Mainz-Bretzenheim und Vipers teilen die Punkte - Köln und Recklinghausen an der Spitze
3. Liga Frauen: Alle Infos zum dritten Spieltag in der Staffel Mitte
TuS Königsdorf - TV Aldekerk - 26:31 (15:14)
"Zu wenig Zugriff" und gleichzeitig "zu Verhalten im Angriff" (Instagram), der TuS Königsdorf blieb auch im dritten Anlauf in der 3. Liga sieglos. Gegen die schon jetzt direkten Konkurrenten des TV Aldekerk reichte es schlussendlich doch recht deutlich mit fünf Toren Unterschied nicht. Wobei die Qualitäten der Aufsteiger aus Königsdorf immer wieder aufblitzten. Etwa in der 7. Minute, als Greta Fündling das 5:3 warf oder als Isabel Harter in der 32. Minute das 16:14 markierte. Das Problem aufseiten des TuS ist jedoch die Konstanz in diesen Phasen. Aus der anfänglichen Führung machte der TV A postwendend ein 5:6 (10.) und auch die zweite Zwei-Tore-Führung der Hausherrinnen wurde innerhalb von drei Minuten zum 16:16 ausgeglichen. Und noch schlimmer: Aldekerk übernahm das Ruder im zweiten Durchgang in Gänze. Die Gäste, die bis dato ebenfalls noch sieglos mit zwei Niederlagen in die Saison gestartet waren, machten aus dem 16:16 ein 17:19 (40.) und wenig später das 18:22 (43.). Die Führung wollte das Team von Jörg Hermes dann auch nicht mehr aus der Hand, im Gegenteil, in der 55. Minute führte sein Team beim Stand von 22:27 erstmals mit fünf Toren. Schlussendlich feierten die Gäste den ersten Saisonsieg, der gleichzeitig die zweite Niederlage der Aufsteiger mit 26:31 besiegelte.
TSG 1893 Leihgestern - BV Borussia 09 Dortmund II - 33:29 (19:15)
Nach der Niederlage zum Auftakt und dem Unentschieden am zweiten Spieltag, erwartete die Aufsteiger des BV Borussia 09 Dortmund II mit der TSG 1893 Leihgestern eine schwere Aufgabe. Die Aufsteiger der vergangenen Saison hatten sich sofort etabliert und mit Bravour die Spielzeit auf dem fünften Platz abgeschlossen. Das Team von Jonna Jensen hatte sich so sehr etabliert, dass der Auftakt in die Spielzeit 2026/27 mit einer deftigen Niederlage gegen Wülfrath (23:34) und einem denkbar knappen Erfolg gegen den THC II (26:25) keine Zufriedenheit oder gar Euphorie brachte. Nach dem Sieg gegen die ungemütlich auftretenden BVB-Nachwuchs-Damen wird das jedoch sicher anders sein. Obwohl die ersten gut 14 Minuten klar den Gästen aus dem Ruhrpott gehörten. Der Bundesliga-Unterbau stellte rotzfrech in Linden auf 0:2 und auch nach gut zehn Minuten bestand dieser Zwei-Tore-Vorsprung, etwa beim 6:8 in der 11. Minute. Die TSG blieb jedoch enorm ruhig und hielt mit dem nötigen Elan dagegen, beim 10:9 in der 14. Minute war die erste eigene Führung beschlossene Sache. Das Geschehen nahm fortan seinen Lauf. In der 22. Minute führten die Vorjahres-Fünften mit 16:12 erstmals mit vier Toren, in der 29. Minute lag die Führung beim 19:14 schon bei fünf Treffern. Die Gäste verpassten es gänzlich den Fuß zurück in die Tür der Partie zu bekommen, sodass Leihgestern den eigenen Vorsprung sicher ausbauen konnte. In der 49. Minute führten die Hausherrinnen beim 29:22 erstmals mit sieben Treffern, bis zum Endstand von 33:29 passierte nicht mehr viel, was am Spielverlauf etwas ändern konnte.
TSG Mainz-Bretzenheim - HSG Bad Wildungen Vipers - 22:22 (9:10)
Wie viel Spitzenspiel sollte im Duell zwischen der TSG Mainz-Bretzenheim und den HSG Bad Wildungen Vipers wirklich stecken? Diese Frage konnte vor dem Duell der einstigen Zweitliga-Konkurrentinnen nicht gänzlich beantwortet werden. Aufseiten der TSG standen zwar zwei Siege aus zwei Spielen und daher die augenscheinliche Ambition, den Meistertitel der Vorsaison zu halten. Auf der anderen Seite macht es sicherlich etwas mit einer Mannschaft, wenn schon vor der Saison klargemacht wird, dass man einen möglichen Aufstieg ausschließt. Die Vipers sprachen bisher nicht über etwaige Aufstiegsambitionen, jedoch drehte sich das Transferkarussell gehörig und mit einem derart ausgebauten Kader wird man nicht um einen oberen Mittelfeldplatz spielen wollen. Ob nun "Spitzenspiel" oder nicht - die Partie bot exakt diesen aufregenden und umkämpften Handball. Die ersten 30 Minuten gehörten in weiten Teilen eher den amtierenden Meistern aus Mainz, wobei das Team von Katrin Schneider zu keinem Zeitpunkt den Vorsprung auf mehr als zwei Tore ausbauen konnte. Im Allgemeinen standen eher die Defensivreihen im Fokus. Kurz vor der Halbzeit stand es gerade 9:9, ehe Nele Weyh für die Vipers den 9:10-Halbzeitstand festlegte. Dennoch läutete diese knappe Halbzeitführung die beste Phase der Vipers ein. In der 34. Minute traf Hua-Lu Kuliboer zum 9:13, Kim Sophie Hering erhöhte in der 39. Minute auf 11:16 und damit den Fünf-Tore-Vorsprung. Spätestens in der 44. Minute, nach einem weiteren Treffer von Kuilboer zum 13:19, sah es gehörig nach einem Vipers-Sieg aus. Doch erinnerten sich die Ischn genau in dieser Phase daran, was sie in der Vorsaison zum Meister gekürt hatte. Die Defensive griff plötzlich wieder beherzt zu und für die restlichen gut 15 Minuten sollten lediglich noch drei Gegentore fallen. Julia Jacobs traf mit noch knappen 90 Sekunden auf der Uhr zum 22:22 und sowohl Bad Wildungen als auch die Ischn hatten noch einmal den Ball. Ein weiteres Tor sollte nicht fallen und so recht zufrieden wird mit dem Unentschieden keine Mannschaft sein.
TB Wülfrath - 1. FSV Mainz 05 II - 29:30 (14:19)
Der 1. FSV Mainz 05 II schockte die Liga am dritten Spieltag mit dem zweiten Sieg in Folge - wobei der TB Wülfrath zum Rätsel der frühen Saisonphase wurde. Die Kalkstädterinnen gingen als klare Favoriten in den Vergleich mit den Meenzer Dynamites II - immerhin hatte man am ersten Spieltag die TSG Leihgestern geschlagen (34:23) und hielt am zweiten Spieltag bis in die Schlussphase gegen den PSV Recklinghausen (37:40) offensiv mit. Im zweiten Heimspiel des TB sah es auch lange danach aus, als würde man die Rolle voll ausfüllen. Nach kurzer Abtastphase übernahm man eine Zwei-Tore-Führung, ehe Leonie Fagin in der 20. Minute mit dem 12:7 auf fünf Tore Vorsprung stellte. Offensichtlich lockte diese Führung die Wülfrath-Mannschaft in eine fälschliche Sicherheit, denn plötzlich wachte der FSV-Nachwuchs auf. Ein 4:0-Lauf stellt auf 12:11 innerhalb von guten vier Minuten, Anna Weidle traf in der 26. Minute dann zum 14:14-Ausgleich. Der TB schien in dieser Phase überrascht oder gar überfordert mit der Situation, noch bis zur Halbzeit zogen die Dynamites auf 14:19 davon. Und das wurde im zweiten Durchgang nur noch deutlicher, bereits in der 42. Minute führte der Bundesliga-Unterbau beim Stand von 16:26 mit zehn Toren. Gerade, als die Partie also entschieden schien, lehnten sich jedoch die Gäste gemütlich zurück und dem TB Wülfrath wurde der Weg zurück in die Partie geebnet. Ein 5:0-Lauf der Hausherrinnen stellte auf 21:26 in der 47. Minute - diesen Unterschied von fünf Toren hielten die FSV-Damen dann jedoch vorerst weiter. Eva Legermann sollte für Wülfrath mit dem 25:30 in der 55. Minute zur letzten Aufholjagd aufrufen. Tatsächlich stand es mit noch 60 Sekunden auf der Uhr 29:30 und dem TB fehlte ein weiterer Treffer für den wohl auch verdienten Ausgleich. Der 1. FSV Mainz 05 II besonn sich dann jedoch in den letzten Sekunden auf das eigenen Spiel, auch mit noch einer Auszeit in der Hinterhand und brachte die einstige Zehn-Tore-Führung gerade so über die Bühne.
HSG Bensheim/Auerbach II - 1. FC Köln - 28:32 (16:16)
Der 1. FC Köln wurde, mit Ausnahme einer kurzen Phase vor und nach der Halbzeit, seiner Favoritenrolle beim Auswärtsspiel bei der HSG Bensheim/Auerbach II vollends gerecht. Vom Anpfiff weg erspielten sich Geißböcke einen 1:4-Vorsprung, in der 15. Minute steigerte sich die Führung beim 5:10 auf fünf Treffer. Dennoch gaben sich die Junior Flames keinesfalls geschlagen, denn Tor für Tor rückte der Bundesliga-Nachwuchs wieder an den FC heran. Die mitunter schwächste Phase der Gäste erlaubte in der 26. Minute den 14:14-Ausgleich und beim 15:14 durch Nina Rädge sogar die Führung die Flames. Nele Stöhr und Mia Klimpke nutzen die augenscheinliche Unachtsamkeit der Gäste und erhöhten nach Wiederanpfiff auf 18:16. Jedoch blieben aufseiten des "Effzeh" alle Beteiligten ruhig und besonnen - im Stile einer Spitzenmannschaft holte Lea Marie Flohr mit dem 18:18 das Unentschieden (34.) zurück, Levke Sulek brachte den FC in der 39. Minute dann mit dem 19:20 wieder in Führung. Deutlicher wurde es dann durch Kitti Herbak in der 46. Minute mit dem 21:24 und später durch Jule Killmer mit dem 23:28 (51.). Die Flames kämpften sich zurück in die Partie, jedoch rückten die Hausherrinnen nur noch bis zum 26:28 heran (55.). Dann entschied der FC mit drei Toren in Folge die Partie, bei noch knappen drei Minuten auf der Uhr stand es 26:31. Killmer setzte 15 Sekunden vor Schluss den letzten Treffer zum 28:32 - der dritte Sieg im dritten Spiel machte den 1. FC Köln damit zum aktuellen Tabellenführer.
PSV Recklinghausen - Thüringer HC II - 33:25 (15:15)
Das Duell zwischen dem PSV Recklinghausen und dem Thüringer HC II brachte keine Überraschung mit sich. Jedoch wurde das erst spät im Verlauf der zweiten Halbzeit klar. Bis in die Schlussphase hielt der THC II mit dem offensiven Feuerwerk des PSV mit, teilweise sogar mit eigener Führung. Kein Team konnte bis in die finalen acht Minuten mit mehr als zwei Toren in Front gehen. Der THC-Nachwuchs führte über weite Strecken des ersten Durchgangs, wobei der Halbzeitpfiff mit dem 15:15 ein komplett ausgeglichenes Bild präsentierte. Auch in der zweiten Halbzeit hatte der THC II seine guten Phasen, Rubina Schirmer traf in der 35. Minute zum 16:18 und damit zur erneuten Zwei-Tore-Führung für die Erfurterinnen. Im Gegenzug übernahm der PSV wieder etwas mehr Initiative und Mariel Wulf traf in der 40. Minute zum 20:19 für die Favoriten. Ab diesem Zeitpunkt kippte die Partie mehr und mehr in Richtung des Polizeisportvereins. Merle Lisa Brachmann besorgte in der 45. Minute die dann auch letzte Führung des THC mit dem 21:22. Danach machte der PSV alles klar, ein 3:0-Lauf stellte zunächst auf 24:22, in der 55. Minute war dann der Ausgang der Partie beim 29:24 bereits recht sicher. Geschlagen und womöglich auch etwas am Ende der Kräfte musste der THC-Nachwuchs in den Schlussminuten den Rückstand auf bis zu 33:25 anwachsen lassen. Daher ist der THC das einzige Team der Liga mit bisher drei Niederlagen aus drei Spielen. Der PSV Recklinghausen teilt sich mit dem 1. FC Köln und 6:0-Punkten die Tabellenführung.
Text: Felix Maier / Bild: Markus Kieber
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