gegen die HSG Bad Wildungen Vipers stand es am Ende 30:34, gegen Leihgestern war es mit 25:26 noch knapper. Hier führte der Bundesliga-Nachwuchs fünf Minuten vor Schluss noch mit zwei Toren (25:23). Es fehlte demnach nicht viel zu den ersten Punkten der neuen Saison für den THC II - als Außenseiter liegt der Druck vor dem kommenden Duell auf jeden Fall nicht bei den Erfurterinnen.
Text: Felix Maier / Bild: IMAGO / Lobeca
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