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Allensbach stürzt den Meister trotz da-Silva-Gala, Eulenfrauen drehen Krimi
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Allensbach stürzt den Meister trotz da-Silva-Gala, Eulenfrauen drehen Krimi

3. Liga Frauen: So lief der 6.Spieltag in der Staffel Süd

  • Sensation am Bodensee: Der SV Allensbach feiert bei der Heimpremiere einen leidenschaftlichen 32:30-Coup gegen den amtierenden Meister Kurpfalz Bären. Trotz acht Toren der ehemaligen SVA-Spielerin Kyra Teixeira da Silva.
  • Thronwechsel im Gipfeltreffen: Der HC Erlangen überrascht den bisherigen ebenfalls verlustpunktfreien Tabellenführer TSV Wolfschlugen und erobert mit dem 33:28 die die Tabellenspitze.
  • Magische Aufholjagd der Eulenfrauen: Die TSG Friesenheim verwandelt beim TuS Schutterwald einen 19:15-Pausenrückstand in einen dramatischen 35:37-Erfolg und tütet den vierten Sieg in Folge.
  • 18 Minuten Ladehemmung im Kellerduell: Eine verheerende 18-minütige Flaute ohne eigenen Treffer der SG Schozach-Bottwartal ebnet Aufsteiger TSG Haßloch den Weg zum 21:26-Auswärtssieg.
  • Befreiungsschlag der Isar Devils: Nach zwei Niederlagen in Folge feiert der TSV Ismaning einen souveränen 29:25-Erfolg bei der Bundesligareserve von FRISCH AUF! Göppingen II.

Der 6. Spieltag in der 3. Liga Frauen Staffel Süd bot packendes Handball-Drama auf allen Spielfeldern. Während der SV Allensbach mit einem leidenschaftlichen 32:30-Erfolg eine kleine Sensation gegen die Ketscher Bären schaffte, zeigten die Eulenfrauen, dass man sie nicht zu früh abschreiben sollte. Das absolute Spitzenspiel im Fight um die Tabellenspitze fand man in Erlangen.

Emotionale Rückkehr und Sensation am Bodensee

SV Allensbach – Kurpfalz Bären - 32:30 (19:19)

In der Partie zwischen dem SV Allensbach und den Ketscher Kurpfalz Bären stand vorab vor allem ein Name präsent im Raum: Kyra Teixeira da Silva. Die in Allensbach noch immer sehr bekannte Rückraumspielerin war in den vergangenen vier Jahren eine der absoluten Leistungsträgerinnen und Säulen des Angriffsspiels des SVA, wechselte allerdings im Sommer nach Ketsch zu den Kurpfalz Bären. „Wir freuen uns sehr auf sie, denn wir hatten eine sehr gute gemeinsame Zeit. Außerdem ist sie menschlich ein klasse Typ.", hatte SVA-Coach Martin Gerstenecker vor der Partie im Interview mit dem Südkurier betont. Gleichzeitig kündigte er an, dass seine Mannschaft auf der Platte dennoch keine Gastgeschenke geben werde. Kyra Teixeira da Silva freut sich im vereinseigenen Interview ebenfalls auf die Partie und ihre ehemaligen Mitspielerinnen, auch wenn ab Anpfiff jegliche Wehmut vergessen sein sollte.

Aber nicht nur vor der Partie machte da Silva auf sich aufmerksam, auch während des Spiels war sie mitunter die treibende Kraft der Gäste und erzielte direkt die ersten zwei Treffer der Partie. Von Beginn an lieferten sich beide Teams vor den Zuschauern einen permanenten Schlagabtausch. Kaum führte Allensbach, zogen die Bären nach und umgekehrt. So gingen beide Mannschaften mit einem spektakulären 19:19 zur Halbzeit in die Kabine. Der SVA musste unter der Woche verletzungsbedingt auf die angeschlagenen Fitore Aliu Berisha und Jennifer Heinstadt verzichten, hielt aber das gesamte Spiel unbeeindruckt gegen die Gäste. Die zweite Halbzeit ging genauso weiter wie die ersten 30 Minuten. Nach dem 24:24 durch Bärin Jule Haupt in der 45. Minute folgte eine Minute später die Auszeit der Heimmannschaft. In der hochdramatischen Crunchtime sah Allensbachs Trainer Gerstenecker nicht nur eine gelbe Karte, sondern Allensbachs Katja Allgaier stellte in der 51. Minute auf 28:27, ehe Jennifer Heinstadt nachlegte und Greta Rinkeviciute on top den Siebenmeter verwandelte. Dadurch zogen die Gastgeberinnen in der 54. Minute auf ein 30:27 davon. Auch wenn sich die Bären da noch nicht geschlagen geben wollten, den am Ende 32:30-Coup ließ sich der SVA nicht mehr nehmen. Beste Torschützinnen waren Greta Rinkeviciute (10, 3 Siebenmeter) und Katja Allgaier (9) für Allensbach sowie Kyra Teixeira da Silva (8) und Jule Haupt (7) für Ketsch.

Achterbahnfahrt und magische Wende in der Mörburghalle

TuS Schutterwald – TSG Friesenheim - 35:37 (19:15)

Bereits in der Vorsaison trennten sich beide Teams in der Ortenau nach einem späten Friesenheimer Endspurt mit einem 31:31. Diesmal ging es vor den Heimfans fast identisch zu: Schutterwald war von Beginn an präsent auf der Platte, hielten ab der 5. Spielminute ihre Führung aufrecht. Die Rote-Teufel-Offensive um Nadja Kaufmann (9 Tore) und Selina Margull erwischte vor allem in der ersten Halbzeit einen Sahnetag und zog bis zur Halbzeitpause hochverdient auf 19:15 davon.

In der Tabelle lag der TuS Schutterwald vor Beginn der Partie auf dem 6. Platz, die TSG Friesenheim auf der 3. Eulentrainer Niklas Weißbrod wusste dennoch bereits, auf welchen Gegner seine Mannschaft treffen würde und hatte bereits im Vorfeld die Kaderbreite betont: „Wir haben in den letzten Spielen schon gezeigt, dass wir in der Lage sind, Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen". In der Kabine konnte Weißbrod sein Team wachrütteln. Im zweiten Durchgang gelang Friesenheim dann die Aufholjagd. Angeführt von einer überragenden Ina Scheffler (11, 7 Siebenmeter) und Felicity Gunst (5) zogen die Gäste in der 42. Minute zum 25:25 zunächst gleich und drehten das Spiel langsam um. Den letzten Gleichstand gab es mit dem 31:31 in der 52. Minute, ehe Eulenfrau Ina Scheffler drei Sekunden vor dem Abpfiff den 35:37-Endstand und damit den vierten Sieg in Folge besiegelte.

Start-Ziel-Sieg der Isar Devils in der EWS Arena

FRISCH AUF! Göppingen II – TSV Ismaning - 25:29 (12:18)

Vor 200 Zuschauern feierte der TSV Ismaning nach zwei Niederlagen in Folge einen ungefährdeten Auswärtserfolg bei der Bundesligareserve von FRISCH AUF! Göppingen II. Die Isar Devils erwischten den deutlich wacheren Start und erspielten sich in der 8. Minute über ein 8:4 und in der 20. Minute 15:8 bereits zur Pause eine beruhigendes 18:12-Polster. Durch mehrere 0:3-Läufe zogen die Gäste sehr deutlich davon. Vor allem Ismanings Alexandra Beckmann fiel auf.

Die Ansprache des FAG-Trainerin Julia Bauer während der Pause fruchtete zunächst in Durchgang zwei. Sein Team um Jennifer Merz (5, 4 Siebenmeter) holte den 6-Tore-Rückstand Stück für Stück auf und verkürzte auf ein 20:23 in der 45. Minute. Die Hoffnung war groß, das Spiel zumindest noch ins Unentschieden zu bringen, doch die Isar Devils waren letztendlich hungriger auf die zwei Punkte und ließen nichts mehr anbrennen: Franziska Romig (6 Tore) sowie Sara Markovic und Alexandra Beckmann (jeweils 5 Treffer) hielten ihre Gegner auf Abstand und sicherten den verdienten 29:25-Erfolg für die Gäste.

Fränkinnen stürzen den Tabellenführer im Gipfeltreffen

HC Erlangen – TSV Wolfschlugen - 33:28 (20:15)

Wenn man sich ein Spitzenspiel backen könnte, das hier wäre es gewesen, mehr ging an diesem 6. Spieltag nicht! In der Karl-Heinz-Hiersemann-Halle des HC Erlangen knisterte die Stimmung vor den heimischen Fans schon vor Anpfiff, denn die beiden letzten ungeschlagenen Teams der Staffel trafen aufeinander. Die große Frage, die sich schon vorab stellte: Wer gilt weiterhin als unbesiegbar oder trennen sich diese beiden Topteams am Ende mit einem Remis? Die Hexabanner des TSV Wolfschlugen reisten als Spitzenreiter (10:0 Punkte) mit großem Selbstbewusstsein an und wollten vor allem einen Fluch brechen: In den vergangenen Jahren konnten sie keinen einzigen Punkt aus Franken mit nach Hause nehmen. Und nach 60 Minuten heißem Kampf zeigte sich, dass das leider erstmal so bleiben wird.

Die Fränkinnen gingen mit 8:0 Punkten in die Partie und erwischten einen echten Traumstart. Sie überrumpelten die Gäste schon fast mit einem schnellen 5:0-Lauf bis zur 6. Minute und zwangen die Gäste schon früh in die erste Auszeit. Der HCE hielt aber auch danach das Tempo extrem hoch. Hannah Lorz und Emma Seiler führten mit ihren Treffern die Gastgeberinnen weiter an und so erspielte sich Erlangen bis zur Pause eine komfortable 20:15-Führung. Was aussieht wie die Primetime-Uhrzeit im deutschen Fernsehen, ließ sich für die Fränkinnen als Primetime-Spiel heraus. Was Wolfschlugens Trainer seinem Team in der Halbzeit mitgab, weiß nur die Mannschaft selbst. Es schien aber zumindest zum Start der zweiten Hälfte zu fruchten. Im zweiten Durchgang setzen die Gäste zur Attacke an und verkürzte in Minute 35 durch Leni Blessing auf 20:18. Erlangen blieb jedoch eiskalt, zog über Lara Carbone in der 53. Minute wieder auf ein 28:23 davon und brachte nach Ablauf der Spielzeit den 33:28-Erfolg souverän ins Ziel. Damit behält der HCE seine weiße Weste, setzte sich an die Tabellenspitze. Die Hexabanner müssen ihre erste Niederlage der Saison verschmerzen. Beste Torschützinnen waren Hannah Lorz und Emma Seiler (je 7) für Erlangen sowie Franziska Kaupp (7, 5 Siebenmeter) und Antonia Amann (5) für Wolfschlugen.

 

Schwäbinnen zittern sich zum Auswärtssieg

SG Kappelwindeck/Steinbach – TSV Haunstetten 1892 - 24:25 (9:13)

Was für ein Nervenkrimi in der Neuen Sporthalle der SG Kappelwindeck/Steinbach! Die Gastgeberinnen gingen bisher ohne Sieg in die Partie gegen ihre Gäste aus dem Augsburger Raum, die mit 4:6 Punkten anreisten. Der TSV Haunstetten erwischte den deutlich besseren Start in die Begegnung und erarbeitete sich über eine stabile Abwehr eine verdiente 9:13-Führung zur Halbzeit. Die ersten sieben Minuten gingen allerdings recht hart zu, die Schiedsrichter pfiffen drei Siebenmeterwürfe an. Stand es in der 13. Minute noch 4:4, zogen die Gäste mit einem 0:5-Lauf davon und stellten nach 18 Minuten auf ein 4:9. Auch nach dem Seitenwechsel schien Haunstetten alles im Griff zu haben: Luisa Merkle und Chiara Joerss schraubten den Vorsprung in der 37. Minute auf 12:18 und in der 45. Minute durch Elsa Wonnenberg auf 16:21.

Doch die Gastgeberinnen gaben sich nicht geschlagen und holten in der Schlussphase nochmal auf. Allen voran Desire Kolasinac (6 Tore) und Petra-Sinziana Botarel (5, 3 Siebenmeter) brachten die SG Steinbach/Kappelwindeck nach vorne und verkürzten den Spielstand. Nach dem 22:25-Anschlusstreffer in der 55. Minute traf Desire Kolasinac direkt nochmal und machte es drei Minuten vor Schluss nochmal richtig spannend. Das letzte Tor für die Gäste erzielte Leni Goldbach in der 54. Minute. Kappelwindecks Anais Schöffel setzte acht Sekunden vor Schlusspfiff den Endstand zum 24:25. Die Restspielzeit reichte der SG jedoch nicht mehr für den Ausgleich. Toptorschützin der Partie war Chiara Joerss mit acht Treffern für den TSV.

18-minütige Ladehemmung bricht SGSB das Genick

SG Schozach-Bottwartal – TSG Haßloch - 21:26 (12:13)

Es sollten endlich die ersten Punkte auf dem Konto landen, doch wieder müssen sich die Schozacher geschlagen geben. Vor ihren Zuschauern in der Langhanshalle entwickelte sich im Duell der SGSB-lerinnen gegen den Aufsteiger der TSG Haßloch zunächst zum zähen Schlagabtausch. Nach acht Minuten stand es lediglich 3:3, nach 15 Minuten 8:8. Beide Teams spielten die ersten 30 Minuten definitiv auf Augenhöhe, trennten sich mit einem 12:13 denkbar knapp auf dem Weg in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel und ab der 33. Minute riss bei den Gastgeberinnen jedoch völlig der Faden. Während der SG Schozach-Bottwartal im Angriff beinahe 18 Minuten lang kein einziger Treffer gelingen wollte, spielte sich Haßloch in einen Rausch. Mit einem unbeantworteten 0:9-Lauf zog die TSG durch Treffer von u.a. Katharina Gerdon, Katharina Scheid und Ariane Hilbig bis zur 50. Minute uneinholbar auf 13:22 davon. Schozachs Sina Klenk und Nathalie Götzinger (je 5 Tore) konnten in den Schlussminuten nur noch Ergebniskosmetik betreiben, die 21:26-Heimniederlage gegen die feiernden Pfälzerinnen aber nicht mehr verhindern. Bei Haßloch holte sich Janneke Geigle mit 4 Toren die Auszeichnung als beste Werferin.

Text: Janina Sokoliuk / Foto: Julia Ritter

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