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Matchwinner Minning: Flensburgs Europameister erzielt 19 Tore
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Matchwinner Minning: Flensburgs Europameister erzielt 19 Tore

Spieltagszusammenfassung 1. A-Jugend-Bundesliga: Burgdorf entscheidet Spitzenspiel gegen Kiel für sich – Essen punktet in Magdeburg

Staffel Nord

VfL Eintracht Hagen – Füchse Berlin 36:42 (21:19)

Der Favorit aus der Bundeshauptstadt wurde seiner Rolle zwar gerecht, aber der Sieg in Westfalen kam erst in der zweiten Halbzeit zustande. Mit einer cleveren Spielanlage überrumpelte der VfL seine Gäste in der Anfangsphase und führte mit 15:9 (19.). „Berlin hatte keine Antwort auf unser Spiel", zeigte sich Trainer Jan-Lars Gaubatz angetan von der Vorstellung seiner Mannschaft. Aber dann wieder einmal der Einbruch, der die Eintracht ins Verderben stürzte. Mit einem 6:0-Lauf kamen die Füchse aus der Kabine. „Da waren leider wieder einfache Fehler dabei, die uns aus dem Spiel gebracht haben", so Gaubatz. Berlin setzte das, was sich das Team in der Halbzeitpause in der Kabine vornahm, nun besser um. Trainer Sven Suton hob vor allem die Steigerung in der Defensive hervor. 21 Gegentoren in der ersten Halbzeit standen nur noch 15 in der zweiten gegenüber. Nach einer Dreiviertelstunde hatten die Füchse das Spiel gedreht, der Rest war Formsache.

SC Magdeburg – TuSEM Essen 37:37 (21:21)

Die Torausbeute von 37 Treffern auf beiden Seiten zeigt, was den Teams gut gelang: Das Tempospiel und der Torabschluss. Da hatten die Hintermannschaften und Torhüter häufig nur das Nachsehen. Weil Essen sich in der zweiten Halbzeit defensiv steigerte und weiterhin gut angriff, sicherte sich TuSEM einen überraschenden Auswärtspunkt. „Wir hatten in der ersten Halbzeit die Chance, mit vier Toren davonzuziehen, sind aber nur mit einem Unentschieden in die Pause gegangen", hielt Gästetrainer Florian Buddenborg sogar noch mehr für möglich. Bei ihm war die Stimmung dennoch deutlich besser als bei Thomas Kölblin, der teilweise von einem „Kollektivversagen" sprach. „So, wie das Spiel gelaufen ist, können wir glücklich sein, dass wir diesen einen Punkt haben." Das Fehlen der Leistungsträger Raphael Welsch und Elvis Kretzschmar sowie der Fast-60-Minuten-Einsatz von Mats Brigzinsky in der 2. Mannschaft ließ er nicht als Ausrede gelten. Der SCM hatte große Probleme mit den Abwehr-Basics, sodass die gute Ausbeute von 37 Toren nur für die halbe Miete reichte.

SG Flensburg-Handewitt – HC Hamburg 42:39 (20:18)

Viele Angriffe, hohes Tempo und ein überragender U18-Europameister Constantin Minning waren die wesentlichen Merkmale des Nord-Derbys in der Wikinghalle. Die Flensbuger spielten ihre körperlichen Vorteile aus – unter anderem in Person von Rückraum-Shooter Minning, der mit 19 Toren nicht zu bremsen war. Immer wieder ist er gegen die 3:3-Abwehr der Hamburger durchgebrochen, um erfolgreich abzuschließen. In der zweiten Halbzeit drehte auch SG-Schlussmann Julius Zschuckelt mit wichtigen Paraden auf. „Auch wenn wir Minning überhaupt nicht verteidigt bekommen haben, war es ein gutes Spiel", sagte HCH-Coach Sven Rusbült. Hamburg schien das Momentum einige Male auf seine Seite ziehen zu können, vergab just in diesen Momenten aber klare Torchancen und geriet wieder ins Hintertreffen.

TSV Burgdorf – THW Kiel 32:28 (13:16)

Die „Jungrecken" haben den besten Angriff der Liga bei 28 Toren gehalten, und in der zweiten Hälfte nur noch zwölf Gegentreffer zugelassen. Das Abwehrbollwerk mit Lukas Erdmann und Julius Nemitz im Innenblock hielt dem Kieler Prunkstück stand und stellte es vor Probleme. Das sah in der ersten Halbzeit noch anders aus, als sich Burgdorf zu weit nach hinten drücken ließ, sowie viele Durchbrüche und Tore von Rechtsaußen zuließ. „Die deutliche Verbesserung in diesem Bereich war die Grundlage für unseren verdienten Sieg", sagte TSV-Trainer Sven Hylmar. Neben der Hintermannschaft steigerte sich auch der Angriff, der beweglicher agierte und Lücken riss. Bei den Gästen fehlte mit Julius Eisend ein starker Distanzschütze schon nach einer Viertelstunde, als der Nationalspieler eine harte Rote Karte sah. Sein Ausscheiden machte sich bemerkbar. „In den letzten zehn Minuten sind uns dann viele Fehler passiert, während Burgdorf kühlen Kopf behielt", so Höppner.

Staffel Süd

SC DHfK Leipzig – Frischauf Göppingen 27:39 (13:20)

Die Gäste trafen passend zur Bedeutung des Spitzenspiels gegen die ebenfalls noch verlustpunktfreien Leipziger die entsprechenden Vorbereitungen, um bestmögliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Mannschaft reiste schon am Freitag nach Sachsen an, nutzte den Vormittag des Spieltags zur Aktivierung und Videoanalyse. Genauso professionell präsentierte sich die Mannschaft auch auf dem Feld. „Wir haben von Anfang an ins Spiel gefunden, haben gut verteidigt, hatten mit Titus Lewe einen starken Schlussmann im Tor und haben optimal im Angriff gespielt. Diese mannschaftliche Geschlossenheit war überragend", freute sich Trainer Tobias Hafner. Sie war so überragend, dass Leipzig nicht den Hauch einer Chance hatte. „Wir waren nicht gut genug für dieses Spitzenspiel und in allen Belangen die unterlegene Mannschaft", brachte es Trainer Matthias Albrecht auf den Punkt. Göppingen gewann deutlich mehr Zweikämpfe, nutzte mit Tempo seine Vorteile im Umschaltspiel an diesem Tag, schloss effizienter ab und brachte Kooperationen mit dem Kreis ins Spiel ein, die Leipzig nicht unterbinden konnte.

JSG Balingen-Weilstetten – HSG Dutenhofen/Münchholzhausen 34:33 (18:16)

Gegen zunächst im Eins-gegen-Eins-Verhalten zu passive sowie im Angriff nicht richtig torgefährliche und überzeugende Dutenhofener nutzte Balingen die Gunst der Stunde, um mit 6:2 vorzulegen. Das war aber zugleich auch der höchste Unterschied im gesamten Spielverlauf. Als sich die „Mittelhessen Youngsters" nach einer Viertelstunde in der Defensive steigerten und daraus Paraden resultierten, lief auch der Angriff zielstrebiger. „Leider konnten wir unsere durchaus guten Phasen nicht so lange aufrechthalten wie wir uns das vorgenommen und gewünscht hätten", kommentierte Trainer Kai Nober. Die zweite Hälfte verlief deshalb nach einem ähnlichen Schema: In zu vielen einzelnen Situationen fehlte den Gästen die Qualität, um Lösungen zu finden, die die Mannschaft eigentlich draufhat. „Die Jungs haben alles reingeworfen. Leider konnten wir uns nicht belohnen", so Nober. Die meisten Probleme hatte der Wetzlarer Nachwuchs mit U18-Europameister Lenn Strobel, der zehn Tore erzielte – unter anderen den Treffer zum 34:33, der den Unterschied bedeutete. Balingens Trainer Adrian Fuladdjusch sagte: „Es war ein tolles Spiel für die Zuschauer, weil es eigentlich immer knapp stand." Der sprach ein Kompliment dafür aus, wie sein Team immer an sich glaubte und den letzten Dutenhofener Angiff nach zwei Zeitstrafen auch in doppelter Unterzahl wegverteidigite.

JANO Filder – VfL Gummersbach 35:29 (15:15)

JANO kämpfte sich gegen den Vize-Pokalsieger zu zwei Punkten, weil man in der zweiten Halbzeit in seinen Leistungen stabiler agierte und sich mit verbesserter Angriffskonsequenz absetzte. „Wir standen uns teilweise leider selbst im Weg und haben es uns schwerer gemacht als es hätte sein müssen", schilderte Alexander Adam aus dem Filder-Trainerteam. Nach dem 15:15 zur Pause (Adam: „Unsere Chancenverwertung in der ersten Halbzeit war nicht gut") stellte die Heimmannschaft nach Wiederbeginn die Weichen. Mit einem 7:1-Lauf zwischen den Minuten 32 und 40 Minute zum 23:17 verschaffte sich JANO Vorteile, wozu neben Max Balbuchta (9 Tore) und Niklas Gatzweiler (8) auch Torhüter Lukas Ruis mit 15 Paraden beitrug. Bei Gummersbach war die Enttäuschung nach der neuerlichen Niederlage groß, aber Trainer Joao Caracois richtete seine Mannschaft mit positiven Worten auf: „Wir können stolz darauf sein, wie wir uns Spiel für Spiel verbessern und wie wir wieder gekämpft haben." Zusätzlich erschwert wurde die Aufgabe durch mehrere Verletzungen. Unter anderem musste Julien Kübler schon nach circa fünf Minuten angeschlagen passen.

DJK Sportfreunde Budenheim – Rhein-Neckar Löwen 25:43 (12:23)

Auch wenn sich die Favoritenrolle natürlich bei den Löwen befand, hatten sich die Rheinhessen deutlich mehr vorgenommen als diese hohe Niederlage vor heimischem Publikum, wo die Sportfreunde normalerweise eine harte Nuss sind. Diese war früh geknackt. „Wir haben überhaupt nicht ins Spiel gefunden. Das war alles sehr fade", zeigte sich Trainer Kai Schiebeler bedient. Da konnte er sich auch nicht davon besänftigen lassen, dass Löwen-Coach Martin Berger den Budenheimern zusprach, trickreiche Sachen gezeigt zu haben, und dass das Ergebnis zu hoch ausgefallen sei. Wieder mit Matteo Kalvelage und Jan Day, die 23 der 43 Gästetore erzielten, fanden die Nordbadener ihren Flow, mit dem sie sich Sicherheit erspielten. Hinten hielten die Schlussmänner Constantin Mader und Eric Susemichel Bälle am laufenden Band. Insgesamt kamen sie bei um die 20 Paraden an.

Text/Foto: René Weiss

DEUTSCHER HANDBALLBUND

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