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Faciejew vor Spitzenspiel mit Kiel: Profidebüt und große Ziele
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Faciejew vor Spitzenspiel mit Kiel: Profidebüt und große Ziele

Spieltagausblick 1. A-Jugend-Bundesliga Nord: THW trifft auf die Füchse - Der Deutsche Meister will noch dominanter werden

Am 4. Spieltag der 1. A-Jugend-Bundesliga Nord werden am Wochenende vier Begegnungen ausgespielt, nachdem TuSEM Essen das NRW-Derby gegen Hagen schon vor einer Woche für sich entschieden hat. Heraussticht die Partie zwischen Berlin und Kiel, die Neuauflage des B-Jugend-Finales aus der Vorsaison.

Partie im Blickpunkt:

Füchse Berlin – THW Kiel (Samstag, 16 Uhr)

Die ersten Wochen der Saison bieten dem THW Kiel die Möglichkeiten auf Revanche. Die für das verlorene A-Jugend-Finale gegen den SC Magdeburg zum Abschluss der vergangenen Saison ist bereits geglückt, jetzt kommt es zum Vergleich mit den Füchsen Berlin. Sie standen sich im Endspiel der B-Jugend gegenüber. Mittendrin befindet sich beim THW Vincent Faciejew. Ein bisschen Vergangenheit, viel Gegenwart und im Idealfall sogar ein wenig Zukunft: Was er in den vergangenen zwei Wochen erlebte, deckte das ganze Spektrum ab. Wir fangen in der Gegenwart an: Mit der Kieler A-Jugend läuft es für den Rechtsaußen in der Nordstaffel der 1. Bundesliga bislang nach Maß. Die Zebras sind perfekt in die Runde gestartet und Faciejew persönlich leistete mit bereits 26 Saisontoren seinen Beitrag dazu. „Ich denke wir haben in dieser Saison eine sehr gut besetzte Mannschaft mit einigen Nationalspielern. Für uns dürfte einiges möglich sein", sagt der Linkshänder, der im Laufe der vergangenen Saison nach einer überstandenen Verletzung von seinem Heimatverein ATSV Habenhausen in den Hohen Norden wechselte und somit zum Vizemeister-Team zählte.
Zwischen den Siegen bei der Final-Neuauflage gegen den SC Magdeburg und TuSEM Essen erlebte der 18-Jährige einen spannenden Ausflug dorthin, wo Faciejew sich seine handballerische Zukunft wünscht. Im DHB-Pokalspiel gegen den TV Hüttenberg rückte er nach dem Ausfall von Jarnes Faust kurzfristig ins Profi-Team und erzielte beim klaren Sieg über den Zweitligisten zwei Tore. Nach einer Viertelstunde Spielzeit sei Co-Trainer Christian Sprenger mit der Botschaft zum Youngster gekommen, sich fertigzumachen. „Er fragte, ob ich aufgeregt bin. Ich habe geantwortet, dass ich überglücklich bin", berichtet der U18-Europameister. A-Jugend-Trainer Felix Höppner hatte vor dem ersten Auftritt bei den Profis den Austausch gesucht und ihm ein paar Tipps mitgegeben. „Alle haben mir direkt geholfen, ich wurde super aufgenommen. Rasmus Ankermann, mit dem ich letzte Saison in der A-Jugend zusammengespielt habe, hat mich quasi an die Hand genommen. Und Rune Dahmke hat mit direkt angeboten, dass ich alles  fragen kann, wenn ich Hilfe benötige", schildert der Neuling, dass die Bundesliga-Stars das Reinfinden unterstützen. Faciejew hat klare Ziele für die Zukunft, erinnert sich aber auch an die Vergangenheit und weiß, dass ohne seine Eltern zum Beispiel der bisherige Weg nicht möglich gewesen wäre. Sie halfen beim „Shuttle-Dienst" zwischen Bremen und Kiel, als „Vini" mit 17 Jahren noch nicht allein Auto fahren durfte. Das ist jetzt anders. Jetzt reist er, wenn es die Zeit zulässt, selbst in die Heimat. Am vergangenen Wochenende zum Beispiel, als der THW in der A-Jugend-Bundesliga spielfrei hatte. Mit alten Freunden wollte er sich austauschen. Auch über das Profi-Debüt? „Natürlich, aber auch über alles Mögliche."
Im Ligabetrieb geht’s für die U19 am Samstag im Spitzenspiel bei den Füchsen Berlin weiter. Es ist die Neuauflage des B-Jugend-Finales von 2025/26, das die Hauptstädter nach dem 36:36 im Hinspiel durch einen 36:31-Rückspielsieg in Kiel für sich entschieden. Für die Niederlage im A-Jugend-Endspiel hat sich Kiel an Magdeburg bereits revanchiert. Gelingt das jetzt auch für das B-Jugend-Finale aus dem Mai? Dass Berlin gegen Hamburg einen Zähler liegen ließ und sich auch gegen Potsdam schwertat, bringt Trainer Sven Suton mit der Personalsituation in Einklang: „Der Saisonstart war leider sehr von Verletzungen geplagt. Ansonsten sind wir mit der Entwicklung den Umständen entsprechend schon zufrieden. Um gegen den Top-Gegner aus Kiel die Punkte in Berlin zu behalten, müssen wir 60 Minuten konzentriert und schlau verteidigen."

HC Hamburg – 1. VfL Potsdam (Samstag, 18 Uhr)

Das Auftaktprogramm jeweils mit Spielen gegen Berlin und Burgdorf hatte es sowohl für Hamburg als auch für Potsdam in sich, wobei der HCH gegen die Füchse sogar einen „Bonuspunkt" mitbrachte. „Wir sind mit 3:3 Punkten zufrieden", sagt Hamburgs Trainer Sven Rusbült zur ersten kleinen Zwischenbilanz. Ein Zähler beträgt der Vorsprung auf die Gäste aus Brandenburg, für die gegen Berlin nach Einschätzung von Trainer Alexander Haase mehr möglich war. „Wir haben gezeigt, wozu wir in der Lage sind und sind mit den bisherigen Auftritten nicht unzufrieden." Beide Teams sind sich darüber im Klaren, dass Spiele wie das am Wochenende besonders wichtig sind, weil sich der Gegner auf Augenhöhe bewegt. „Es wird ein Spiel, das für den weiteren Saisonverlauf die Richtung vorgeben kann", erwartet Haase. Bei den Gästen passt bislang die Ausbeute, allerdings wünscht sich Sven Rusbült mehr defensive Stabilität. „In der Abwehr haben wir Steigerungspotenzial", erkannte er in den ersten drei Partien. „Damit verbunden ist das Ziel, besser ins Tempo zu kommen."
Verzichten müssen die Gastgeber weiterhin auf Frederik Ott, Leon Georgi, Leon Politz und Tristan Clausnitzer, die erst im Laufe der Hinrunde auf die Platte zurückkehren. Hamburg gegen Potsdam wird auch das Duell zwischen zwei der besten Torschützen der ersten Saisonwochen in der Nordstaffel: Jaron Unbehaun (Hamburg) und Oscar Schley (Potsdam) belegen die Plätze zwei und drei in der Torschützenliste.

SC Magdeburg – TV Bissendorf-Holte (Sonntag, 16 Uhr)

Mit zwei Miesen aus dem Spiel gegen Kiel ist beim SC Magdeburg alles im Lot. „Die Jungs haben sich in den letzten Wochen schon gut weiterentwickelt, was wir aber noch nicht richtig auf die Platte bringen konnten. Ich wünsche mir, dass wir unsere Spiele deutlicher kontrollieren", sagt SCM-Trainer Thomas Kölblin. Die Niederlage gegen Kiel sei unnötig gewesen, hinzu kam ein Zittersieg mit einem Tor Vorsprung gegen Hagen. Deshalb richtet der Deutsche Meister den Blick auf sich selbst. „Wir befassen uns mit der Frage, wie wir dafür sorgen können, dass wir unsere Gegner dominieren. Das muss unser Anspruch sein", sagt Kölblin. Bei allem Respekt vor den Gästen aus Bissendorf (Kölblin: „Ein unangenehmer Gegner, der nicht einbricht") planen die Gastgeber am Sonntag den dritten Sieg im vierten Saisonspiel ein. Diesmal am liebsten entspannter und mit mehr als Tor Vorsprung so wie gegen Hagen. Die punktlosen Gäste wissen ihre Rolle des Außenseiters am Sonntag richtig einzuschätzen. „Wir haben mit den Jungs noch einmal darüber gesprochen und ihnen die Erwartungshaltung einsortiert, dass man in der 1. Liga nicht jedes Spiel gewinnen muss. Es ist wichtig, dass sie Spaß am Handball haben und sich nicht runterziehen lassen", sagte TVBH-Trainer Julian Vodde.

TSV Burgdorf – SG Flensburg-Handewitt (Sonntag, 16.30 Uhr)

Sechs Punkte aus drei Spielen auf der einen Seite, noch kein Zähler auf der anderen: Die Tabelle spricht vor dem Duell in Burgdorf eine deutliche Sprache. Doch die A-Jugend der SG Flensburg-Handewitt reist nicht als Statist zum TSV, sondern mit einer klaren Absicht. Der Gastgeber zählt zu den Favoriten dieser Saison und steht mit 6:0 Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz. Die SG belegt mit 0:4 Punkten Rang neun. Gegen die starken Teams aus Magdeburg und Berlin mussten sich die Nordlichter zuletzt geschlagen geben, wobei vor allem die Niederlage in Berlin unglücklich war. Hinter den Ergebnissen steht dennoch eine Entwicklung, die Mut macht: Von Spiel zu Spiel ist ein Aufwärtstrend erkennbar, besonders in der Abwehr. „Die Niederlage gegen Berlin war unglücklich, aber vor allem in der Abwehr sehen wir einen klaren Aufwärtstrend", sagt Flensburgs Mannschaftsverantwortlicher Alexander Simon. „Burgdorf hat einen sehr ausgeglichenen Kader und ist auf allen Positionen überdurchschnittlich besetzt. Trotzdem werden wir alles daransetzen, die Punkte aus Burgdorf zu entführen." Der Schlüssel liegt in der Deckung. Sie muss an die Fortschritte der vergangenen Wochen anknüpfen, Ballgewinne erzwingen und das Umschaltspiel in Gang bringen. Gegen einen Gegner mit dieser Breite braucht die SG zudem Geduld im Angriff und Konzentration über volle 60 Minuten. Die Rollen sind klar verteilt: Burgdorf will die makellose Bilanz ausbauen, die SG endlich die ersten Punkte holen. Gelingt den Flensburgern beim Favoriten der Befreiungsschlag, wäre das der Beweis, dass ihre Entwicklung auch gegen die Spitze trägt. Burgdorfs Sven Hylmar fordert ein Aufrechterhalten der Spannung. Andernfalls kann es gefährlich werden: „Flensburg hat eine kompakte Mannschaft, die gut umschaltet. Es wird wichtig sein, ihnen das Tempo zu nehmen, indem wir unser Angriffsspiel diszipliniert aufziehen. Ziel ist ganz klar der nächste Heimsieg."

Text/Foto: René Weiss

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