Buzzerbeater in Hannover – die Aufsteiger auf Wolke sieben
3. Liga Frauen Nord 26/27: So lief der 4. Spieltag
- TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck: Ungefährdeter Sieg gegen Nord Harrislee
- TV Hannover-Badenstedt: Monja Nagel wird zur Heldin bei Hannover
- HSG Eider Harde: Überraschungssieg gegen den Tabellenzweiten
- SV Fortuna 50 Neubrandenburg: Perfekter Saisonstart – Kommt jetzt die Todesfelde Saison?
- HC Leipzig 2: Befreiungsschlag im Tabellenkeller
- SC SFN Vechta: Abwärtstrend geht weiter
Viel passiert am Feiertagswochenende des vierten Spieltages in der Staffel Nord der 3. Liga Frauen. Von knappen Siegen in den letzten Sekunden bis zu deutlichen Kantersiegen mal wieder alles dabei und wie immer steht sich Freud und Leid direkt gegenüber, so auch nach dem vierten Spieltag. Während die Aufsteiger weiter die Liga aufmischen, wird es am Tabellenende schon jetzt ziemlich düster und bei Frankfurt erlebt man den ersten Dämpfer.
TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck: TSV Nord Harrislee 39:32 (15:12)
Den Auftakt am Feiertag durften die TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck und der TSV Nord Harrislee bestreiten. Auf dem Papier waren die Rollen klar verteilt, die heimische TuS 97 perfekt gestartet mit 4:0 Punkten empfing den noch punktlosen TSV aus Nord Harrislee, und so verlief das Spiel über die gesamten 60 Minuten, in denen die Bielefelderinnen nicht einmal den Anschein aufkommen ließen, dass hier eine andere Mannschaft außer der TuS die Punkte mitnimmt. Allen voran Emma Pfennig, die mit 9 Toren zur besten Torschützin sich eintragen ließ, und so den Grundstein für den nie gefährdeten 39:32 Erfolg aus Sicht des TuS 97 legte. Die Frauen des TSV Nord Harrislee konnten trotz ansprechender Anfangsphase, in der sie sich nach sieben Minuten durch Anne Cathrine Styrbaek mit der Führung belohnen können, am Ende nichts Zählbares aus Ostwestfalen mitnehmen und warten weiterhin auf die ersten Punkte der Saison.
TV Hannover-Badenstedt: Frankfurter HC 23:22 (9:12)
In Hannover liegen Monja Nagel alle zu Füßen, nachdem 23:22 Sieg gegen den Favoriten aus Frankfurt. So sorgte doch Nagel mit ihrem Siegtreffer in letzter Sekunde für den knappen Sieg und den ersten Dämpfer für den Frankfurter HC im Aufstiegsrennen. Wenn man einem Spiel das Label „Topspiel" vergeben kann, dann ist es auf jeden Fall das Spiel des TV Hannover-Badenstedt gegen den Frankfurter HC. Die Begegnung hielt, was sie versprach, und man hat gesehen, dass hier zwei Mannschaften aufeinandertrafen, die von sich aus den Anspruch haben ganz oben den Ton anzugeben. Von Anfang an haben sich beide Mannschaften nichts geschenkt und das zeigt sich in einer ausgeglichenen ersten Viertelstunde mit stetig wechselnden Führungen. Die Frankfurterinnen konnten sich anschließend zwar etwas absetzen und phasenweise die Führung auf vier Tore ausbauen, aber die Gastgeberinnen aus Hannover gaben sich bis zum Schluss nicht auf und blieben an den Frankfurterinnen dran. Am Ende ist es Monja Nagel auf Seiten des TV Hannover-Badenstedt mit dem glücklichen Händchen und der Belohnung mit zwei Punkten für die kämpferische Leistung. Der Frankfurter HC muss sich am Ende vorwerfen, dass sie es gerade in der zweiten Halbzeit es nicht geschafft haben den Deckel drauf zu machen, das Spiel entschieden und Hannover wieder ins Spiel zurückkommen lassen haben.
HSG Eider Harde: SV Grün Weiss Schwerin 30:29 (14:15)
In Harde bei der HSG ist Feiertagsstimmung nach dem Überraschungssieg gegen den bis dato Tabellenzweiten aus Schwerin. Die HSG Eider Harde fährt nach dem ersten Sieg in Blomberg auch den ersten Sieg vor heimischer Kulisse ein. Der SV Grün Weiss Schwerin komplett neben der Spur am Samstagabend, muss am Ende die verdiente Niederlage akzeptieren in einem Spiel, in dem sie nur kurz vor und nach der Halbzeit ihr eigentliches Leistungsniveau andeuten können. Die HSG Eider Harde ist am Ende über das gesamte Spiel die spielbestimmende Mannschaft und man hat der Mannschaft angemerkt, dass sie heiß und gewillt ist heute den ersten Heimsieg nachzulegen.
VFL Oldenburg 2: SV Fortuna 50 Neubrandenburg 22:29 (11:16)
Wir haben einen neuen Tabellenführer, die SV Fortuna 50 Neubrandenburg. Wenn man gerade in Harde gefühlsmäßig auf Wolke sieben schwebt, dann schwebt man in Neubrandenburg schon um die Erde. Die Fortuna kann auch in Oldenburg ihr Spiel gewinnen und so nach drei Spielen weiterhin die weiße Weste wahren und durch die Ergebnisse der Konkurrenz sich nach vier Spieltagen auf dem ersten Tabellenplatz wiederfinden. Die Screenshots und Drucker müssen heiß laufen heute in Neubrandenburg. In einem souveränen und nie gefährdeten 22:29 Auswärtssieg gegen die Bundesligareserve aus Oldenburg zeigen die Neubrandenburgerinnen einen makellosen Auftritt und nehmen verdient die zwei Punkte aus Niedersachsen mit. Für die Oldenburger Zweite bedeutet es die zweite Saisonniederlage und das endgültige Ankommen im Tabellenmittelfeld mit einer ausgeglichenen Bilanz nach vier Spielen. Für die Anhänger der Oldenburgerinnen bleibt ihre Mannschaft also eine Wundertüte in dieser Saison, bei der man sich Woche für Woche fragt, welches Seite der Mannschaft beim nächsten Mal auf das Feld kommt.
HC Leipzig 2: HSG Blomberg-Lippe 2 34:23 (20:14)
Wenn man einem Spiel im Vorfeld des Spieltages die Überschrift „Duell im Tabellenkeller" vergeben hätte können, dann dem Spiel des HC Leipzig 2 gegen die HSG Blomberg-Lippe 2. Beim Spiel der beiden Zweitvertretungen ihrer Bundesligamannschaften trafen der Tabellenvorletzte auf den Tabellenletzten, welche beide auch schon nach drei Spielen recht abgeschlagen da unten standen. Am Ende steht ein deutlicher 34:23 Sieg für die Leipzigerinnen auf der Anzeigetafel, die sich dadurch ein wenig Luft im Tabellenkeller verschaffen im Kampf um den Klassenerhalt. Ganz im Gegenteil bei den Gästen aus Blomberg, die ein erschreckendes Bild mit der 11 Tore Niederlage abgeben. Der einzige Lichtblick im Blomberger Spiel die 10 Tore von Charlotte Beier, die eine noch höhere Niederlage verhindert haben. Die HSG Zweite muss dringend in die Spur finden, sonst wird es eine ganz düstere und bittere Saison für die Blombergerinnen mit bösem Erwachen am Ende der Saison.
Buxtehude 2: SC SFN Vechta 35:23 (19:11)
Beim Spieltagsabschluss in Buxtehude können die Buxtegirls ihren ersten Saisonsieg in einem klassischen Start-Ziel-Sieg feiern und deutlich die Gäste aus Vechta mit 12 Toren 35:23 trotz Roter Karte in Minute 25 schlagen. Nach der Spielabsage vergangene Woche und zwei Niederlagen zum Start der Saison war schon etwas Druck auf dem Spiel des BSV wollte man auf keinen Fall mit drei Niederlagen in die Saison starten. Nachdem die die Anfangsnervosität abgelegt worden ist, war es Amelie Petra Gabriel, die nach ihrem verworfenen Siebenmeter den Startschuss mit dem 1:0 für den am Ende verdienten Sieg gegen Vechta einläutete. Am Ende wird Gabriel mit 9 Toren zur Topscorerin im Spiel und hat somit ordentlich Aktien am Sieg. Für Vechta bedeutet es die dritte Niederlage im vierten Spiel und nach der dritte Niederlage in Serie ist die Anfangseuphorie des Auftaktsieges gegen den HC Leipzig 2 auch schon wieder verflogen.
Text: Beat Kutter / Bild: Gabi Müller
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