Köln-Mainz-Derby um die Tabellenspitze - Vipers gegen Leihgestern im Verfolgerduell
3. Liga: Alle Infos zum vierten Spieltag in der Staffel Mitte
Samstag, 03. Oktober, 17:00 Uhr: Thüringer HC II - 1. FSV Mainz 05 II
"Die Gastgeberinnen warten zwar noch auf die ersten Punkte der Saison, konnten in ihren bisherigen Spielen aber bereits gegen einige starke Gegner gute Ergebnisse erzielen", mit diesen Worten leitet der 1. FSV Mainz 05 II das Auswärtsspiel beim Thüringer HC II auf Instagram ein. Und diese Analyse ist durchaus zutreffend. Bisher kam der THC-Nachwuchs gegen Bad Wildungen (30:34), die TSG Leihgestern (25:26) und den PSV Recklinghausen (25:33) jeweils unter die Räder - war jedoch stets lange mit von der Partie. Dennoch dürfte die Favoritenrolle, auch wenn man offensichtlich beim FSV dafür keinerlei Muße mitbringt, bei den Meenzer Dynamites II liegen. Zwei Siege aus bisher drei Spielen bringen den Bundesliga-Unterbau aktuell auf den fünften Platz der Tabelle. Dabei konnte der FSV zuletzt vor allem gegen den TB Wülfrath (30:29) überraschen, zudem gab es einen Pflichtsieg gegen den TV Aldekerk (22:20). Mit zwei Punkten gegen den THC II würde man bereits früh in der Saison gegen drei wohl direkte Konkurrenten aus der unteren Tabellenhälfte doppelt gepunktet haben. Entscheidend wird glasklar der unterschiedliche Ansatz beider Teams. Der FSV II erzielt aktuell mit 23,67 Toren pro Spiel die wenigsten Treffer der gesamten Liga. Zum Vergleich, der THC II kommt statistisch auf 26,67 Tore pro Spiel und hat zudem mit Ludmilla Janda (22 Tore) und Rubina Schirmer (21 Tore) zwei Spielerinnen in der Liste der zehn besten Torschützinnen. Ein offensives Spektakel in der Form muss aufseiten des 1. FSV Mainz 05 II noch gefunden werden - mit aktuell 13 Toren belegt Juliane Dold lediglich den 22. Platz. Wer jedoch, wie Dold und der FSV II, lediglich 73 Tore in drei Spielen kassiert, kann sich in der Offensive auch etwas weniger Feuerwerk erlauben. Nach dem 1. FC Köln und der TSG Mainz-Bretzenheim (jeweils 71 Gegentore) stellt der FSV die aktuell drittbeste Abwehr der Liga!
Samstag, 03. Oktober, 19:00 Uhr: HSG Bad Wildungen Vipers - TSG 1893 Leihgestern
Für sowohl die HSG Bad Wildungen Vipers als auch die TSG 18983 Leihgestern dürfte der anstehende vierte Spieltag und damit das direkte Duell eine gewisse Richtung der Saison vorgeben. Die Vipers starteten in die Runde mit voller Ambition und einem 34:30-Sieg gegen den THC II, danach folgte ein eher unschönes Unentschieden gegen die Aufsteiger des BVB II (27:27) und zuletzt ein bereits deutlich akzeptiertes Unentschieden gegen den TSG Mainz-Bretzenheim (22:22). Mit 4:2-Punkten ist die HSG damit hinter dem Top-Trio der Liga und wohl nicht in Gänze zufrieden. Bei der TSG Leihgestern sieht es in der zweiten Saison nach dem Aufstieg anders und doch auch ähnlich aus. Der Saisonauftakt gegen den TB Wülfrath schockte (23:34), danach gab es einen knappen Sieg gegen den THC II (26:25) und zuletzt einen etwas entspannteren Erfolg gegen den BVB II (33:29). Mit ebenfalls ebenfalls 4:2-Punkten ist die TSG gleichermaßen hinter dem Top-Trio der Liga. Und damit jedoch sicherlich absolut zufrieden. Das direkte Aufeinandertreffen von HSG und TSG wird also entscheiden, wer sich zumindest zunächst weiterhin an Köln, Recklinghausen und Mainz-Bretzenheim hängen wird und wer sich doch eher mit dem 1. FSV Mainz 05 II, Wülfrath oder dem TV Aldekerk beschäftigen muss.
Samstag, 03. Oktober, 19:30 Uhr: TV Aldekerk - HSG Bensheim/Auerbach II
Auf den ersten Blick sollte der Vergleich zwischen dem TV Aldekerk und der HSG Bensheim/Auerbach II eine klare Nummer sein. Die Junior Flames spielten in der Vorsaison, wenn auch etwas unter den Erwartungen, im oberen Tabellendrittel mit - der TV Aldekerk zitterte sich spät zum Klassenerhalt. Und doch favorisiert der reine Blick auf die aktuelle Tabelle den TV A leicht. Mit einem Sieg aus drei Spielen (31:26 gegen TuS Königsdorf) liegt das Team von Jörg Hermes in der aktuellen Tabelle auf dem achten Platz. Der Flames-Nachwuchs kam in der bisherigen Runde lediglich zu einem Unentschieden (31:31 gegen TuS Königsdorf), neben zwei Niederlagen. Wenn demnach die bisherige Saison-Bilanz keinen wirklichen Aufschluss über den Ausgang der Partie geben kann, muss es wohl die Tagesform richten. Daher erschließt sich die Marschroute des Aldekerk-Social-Media-Teams auch: "Wir wollen genau da anknüpfen, wo wir letzte Woche aufgehört haben, und mit voller Energie die zwei Punkte zu Hause behalten", heißt es auf Instagram.
Samstag, 03. Oktober, 19:30 Uhr: 1. FC Köln - TSG Mainz-Bretzenheim
Mehr Spitzenspiel geht aktuell in der Staffel Mitte der 3. Liga der Frauen nicht. Mit dem Duell des 1. FC Köln gegen die TSG Mainz-Bretzenheim treffen unter anderem der Vorjahres-Dritte auf den Staffelmeister. Es trifft rein tabellarisch der aktuelle Tabellenführer auf den dritten Platz der jetzigen Runde - beide bisher jeweils ohne Niederlage. Wobei hier auch ein erster Unterschied mitschwimmt, die Bilanz der Köln-Damen ist mit 6:0 blitzsauber, während die TSG zuletzt im Duell mit den Bad Wildungen Vipers (22:22) einen ersten Punkt abgeben musste und daher bei 5:1 steht. Doch zurück zu den Gemeinsamkeiten, die das bevorstehende Duell brandheiß machen. Es treffen die jeweils besten Abwehrreihen der Liga aufeinander, beide Teams ließen bisher in je drei Spielen lediglich 71 Gegentore zu. Damit kassierten beide Top-Teams keine 24 Tore pro Spiel. Offensiv ist hingegen das Feld klar zu Gunsten des "Effzeh" verteilt. Mit 100 Treffern stellt Köln die zweitbeste Offensive der Liga hinter dem PSV Recklinghausen (107 Tore), Mainz-Bretzenheim ist mit 76 Toren tatsächlich die zweitschlechteste Offensive der Liga! Lediglich der 1. FSV Mainz 05 II warf zum aktuellen Zeitpunkt vor dem vierten Spieltag mit 71 Toren weniger. Das Rezept für das Rhein-Derby zwischen Köln und Mainz dürfte demnach recht einfach zu kochen sein. Defensiv müssen auf beiden Seiten harte Bretter gebohrt werden. Wenn der FC jedoch seine Offensive auf die Platte bringt, wird Mainz-Bretzenheim Probleme bekommen.
Samstag, 03. Oktober, 20:15 Uhr: TB Wülfrath - TuS Königsdorf
Wo geht die Reise für den TB Wülfrath in dieser Saison hin? Diese Frage stellt man sich nicht ohne Grund vor dem vierten Spieltag der Saison. Das Team von Jan Artmann und Jörg Büngeler startete fulminant mit ein 34:23-Sieg gegen die TSG Leihgestern in die Spielzeit, danach folgten Niederlagen gegen Recklinghausen (37:40) und den 1. FSV Mainz 05 II (29:30). Gerade mit dem jüngsten Ergebnis war wohl nicht zwingend zu rechnen, mit der resultierenden Bilanz von 2:4-Punkten steht der TB im Mittelfeld der Liga auf Platz sieben. Reicht das? Mit dem TuS Königsdorf könnte der exakt richtige Gegner nach Wülfrath reisen, um diese Frage zumindest richtungsweisend zu beantworten. Die Aufsteiger bringen zwei Niederlagen in Folge mit und haben zudem mit 106 Gegentoren die schwächste Defensive der Liga. Das signalisiert nicht unbedingt Selbstvertrauen. Und doch dürfen die Aufsteigerinnen um Deborah Seipp (14 Tore) und Katrin Strub (13 Tore) keinesfalls unterschätzt werden, was am ersten Spieltag direkt die Junior Flames erfahren mussten (31:31). Unter regulären Bedingungen dürfte der TB dennoch einen klaren Sieg einfahren und damit den Blick im oberen Mittelfeld der Liga festigen. Königsdorf würde im Umkehrschluss die Überraschung in der Kalkstadt mehr als nur etwas gut tun.
Sonntag, 04. Oktober, 16:00 Uhr: BV Borussia 09 Dortmund II - PSV Recklinghausen
Wann jubelt der BV Borussia 09 Dortmund ein erstes Mal nach dem Aufstieg in die 3. Liga über zwei Punkte? Diese Frage stellt sich im Ruhrpott zweifelsfrei, jedoch dürften beim bevorstehenden Duell gegen den PSV Recklinghausen die Chancen mitunter am schlechtesten stehen. Der BVB-Nachwuchs war zwar in den bisherigen drei Saisonspielen niemals chancenlos, im Gegenteil, zu einem Sieg hat es dennoch bisher nicht gereicht. Gegen die Staffelmeister aus Mainz-Bretzenheim hielt die junge Truppe bis zum Schluss mit und konnte (oder musste) mit 25:27 sichtlich zufrieden sein, das 27:27-Unentschieden in der Folgewoche gegen die Vipers aus Bad Wildungen war dann bereits "unglücklich". Die Grenzen der Truppe zeigten sich in der Vorwoche jedoch auch deutlich beim 29:33 gegen die TSG Leihgestern. Mit derartigen Gedankenspielen hat der PSV Recklinghausen in der bisherigen Saison nichts zu tun. Das offensive Feuerwerk der Liga kennt bisher nur Siege und das mit einer klaren Richtung. Mit von der Partie ist mit 107 Toren nämlich der beste Angriff der Liga, im Schnitt ergaben sich bisher über 35 Tore pro Spiel. Warum sollte der Polizeisportverein in Dortmund stolpern? Das käme einer absoluten Sensation gleich, wobei eine Statistik den Bundesliga-Nachwuchs tatsächlich favorisiert. Mit nur 87 Gegentoren ist die Defensive des BVB II sicherer als die des PSV, dort stehen aktuell nach drei Spielen bereits 89 Gegentore.
Text: Felix Maier / Bild: @hkn.fotos
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