Erlangen dreht verloren geglaubtes Spiel und Wolfschlugen ist weiter nicht zu stoppen
Wolfschlugen bleibt in der 3. Liga Frauen Süd ungeschlagen, Erlangen dreht einen Fünf-Tore-Rückstand und Göppingen gewinnt ein spektakuläres 70-Tore-Spiel.
- Wolfschlugen feiert beim 37:23 in Schutterwald den vierten Sieg im vierten Spiel.
- Erlangen dreht gegen Ismaning in den letzten zwölf Minuten einen Fünf-Tore-Rückstand zum 32:28.
- Die Kurpfalz Bären gewinnen zum dritten Mal in Folge und rücken wieder an die Spitzengruppe heran.
- Göppingen II bezwingt Allensbach in einem 70-Tore-Spiel knapp mit 36:34.
Nach vier Spieltagen in der 3. Liga Frauen Staffel Süd zeichnet sich langsam ab, welche Mannschaften in dieser Saison ganz oben mitmischen könnten und wer früh in den Kampf um den Klassenerhalt gerät. Gleich vier Teams warten noch immer auf den ersten Punktgewinn, auch wenn der SV Allensbach im Gegensatz zur Konkurrenz bislang erst zwei Spiele absolviert hat. An der Spitze haben sich dagegen mehrere Mannschaften in Stellung gebracht und erste Anwärter auf die vorderen Plätze herauskristallisiert.
Wolfschlugen zerlegt Schutterwald mit dem eigenen Matchplan
Dass der TSV Wolfschlugen nach drei Siegen als Favorit nach Schutterwald reisen würde, war keine Überraschung. Dass die Partie beim bis dahin durchaus ordentlich gestarteten TuS derart deutlich werden würde, dagegen schon. Mit 37:23 setzte sich Wolfschlugen durch und steht damit nach vier Begegnungen weiterhin bei der Maximalausbeute von 8:0 Punkten. Trainer Mike Leibssle zeigte sich anschließend selbst beeindruckt vom Auftritt seiner Mannschaft. Wolfschlugen sei „von Anfang an hochkonzentriert" gewesen und habe sich konsequent an den Matchplan gehalten.
Nach der 24:33 Niederlage gegen die Kurpfalz Bären am vorangegangenen Wochenende, kassiert Schutterwald nun die zweite deutliche Niederlage innerhalb von sieben Tagen und rutscht auf Platz acht in der Tabelle. Bei Wolfschlugen entwickelt sich hingegen eine beeindruckende Konstanz. Nach vier Spielen kommt der TSV bereits auf 138 Tore und durchschnittlich 34,5 Treffer pro Partie.
Zwölf Minuten verändern alles: Erlangen dreht Fünf-Tore-Rückstand
Der HC Erlangen musste sich seine weiße Weste beim 32:28 Erfolg gegen den TSV Ismaning deutlich härter erarbeiten und lange sah es nach den ersten Punktverlusten der Saison aus. Zwölf Minuten vor Schluss lag Erlangen noch mit fünf Treffern zurück. Dann mobilisierte der HCE in der Schlussphase noch einmal sämtliche Kräfte und ließ in den letzten zwölf Minuten nur zwei gegnerische Tore zu.
Für Ismaning ist die Niederlage besonders bitter. Nach dem 32:25 Erfolg gegen Kappelwindeck/Steinbach war der TSV mit Rückenwind nach Erlangen gereist und stand kurz davor, einem der Meisterschaftsanwärter die ersten Punkte abzunehmen. Dass fünf Tore Vorsprung in den letzten zwölf Minuten nicht reichten, dürfte entsprechend noch einige Tage nachwirken.
Schozach verteidigt gut und verliert trotzdem zum vierten Mal
Ganz andere Sorgen hat die SG Schozach-Bottwartal. Beim 21:23 gegen den TSV Haunstetten kassierte die SG bereits die vierte Niederlage im vierten Saisonspiel und steht bei 0:8 Punkten. Mit 23 Gegentoren präsentiert sich Schozach-Bottwartal defensiv stabil, offensiv ließ die Mannschaft dagegen zu viele Möglichkeiten ungenutzt und 21 eigene Tore reichen in der 3. Liga nur selten für einen Sieg.
Noch 2024/25 hatte die Mannschaft die Saison auf Rang drei beendet, ehe im vergangenen Jahr Platz acht folgte. Nun stehen nach vier Spielen vier Niederlagen auf dem Konto und wenn sich die Angriffsleistung nicht merklich verbessert, droht der Abstieg in die Regionalliga. Haunstetten konnte durch den Sieg den Anschluss an das Mittelfeld der Liga halten und steht mit 4:4 Punkten bei einer ausgeglichenen Bilanz.
Kurpfalz Bären machen aus dem Fehlstart eine Siegesserie
Noch vor drei Wochen hatte bei den Kurpfalz Bären einiges gegen einen ruhigen Saisonstart gesprochen. Der amtierende Staffelmeister verlor sein Auftaktspiel zuhause mit 30:36 gegen die Eulenfrauen. Inzwischen sieht die Bilanz schon wieder ganz anders aus. Mit dem 26:21 Erfolg bei der SG Kappelwindeck/Steinbach feierten die Bären am Sonntag bereits ihren dritten Sieg hintereinander.
Der Erfolg bei Kappelwindeck war aber keineswegs selbstverständlich. Schon in der Vorsaison hatte die SG dem späteren Meister Probleme bereitet und im Hinspiel sogar eine der wenigen Niederlagen beigebracht. Diesmal gelang den Bären dagegen der nächste Schritt zurück in Richtung Spitzengruppe. Für Kappelwindeck geht der Fehlstart hingegen weiter. Nach den Niederlagen gegen Göppingen II und Ismaning wartet die SG auch nach dem dritten Saisonspiel noch auf den ersten Punkt.
Friesenheim bestätigt seine Rolle in der Spitzengruppe
Die Eulenfrauen haben das Vorderpfalz-Derby gegen die TSG Haßloch mit 34:27 für sich entschieden und damit den dritten Sieg im vierten Saisonspiel eingefahren. Für Friesenheim war es zugleich der erste Heimerfolg der Saison, nachdem die Mannschaft ihre beiden bisherigen Siege jeweils auswärts geholt hatte. Dabei war die Favoritenrolle vor der Begegnung klar verteilt. Friesenheim hatte sich nach der Vizemeisterschaft der Vorsaison erneut hohe Ziele gesetzt, wohingegen Haßloch als Aufsteiger noch auf die ersten Punkte wartete. Nach der sieben Tore Niederlage bleibt der Start in die 3. Liga für Haßloch weiter ein schwieriges Unterfangen.
Göppingen gewinnt Torfestival gegen Allensbach
Die torreichste Begegnung des Spieltags lieferten sich FRISCH AUF! Göppingen II und der SV Allensbach. Insgesamt 70 Treffer fielen in der EWS Arena, am Ende setzte sich der Aufsteiger knapp mit 36:34 durch. Damit setzt Göppingen seinen bemerkenswerten Saisonstart fort, ließ sich auch gegen Allensbach auf ein offensiv geprägtes Spiel ein und behielt in einer engen Schlussphase die besseren Nerven.
Für Allensbach ist die zweite Niederlage im zweiten Saisonspiel dagegen besonders ärgerlich, weil erneut die eigene Offensive funktionierte. Schon zum Auftakt in Erlangen hatte der SV 33 Treffer erzielt und trotzdem verloren, nun reichten sogar 34 Tore nicht zu einem Punktgewinn. Mit 35,5 Gegentoren pro Spiel ist die Defensive das größte Problem der Mannschaft um Trainer Martin Gerstenecker.
Text: Jan-Malte Minnerup
Foto: IMAGO / Zink
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