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Luka Kerstens Wiedersehen mit Ex-Verein und Freunden
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Luka Kerstens Wiedersehen mit Ex-Verein und Freunden

Spieltagsausblick 1. A-Jugend-Bundesliga: Bissendorfs „Jungs vom Dorf“ wollen Hamburg ärgern

Staffel Nord, Partie im Blickpunkt:

TV Bissendorf-Holte – HC Hamburg (Sonntag, 17 Uhr)

Der TV Bissendorf-Holte ist der Farbtupfer schlechthin unter den großen Namen in der 1. A-Jugend-Bundesliga Nord. Mitten unter dem Nachwuchs der Erst- und Zweitligavereine befindet sich der charmante Dorfklub aus dem Landkreis Osnabrück, der sich am Sonntag sportlich mit der Metropole Hamburg misst. Die 15.000-Einwohner-Gemeinde gegen die Großstadt, deren Stadtteil Alsterdorf auf ungefähr die gleiche Einwohnerzahl kommt. „Es herrscht ein krasser Unterschied im Vergleich zur 2. Bundesliga: Intensität, Spielniveau, individuelles Level der Spieler, das ganze Drumherum – wir sind stolz, in diesem höchsten Regal im deutschen Nachwuchshandball dabei zu sein", sagt Bissendorfs Trainer Julian Vodde. „Für uns ist das eine super krasse Erfahrung und eine Auszeichnung für die Arbeit der letzten Jahre."

Gegen die zu starken Burgdorfer und den VfL Eintracht Hagen, der sich auf einer zum Aufsteiger vergleichbareren Ebene befindet, gingen die Niedersachsen an den ersten beiden Spieltagen leer aus. „Ich denke jetzt haben wir die anfängliche Scheu abgelegt. Das Heimspiel gegen Hamburg wäre ein guter Zeitpunkt zu sagen: ,Hallo, wir sind auch da‘", verdeutlicht Vodde, dass seine Mannschaft Woche für Woche versuchen will, die Großen zu ärgern. Zu Hause sieht der Underdog dafür naturgemäß die größeren Chancen. „Hier ist man immer ein paar Prozent besser. Man hat die Halle im Rücken, kennt jeden Fleck am Pfosten", sagt Vodde.

Die Jahrgänge 2008 und 2009, die aktuell für den TVBH in der A-Jugend spielen, bildeten schon in der Vergangenheit eine Starke Kombination. „Sie kennen sich schon lange, alle sind Jungs entweder direkt hier vom Dorf oder aus dem Kreis Osnabrück", beschreibt der Trainer, dem auch vor der Zukunft nicht bange ist. Die B-Jugend spielt ebenfalls in der Bundesliga, die C-Jugend in der Regionalliga. Aller ehren Wert gemessen an den Bedingungen im Vergleich zu den Profivereinen. Vodde berichtet: „Wir trainieren mit der A-Jugend dreimal pro Woche, einmal davon in der halben Halle, haben keinen Kraftraum. Wir machen hier vieles mit Liebe für und Bock auf den Handball." In der Qualifikation gewann Hamburg deutlich. Zum ersten Mal hat man somit Vorerfahrungen gegen einen anderen Erstligisten. Diesmal wollen es die Niedersachsen besser machen. Und vielleicht klappt es ja damit, worauf die Bissendorfer an jedem Wochenende spekulieren: einen Coup gegen einen der Großen.

Außerdem spielen:
1. VfL Potsdam – TSV Burgdorf (Freitag, 19.30 Uhr)
THW Kiel – TuSEM Essen (Samstag, 15.30 Uhr)
VfL Eintracht Hagen – SC Magdeburg (Sonntag, 15 Uhr)

Die Niederlage bei der Neuauflage des Finales von 2025/26 ist verdaut, jetzt ist der SC Magdeburg bereit, eine neue Siegesserie zu starten. Beim Gastspiel in Hagen peilt der Titelverteidiger ohne Wenn und Aber die nächsten zwei Punkte an. „Wir wollen eine Reaktion zeigen und sind guter Dinge, diese in Hagen auch zeigen zu können", sagt Trainer Thomas Kölblin. Die Eintracht zeigte bei ihrem Sieg gegen den TV Bissendorf-Holte mit 37 Toren eine gute Angriffsleistung, was Kölblin wiederum sensibilisiert, in der Abwehr eine Verbesserung gegenüber dem Kiel-Spiel zu erzielen.

Zum zweiten Mal in dieser Saison legt TuSEM Essen zu einem Spiel eine der weiten Auswärtsfahrt zurück, die in diesem Jahr wieder zur Tagesordnung zählen. Nach der Reise nach Potsdam (36:38) geht’s am Wochenende nach Kiel zur nächsten schwierigen Aufgabe. Trainer Floian Buddenborg hofft, in den vergangenen beiden Trainingswochen rund um das freie Wochenende Fortschritte erzielt zu haben und den Favoriten vielleicht auf dem falschen Fuß zu erwischen. Zwei Spiele, zwei Siege mit jeweils zehn Toren Unterschied – die „Jungrecken" des TSV Burgdorf zeigten gegen Bissendorf-Holte und Hamburg, dass mit ihnen in dieser Saison zu rechnen ist. Vor allem der Sieg gegen Hamburg war überzeugend, zumal die Elbestädter beim Saisonauftakt gegen Berlin punkteten. In Potsdam wartet bereit am Freitagabend zur Eröffnung des 3. Spieltags in der Erstliga-Nordstaffel die nächste knackige Auswärtsaufgabe. Trainer Sven Hylmar hofft, auf den zuletzt angeschlagenen Torhüter Thorben Skerhutt wieder zurückgreifen zu können. „Gegen die emotionalen und individuell sehr gut ausgebildeten Potsdamer wird es eine schwierige Aufgabe für uns. Wir haben noch einige Entwicklungsfelder, an denen wir derzeit arbeiten", erklärt Hylmar.

Staffel Süd, Partie im Blickpunkt:

TSV Bayer Dormagen – VfL Gummersbach (Sonntag, 14 Uhr)

Spiele zwischen den NRW-Schwergewichten Dormagen und Gummersbach sind immer etwas Besonderes. Große Namen und vielversprechende Talente stehen sich hier gegenüber. Für einen Spieler wird die Partie am Sonntagnachmittag ein Vergleich mit einem speziellen Hintergrund. Vor der Sommerpause stand Luka Kersten mit dem VfL noch im B-Jugend-Viertelfinale gegen den THW Kiel, anschließend half er in der Qualifikation beim Aufstieg der U19 der Oberbergischen in die 1. Liga. Nach einem Jahr im Internat des VfL hat der Rückraumspieler eine neue Herausforderung angenommen, seit wenigen Wochen trägt Kersten das Trikot der „Jungwiesel". „Ich freue mich, hier eine zentrale Rolle in der A-Jugend zu haben und regelmäßig auch in der 3. Liga zum Einsatz zu kommen", sagt er zu den ersten Saisonwochen, die in der A-Jugend-Bundesliga mit zwei Siegen aus zwei Spielen perfekt verlaufen sind. „Gegen Budenheim haben wir uns zwischendrin etwas schwergetan, aber auch aus dieser Situation haben wir uns gelöst", blickt Kersten auf den Saisonauftakt zurück. Darauf folgte eine überzeugende Kollektivleistung beim Erfolg über die Rhein-Neckar Löwen.

Das Spiel am Sonntag wird ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Den neuen VfL-Coach Joao Caracois kennt er aus den Qualifikationsspielen („Ein wirklich toller Trainer"), mit vielen Spielern verbrachte er ein spannendes Jahr. „Ich habe noch immer einen guten Kontakt nach Gummersbach und dort viele Freunde gefunden", sagt der Neu-Dormagener. Und dann ist da noch die Verbindung zu Julian Schlecht, mit dem er in der C- und B-Jugend für die Bonner JSG spielte. Am Wochenende treffen sie als Gegner aufeinander, so wie im Vorjahr, als Schlecht das Bonner und Kersten das Gummersbacher Trikot trug.

Der Wechsel aus Gummersbach an den Rhein war gewissermaßen auch ein Wechsel zurück in die Zukunft. Im VfL-Internat lernte Kersten, erstmals weg von zu Hause, selbstständiger zu werden. Er habe sich handballerisch und menschlich weiterentwickelt. Jetzt wohnt er wieder in den heimischen vier Wänden. „Meine Eltern nehmen mir wieder ein paar Sachen ab, aber man hat auch die ganzen Freiheiten aus der Zeit nicht mehr so", schmunzelt der 17-Jährige.

Nach zwei Länderspielen für Kroatien, das Heimatland seiner Mutter, zu Beginn des Jahres gegen Norwegen ist Luka Kersten inzwischen für Deutschland spielberechtigt. Im April absolvierte er seinen ersten Lehrgang und fühlte sich auf Anhieb pudelwohl im DHB-Team. „In Kroatien spielen in der Handball-Philosophie immer noch größere Spieler und Körperlichkeit eine wichtige Rolle. Ich bin nicht der Größte und denke deshalb, dass der deutsche Handballstil eher zu mir passt."

Dormagen geht verlustpunktfrei ins Heimspiel, Gummersbach hat noch keine Zähler eingefahren. Luka Kersten schließt aus, dass man den Gast unterschätzt: „Gummersbach hatte nicht so viele Vorbereitungsspiele. Auch deshalb sind sie sicherlich noch nicht am Maximum angekommen. Sie werden von Spiel zu Spiel besser. Wir müssen aufpassen."

Gummersbachs Trainer Joao Caracois zeigt Respekt vor der Eins-gegen-Eins-Stärke der Dormagener. „Wir stellen uns viele Eins-gegen-Eins-Aktionen in unserer Abwehr und ein physisches Spiel ein. Dormagen spielt ein einfaches, aber sehr effektives System. Für uns wird es wichtig sein, unseren Matchplan einzuhalten."

Außerdem spielen:
SC DHfK Leipzig – Rhein-Neckar Löwen (Freitag, 17 Uhr)
HSG Dutenhofen/Münchholzhausen – Frischauf Göppingen (Samstag, 15.30 Uhr)
JANO Filder – DJK Sportfreunde Budenheim (Samstag, 17.30 Uhr)
JSG Balingen-Weilstetten – HC Erlangen (Sonntag, 16 Uhr)

Schon früh in dieser Saison spielt die personelle Situation bei den Rhein-Neckar Löwen eine nicht unerhebliche Rolle. Weil sich gegen Dormagen zusätzlich zu den bisherigen Ausfällen auch noch Julian Steinert und Jan Day verletzten, ist mit Tarif Graf nur noch ein U19-Rückraumspieler übrig geblieben. Außerdem verletzte sich Linksaußen Nick Hirnig am Knie. „Das wird am Freitag eine Mammutaufgabe in Leipzig, der wir uns stellen. Es kommt jetzt darauf an, Charakter zu zeigen", sagt Löwen-Trainer Martin Berger, der seinen Kader mit einigen B-Jugendlichen ergänzen wird. Das ändert nichts an der Einschätzung von Leipzigs Coach Matthias Albrecht: „Die Löwen stellen immer eine große Herausforderung dar. Sie haben einen dynamischen Rückraum, schnelle Leute auf den Außen, eine robuste Abwehr und viel Körperlichkeit am Kreis. Wir brauchen gegenüber dem Spiel in Budenheim in der Abwehr und im Rückzugsverhalten eine deutliche Steigerung."

Die ersten beiden Göppinger Gegner aus Balingen und Erlangen waren nicht von Pappe. Trotzdem kassierte Frischauf nur 25 beziehungsweise 20 Gegentore. Die große Stärke des Tabellenführers nach dem 2. Spieltag ist somit ausgemacht. Gegner Dutenhofen startete auswärts erfolgreich in die Spielzeit. „Mit einer hohen Trefferquote und mannschaftlicher Geschlossenheit sind wirklich gut aufgetreten. Wir richten den Fokus weiterhin auf uns selbst", fasste Trainer Kai Nober nach dem Sieg in Gummersbach zusammen.
Viel hat zum ersten Punktgewinn in dieser Saison nicht gefehlt, aber am Ende mussten sich die Budenheimer Sportfreunde dem Favoriten aus Leipzig trotzdem geschlagen geben. Die Trainer Kai Schiebeler und Fabian Vollmar hatten viel Lob übrig für ihre Spieler, aber sie auch ein Auge für die Gründe der Niederlage. „Wir hatten Phasen, in denen wir nicht aktiv genug waren. Daraus müssen wir lernen. Das war in diesen Momenten nicht genug für die 1. Liga", so Schiebeler. Am Samstag geht’s für die Rheinhessen zur JANO Filder, die nach der Auftaktniederlage in Leipzig gegen Balingen ihre ersten Punkte in dieser Saison holte.

Die Saison steckt noch im Anfangsstadium. Da läuft noch nicht alles rund, da greifen noch nicht alle Rädchen ineinander. Erlangens neuer Trainer Tristan Staat ist sich sicher, dass sein Team eine Partie mit dem Verlauf wie am Wochenende gegen Göppingen zu einem späteren Zeitpunkt für sich entscheiden kann und muss. „Trotzdem sind wir mit den Schritten, die wir gegangen sind, zufrieden", sagt der Neuzugang aus Rostock. Im zweiten Auswärtsspiel in Folge ist am Sonntag die JSG Balingen-Weilstetten der Gegner. „Wir wollen gegen Erlangen unsere ersten Punkte holen", kündigt Adrian Fuladdjusch an. Der Coach der „Junggallier" sah bei der 33:35-Niederlage gegen JANO Filder eine Verbesserung bei der Chancenverwertung – ein wichtiger Ansatz für die nächsten Aufgaben. „Balingen ist sicherlich nicht so gestartet, wie sie es sich vorgenommen haben. Jetzt kehren bei ihnen ein paar verletzte Spieler zurück, sodass es für uns eine heikle Aufgabe wird. Wir müssen uns gegen die gute Deckung des Gegners beweisen. Ich denke wir sind gewappnet dafür", sagt Tristan Staat.

Text/Foto: René Weiss

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