19 Tore von Bennet Rith können Nieder-Rodens Sieg nicht verhindern
Spieltagszusammenfassung 2. A-Jugend-Bundesliga: Bietigheim kassiert erste Saisonniederlage – Emsdettens Super-Finish sichert einen Punkt
Staffel Nord
JSG Köln – TV Emsdetten 26:26 (16:15)
Fünf Minuten vor Schluss schien die JSG Köln mit einem 25:21-Vorsprung auf zwei Punkte hinzusteuern, allerdings machten die Domstädter die Rechnung ohne den beeindruckenden Endspurt der Gäste. „Da haben wir den möglichen Sieg leider aus der Hand gegeben", ärgerte sich JSG-Trainer Felix Linden. Um ein Haar hätte der TVE am Ende sogar noch zwei Zähler mitgenommen, aber Kölns Keeper Milo Iversen parierte einen wichtigen Siebenmeter, auch den Abpraller konnten die Gäste nicht verwerten. „Ich denke am Ende ist das Ergebnis verdient", urteilte Linden, weil das Spiel insgesamt doch sehr ausgeglichen verlief. Im ersten Durchgang betrug der maximale Unterschied zwei Tore, und auch danach hielten sich Hochs und Tiefs der beiden Teams die Waage. „Wir hatten leider Probleme in der Kreis-Kooperation und bei den Überzahl-Angriffen", erklärte Linden, der die Leistung von Rechtsaußen Finn Wenzel hervorhob. Dass das an und für sich temporeiche Spiel gemessen an der hohen Angriffs-Anzahl recht torarm blieb, lag an zwei staken Torhütern und teilweise zittrigen Händchen. „Man hat beiden Mannschaften eine gewisse Nervosität vor der guten Atmosphäre in der Halle angemerkt", sagte Emsdettens Trainer Marco Grgic.
MTV Lübeck – HC Empor Rostock 37:33 (19:20)
Der MTV begann gut, führte nach fünf Minuten bereits mit 4:1, verpasste es danach aber, sich weiter abzusetzen. „Wir haben fünf Hundert-Prozent-Chancen vergeben. Daraus hätten wir mehr Kapital schlagen müssen", fand Lübecks Trainer Kevin Ehrenberg. Auch die 20 Gegentore im ersten Abschnitt störten ihn. Das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhüter funktionierte vor der Pause noch nicht gut. Den anfänglichen Rückstand kompensierte Rostock noch, in der zweiten Halbzeit gelang das nicht mehr, als die Einheimischen zwischen der 32. und 37. Minute einen 8:1-Lauf hinlegten. „Da sind uns zu viele Fehler unterlaufen und die Chancenverwertung war nicht gut", erklärte HCE-Coach Tobias Seering. Lübecks in der Pause vorgenommene Umstellungen wirkten. Torwart Colin Teuscher fand besser ins Spiel und auch gegen die offensivere Empor-Deckung – zunächst 5:1, dann sogar 3:3 – geriet Lübeck nicht mehr in Gefahr. Während bei den Gästen Franz Schön mit zehn Toren auffiel, verteilten sich die Tore des Siegers gleichmäßig auf viele Schultern. Sechs Spieler standen bei vier oder mehr Treffern.
HG OKT – HSG Lemgo 25:29 (14:16)
Auf dem Weg zum vierten Saisonsieg musste die HSG Lemgo in Westerrönfeld ein hartes Stück Arbeit verrichten. Die Schiedsrichter ließen mit ihrer lockeren Leine viel Intensität zu, sodass sich zahlreiche packende Zweikämpfe entwickelten. „Dadurch war unsere Abwehr noch mehr gefordert", sagte Lemgos Trainer Noel Pausits, der sich freute, wie sein Team den Kampf gegen den aufopferungsvoll agierenden Außenseiter in seiner tollen Heimspielatmosphäre annahm. Abwehr und Torwart Willi Wanzek waren für die Lipperländer ein wichtiger Schlüssel zum Sieg. OKT schwebte durch die frühe 6:3-Führung (10.) auf einer Euphoriewelle und hielt die Partie bis zur 50. Minute offen. Erst dann legte der Favorit das entscheidende Polster hin (25:22).
VfL Horneburg – JSG LIT 1912 28:26 (14:11)
Horneburg machte von Anfang an Dampf und sicherte sich die Führung, die das Team von Stefan Hagedorn im kompletten Spielverlauf nie abgab. LIT hoffte nach dem erstmaligen und einzigen Ausgleich in der 48. Minute, in den letzten Minuten das Momentum kippen zu können, aber danach hatte der VfL mit dem siebenfachen Torschützen Jonas Lemke direkt wieder die Nase vorn. „Wir sind nicht ins Spiel gekommen und dem Rückstand hinterhergelaufen. Unser Problem war, dass wir insgesamt zu viele Fahrkarten geworfen haben. Schade, hier war mehr drin", fand LIT-Coach Arne Kämper.
HC Bremen – Bergischer HC HC 35:30 (22:10)
Schon nach 20 Minuten führte Bremen mit zwölf Toren Vorsprung – damit legte der Gastgeber bereits den Grundstein für den späteren Sieg. Mit nur zwei Gegentoren in den ersten sieben Minuten verdiente sich die Hintermannschaft einmal mehr Komplimente von Trainer Tim Schulenberg. Auch Cem Bielefeldt und Mika Beneke im Angriff hinterließen einen guten Eindruck. Dem mit einem kleinen Kader und einigen B-Jugendlichen an die Weser gereisten BHC fehlte in der ersten Halbzeit die Bissigkeit in die Abwehr. So fanden die „Löwen" nicht richtig in die Zweikämpfe. „In der zweiten Halbzeit haben wir uns dann zusammengerissen und diese immerhin für uns entschieden", sah BHC-Trainer Daniel Haase ein versöhnliches Ende. Bremen wechselte derweil viel und probierte einiges, sodass die Konsequenz aus der ersten Halbzeit nicht mehr gegeben war.
Staffel Süd
SG BBM Bietigheim – HSG Rodgau Nieder-Roden 32:40 (14:19)
Mit einem Auswärtscoup beim bislang ungeschlagenen Tabellenführer setzte die HSG Rodgau Nieder-Roden ein Ausrufezeichen. „Wir haben zum zweiten Mal in Folge nahe an unserem Optimum gespielt", konstatierte Tainer Julian Klein. Die spielstarken Baden-Württemberger mussten gegen die sichere Rodgauer Abwehr für jeden Treffer hart arbeiten. Lediglich Bennet Rith fand ein Mittel, zum Erfolg zu kommen. 19 Tore gelangen Bietigheims Rückraum-Mann. Die „Baggerseepiraten" stellten eine breiter aufgestellte Liste an Torschützen dagegen, angeführt von Nick Hundecker (8/1). Durch die Überlegenheit der Gäste in der Schlussphase fiel das Ergebnis deutlich aus. Nach 50 Minuten befanden sich die Bietigheimer noch auf Schlagdistanz. Ein erfolgreiches Comeback feierte bei der HSG Paul Ehrlich, der nach überstandener Verletzung von Rechtsaußen drei Tore aus vier Versuchen erzielte.
HG Oftersheim/Schwetzingen – HLZ Friesenheim-Hochdorf 39:39 (19:17)
„Nach dem Verlauf der zweiten Halbzeit sind wir vielleicht der moralische Gewinner, aber zufrieden bin ich mit der Gesamt-Performance nicht", bewertete Oftersheims Trainer Justin Hahne die Punkteteilung im Derby. In der ersten Viertelstunde befanden sich die Vorteile bei den Kurpfälzern, aber über 60 Minuten hinweg konnten sie sich nicht an ihren Matchplan halten. „Wir sind zu spät auf die Friesenheimer Spieler herausgetreten und haben zu viele Gegentore im abgesprochenen Torwarteck kassiert. Auch im Angriff hatten wir eine zu hohe Fehlerquote", fasste Hahne zusammen. So wurde aus der 12:7-Führung (16.) ein 27:32-Rückstand (48.). Positiv hielten die Oftersheimer ihr Comeback fest. Sie holten fünf Tore in der Schlussviertelstunde, drei in den letzten zwei Minuten auf. Das enttäuschte Friesenheims Coach Max Sormani. „Wir haben nach einem schlechten Start immer besser ins Spiel gefunden und waren in der zweiten Halbzeit die deutlich bessere Mannschaft. Leider waren wir am Ende nicht cool genug, um die Führung nach Hause zu bringen." Bei den mit nur sieben A-Jugendlichen angetretenen Gästen halfen einige B-Jugendspieler aus – unter anderem die beiden Außen Paul Müller und Ben Helth aus dem Jung-Jahrgang, die genauso wie der 17-fache Torschütze (14 davon aus dem Feld) Simon Wacker, super aufspielten.
TV Großwallstadt – SG Pforzheim/Eutingen 25:27 (12:13)
Lasse Becker und Silas Ratz befanden sich im Urlaub, Keanu Jockel verletzte sich unter der Woche, Julian Bundschuh musste mit Kniebeschwerden passen, Theo Buchinger und Noah Bundschuh wurden in der Zweitliga-Mannschaft gebraucht – so hatte TVG-Trainer Edis Hodzic personell einen großen Aderlass zu verkraften. Auf der Gegenseite fehlten Pforzheim Jonah Straib und Tim Hurst. Die Gäste fanden mit ihrem 4:0-Start besser in die Partie, aber mit zunehmender Spielzeit fand auch Großwallstadt seinen Rhythmus. Zu häufig ließen die Mainfranken mit ihrer Chancenverwertung Zählbares liegen. Allein zwischen der 31. und 34. Minute zählte Trainer Edis Hodzic acht freie Fehlwürfe gegen den starken SG-Keeper Devran Uludag. „Insgesamt hatten wir in der zweiten Halbzeit 14 Fehlwürfe", nannte Hodzic die Ursache für die Niederlage. Das bestraften die Nordbadener unter anderem mit Finn Meißner (11 Tore) und Xaver Billmaier mit einer starke Quote von Außen.
HC Elbflorenz – JSG Melsungen/Körle/Guxhagen 34:35 (17:20)
In einer emotionalen und heißen Begegnung schenkten sich beide Mannschaften nichts. Am Ende beendeten die Melsungener ihre Niederlagenserie mit einem knappen Sieg, den Lennox Reichardt 40 Sekunden vor Schluss mit dem entscheidenden Treffer sicherstellte. „Wir haben Melsungen mit vielen Fehlwürfen in der ersten Halbzeit stark gemacht", sagte HCE-Trainer Henning Cal. Daraus resultierte eine 20:17-Führung der Nordhessen nach 30 Minuten. „Wir hätten genauso gut mit 25:20 führen können", merkte Cal an. Die Gäste schien daraus Kraft zu ziehen und behaupteten ihren Vorsprung bis zur 57. Minute. Dann aber eine neue Situation für die „MT Talents". In der 58. Minuten erzielte Adrian Piering das 34:33 – zum ersten Mal lagen die Sachsen in Front. „Es war stark wie meine Mannschaft das weggesteckt hat und zurückgekommen ist", unterstich Gästetrainer Eugen Gisbrecht. Melsungen hatte sich nach den Erfahrungen aus der bisherigen Saison auf eine 3:3-Deckung des HCE eingestellt, der packte jedoch einen kompakten 6:0-Verbund aus. Die JSG fand trotzdem gute Lösungen mit Durchbrüchen über die Halbpositionen und Spielzügen über den Kreis. Ein wichtiger Faktor im Melsunger Spiel war Schlussmann Leon Rosenbusch, der auch in der wichtigen Endphase entscheidende Bälle rausfischte. Mit zehn Toren auf beiden Seiten teilten sich Linus Zimmermann (Elbflorenz) und Johannes Kuhlen (Melsungen) den „Titel" der besten Torschützen.
HT München – TVB Stuttgart 32:39 (14:22)
Danijel Grgic sehnte sich seit dem 1. Spieltag nach einer konstanten Leistung über 60 Minuten hinweg. „Das haben wir diesmal endlich gezeigt. Wir sind immer bei uns geblieben und haben uns souverän durchgesetzt", freute sich der TVB-Trainer über den Start-Ziel-Sieg beim amtierenden Pokalsieger. Die vier Rückraumspieler und die Einläufer von den Außenpositionen machten HT zu schaffen. „Damit hat uns Stuttgart auf dem falschen Fuß erwischt", sagte Daniel Teschner. Der erste Durchgang mit einem 22:14-Vorsprung für den TVB, der mit Samuel Kynast (14 Tore) den auffälligsten Spieler in seinen Reihen hatte, war die „Unterschiedshalbzeit" der Partie. Diesen Rückstand kam München nicht mehr ausgebügelt. „Unsere Abwehr stand heute leider nicht gut. Deshalb ist uns auch die Sicherheit abhandengekommen. Nach diesem Fehlstart hat sich Stuttgart die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen. Das Positive ist, dass wir uns in der zweiten Halbzeit gesteigert haben", so Teschner.
Text: Fabian Weber / Foto: Fronia/TV Großwallstadt
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