A-Jugend des HC Elbflorenz fühlt sich wie bei den Profis
Spieltagsausblick 2. A-Jugend-Bundesliga: Kölner Jugendhandball segelt mit starkem Start und Perspektive im Aufwind
Staffel Nord, Partie im Blickpunkt:
HSG Lemgo – JSG Köln (Samstag, 16.30 Uhr)
Wenn man in Verbindung mit Köln an Handball denkt, dann fallen einem auf Anhieb die Final Fours des DHB-Pokals und der Champions League in der Lanxess-Arena ein, aber auch der Vereinshandball befindet sich in der Domstadt im Aufwind. Der Longericher SC warf in der 1. Pokalrunde die HSG Nordhorn aus dem Wettbewerb und auch im Nachwuchs laufen die ersten Saisonwochen in den Jugend-Bundesligen perfekt. Seit dieser Saison ist zusätzlich zur B- auch die A-Jugend der JSG auf höchster Ebene unterwegs. Beide Teams haben ihre ersten beiden Partien für sich entschieden. Vor vier Jahren fanden sich die Stammvereine Longericher SC , 1. FC Köln und MTV Köln zusammen, um die „Kölschen Jungs" in ihrer Heimstadt eine hochkarätige Perspektive zu bieten. Der aktuelle A-Jugend-Jahrgang, den Felix Linden seit dieser Saison trainiert, ist größtenteils das Team, als in der ersten JSG-Saison in der C-Jugend gemeinsam anfing. Seitdem hat sich vieles nach oben entwickelt. Die Kölner wollen in der Breite und Spitze eine Anlaufstelle sein. Mit Durchlässigkeit nach oben. Paul Schonauer, der in den ersten beiden A-Jugend-Spielen schon zwölf Tore erzielte, zählt bereits fest zum Longericher Drittliga-Team. Am Samstagnachmittag spielen die Rheinländer bei der HSG Lemgo, die zweite Mannschaft in der 2. Bundesliga Nord, die noch keine Punkte abgegeben hat. „Wir können mit unserem Start sehr zufrieden sein. Im letzten Spiel haben wir gemerkt, dass wir schwächeren Phasen auch einmal das Tempo rausnehmen müssen", nahm Trainer Linden als Learning mit.
Die bislang 100-prozentige Siegesquote der Gäste hinterlässt bei den Lemgoern, die am Samstag in Augustdorf ein komplettes Heimspielwochenende mit C-, B-, A-Jugend und Drittliga-Team haben, Eindruck. Trainer Noel Pausits: „Köln ist eine sehr gute Mannschaft, auf die wir uns intensiv vorbereitet haben. Bei uns sind bis auf zwei Spieler alle fit und einsatzbereit."
Außerdem spielen:
JSG LIT 1912 – HG Owschlag-Kropp-Tetenhusen (Samstag, 15 Uhr)
MTV Lübeck – TV Emsdetten (Samstag, 16 Uhr)
HC Empor Rostock – HC Bremen (Sonntag, 15 Uhr)
Bergischer HC – VfL Horneburg (Sonntag, 15 Uhr)
36 Tore erzielte der HC Empor Rostock gegen den Bergischen HC, 47 gegen den VfL Horneburg. Mit dieser Angriffsausbeute ist der HCE nach zwei Spieltagen das offensivbeste Team der 2. Bundesliga Nord. Wie sieht es nun gegen eine Mannschaft aus, die vor einer Woche einen Abwehrrekord aufstellte: Der HC Bremen kassierte in der zweiten Halbzeit gegen den HC Emsdetten nur noch zwei Gegentore. Das ist ein Bestwert für die Mannschaft von Tim Schulenberg und Keeper Joshua Otte in der Geschichte der A-Jugend-Bundesliga. „Wir haben es gegen Emsdetten insgesamt gut gemacht. Aber nach den vielen Verletzungen dauert es noch etwas, bis wir unser Potenzial noch mehr ausschöpfen können", sagt Schulenberg.
Auch der MTV Lübeck hat noch längere Zeit mit vielen fehlenden Spielern zu kämpfen. In dieser schwierigen Situation zeigte das Team großen Charakter und warf gegen Lemgo alles in die Waagschale. Mit einer Wiederholung davon könnte im Duell der noch punktlosen Mannschaften gegen Emsdetten etwas möglich sein. Auch der VfL Horneburg (am Sonntag beim Bergischen HC zu Gast) und die JSG LIT 1912 warten noch auf ihre ersten Punkte. Qualifikant LIT zeigte zuletzt gegen den Bergischen HC eine aggressivere Einstellung in der Abwehr, muss aber noch an der Chancenverwertung arbeiten. „Entsprechend standen Wurftraining und auch Tempospiel in dieser Woche auf dem Trainingsplan", berichtet Trainer Arne Kämper. Die Ostwestfalen scheinen sich an das Bundesliga-Niveau heranzutasten und hoffen im Heimspiel gegen Owschlag-Kropp-Tetenhusen auf den ersten Sieg. „OKT ist wurfstark aus dem Rückraum und stellt einen physisch guten Innenblock. Hier müssen wir Isolierungen schaffen und dann auch unsere Möglichkeiten in Tore ummünzen", so Kämper.
Staffel Süd, Partie im Blickpunkt:
SG Pforzheim/Eutingen – HC Elbflorenz (Sonntag, 14 Uhr)
Siege sind die A-Jugendlichen des HC Elbflorenz gewohnt. Deutliche Siege sogar. In der Oberliga Sachsen standen die Dresdener zum Abschluss der Saison 2025/26 mit 28:0 Punkten, einem Torverhältnis von +192 und neun Punkten Vorsprung dominant an der Spitze. „Die Mannschaft wurde aber auch nicht wirklich gefordert", sagt Trainer Henning Cal. Das ist seit dieser Saison anders. Mit einer Wildcard schafften die Sachsen den Einzug in die 2. A-Jugend-Bundesliga. In der Pandemie-Zeit bewegte sich der Verein schon einmal in diesem Elitekreis des deutschen Nachwuchshandballs. „Das macht dem ganzen Team Bock. Die Mannschaft zeigt eine gute Emotionalität und ist sehr fleißig", berichtet Cal, der bereits in seinem zehnten Jahr in Diensten des HCE steht. Nach der vergangenen Saison schlugen einige Spiler einen beruflichen Weg ein, der sie vom Handball entfernte. Auch deshalb steht nun eine neuformierte Mannschaft mit einigen Neuzugängen auf der Platte. Nachdem die Nachricht die Runde gemacht hatte, dass die Dresdener die Bundesliga-Wildcard erhalten, gab es zahlreiche Anfragen bezüglich Probetrainings. Das Prädikat Bundesliga lockt eben. „Wir haben ein gutes Klima in der Mannschaft. Sowohl auf der menschlichen als auch auf der handballerischen Ebene passt es", berichtet der Trainer.
Am Wochenende sitzt die Mannschaft wieder gemeinsam im Reisebus. Diesmal beträgt die Fahrtstrecke nach Pforzheim an die 550 Kilometer (einfacher Weg). „So viele Stunden im Reisebus hinterlassen ihre Spuren, aber das nehmen wir auf dieser Spielebene gerne in Kauf und die gemeinsame Zeit hat eine Teambuilding-Wirkung. Es fühlt sich für die Jungs bereits wie bei den Profis an. Und dahin wollen sie es ja alle einmal schaffen", sagt Cal. Zum Spiel in Pforzheim (3:1 Punkte) wird der Tabellensechste (2:2) schon am Samstag anreisen, in Kornwestheim noch einmal trainieren und übernachten, um am Sonntag mit frischen Beinen ins Spiel gehen zu können. „Pforzheim ist eine im Kollektiv starke Mannschaft mit gutem Ballfluss und flexibler Abwehr", weiß Cal aus der Spielvorbereitung, was seine Mannschaft in Baden-Württemberg erwartet.
Außerdem spielen:
TVB Stuttgart – HG Oftersheim/Schwetzingen (Samstag, 19.30 Uhr)
JSG Melsungen/Körle/Guxhagen – SG BBM Bietigheim (Sonntag, 14.15 Uhr)
HLZ Friesenheim-Hochdorf – TV Großwallstadt (Sonntag, 15.30 Uhr)
HSG Rodgau Nieder-Roden – HT München (Sonntag, 16 Uhr)
Der 2. A-Jugend-Bundesliga männlich eilte schon vor der Saison der Ruf voraus, sehr ausgeglichen zu sein. Das bestätigt sich bereits nach zwei Spieltagen. Lediglich zwei Mannschaften sind noch punktlos, und mit der HG Oftersheim/Schwetzingen hat eine davon auch erst eine Partie absolviert. „Wir haben in der ersten Halbzeit noch ein ziemlich gutes Spiel gegen Nieder-Roden gemacht, irgendwann aber den Kopf verloren. Uns ist bewusst, woran wir arbeiten müssen", sagt HG-Trainer Justin Hahne vor der schwierigen Begegnung beim TVB Stuttgart. Die Schwaben zeigten nach dem starken Auftaktsieg gegen den HC Elbflorenz einen Leistungseinbruch und gingen gegen den TV Großwallstadt leer aus. „Ich dachte, wir sind schon ein Schritt weiter. Wir haken die Niederlage gegen Großwallstadt ab und machen weiter", hofft Trainer Danijel Grgic die Delle korrigieren zu können. Daniel Teschner von HT München bringt die verlorenen Spiele gegen Melsungen und Bietigheim auf einen Nenner: „Wir haben in beiden Spielen zu viele Fehler gesehen. Die Aufarbeitung, diese Mängel zu reduzieren, läuft", berichtet er vor dem Auswärtsspiel bei der HSG Rodgau Nieder-Roden. Die weitere Auswärtsfahrt der Zweitliga-Hauptrunde liegt vor der SG BBM Bietigheim. Die in Melsungen an der erfolgreichen Einstand anknüpfen möchte. Können die Nordhessen wieder ihr Heimgesicht aufsetzen, das sie beim Sieg gegen HT München zeigten, und sich für die schwächere Leistung in Pforzheim rehabilitieren? Der Start mit 1:3 Punkten verlief nicht optimal für das HLZ Friesenheim-Hochdorf. „Im dritten Spiel wollen wir den ersten Heimsieg", geht Trainer Max Sormani in die Offensive. Auch wenn mit dem TV Großwallstadt der verlustpunktfreie Spitzenreiter in Hochdorf zu Gast ist, müssen die Pfälzer sich nicht verstecken. Mit dem Remis gegen Pforzheim zeigte das HLZ bereits seine Qualitäten. Beim TVG sieht Edis Hodzic das Maximum trotz der beiden Siege noch nicht erreicht. „Wir haben mit unserer Entwicklung und den Spielphasen, mit denen wir nicht zufrieden waren, noch viel zu tun. Kämpferisch und emotional ist meine Mannschaft gut dabei", erklärt Hodzic.
Text: René Weiss / Foto: JSG Köln
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